Fahrradfahren in Wolfsburg – Natur pur im Westen

Wolfsburg.  Binnenschiffe und seltene Vögel – die 16 Kilometer lange Tour führt von Fallersleben über die Sülfelder Schleuse durchs Ilkerbruch.

Experte Klaus Seiffert auf der Brücke über den Mittellandkanal. 

Experte Klaus Seiffert auf der Brücke über den Mittellandkanal. 

Foto: Bastian Lüpke

Diese Fahrradtour im Westen Wolfsburgs führt zur Sülfelder Schleuse und durchs Ilkerbruch. In unserer Variante ist sie 16,4 Kilometer lang und dauert weniger als zwei Stunden – und ist damit ideal für eine kurze Erholungsrunde in der Natur. Das gesamte Gebiet der Radtour lädt zu zahlreichen Zwischenstopps ein. Auch lässt sich die Rundfahrt dank des Feldwegenetzes auf viele Arten und Weisen variieren und erweitern. Die Strecke ist für jedes Fitnesslevel und für jeden Fahrradtyp geeignet.

Ein Tipp: Da es direkt an der Strecke keine Einkehrmöglichkeiten gibt, lohnt es sich, ein Picknickkörbchen zu packen und die Verpflegung mitzunehmen – Rastmöglichkeiten mit tollen Aussichten gibt es dafür zuhauf. Einkehrtipps etwas abseits der Strecke finden Sie in unserer Legende.

Start und Ziel am Bahnhof Fallersleben

Vom Bahnhof Fallersleben aus geht es ein kurzes Stück Richtung Norden über den Mittellandkanal. Bei der nächsten Gelegenheit biegt die Radstrecke links ab. Schon geht es für die Radfahrer über breite Feldwege durchs Ilkerburch, ein etwa 125 Hektar großes Naturschutzgebiet.

Der Kanal bleibt dabei zur Linken nie weit entfernt und immer halbwegs in Sichtweite – wer Gewässer mag, für den ist diese Tour ideal. Vom Radweg aus lässt sich der Modellflugplatz des Aeroclub Wolfsburgs sehen. Je nach Jahres- und Tageszeit starten dort kleine Flugzeuge und Hubschrauber – nicht uninteressant für einen kurzen Stopp, zumal für jeden, der Kinder dabei hat.

Sülfelder Schleuse

Nach etwas über einem Kilometer gefahrener Strecke biegt die Radtour wieder zum Kanal hin ab und führt am Wasserlauf entlang zur Sülfelder Schleuse. „Dort müssen alle aus Richtung Magdeburg kommenden Schiffe durch, die weiter zum Elbe-Seiten-Kanal fahren“, erklärt Klaus Seiffert, Vorsitzender der Verkehrswacht Wolfsburg und Experte für Radtouren im Ilkerbruch.

Von der Schleuse aus besteht die Möglichkeit, diese Radtour noch auszuweiten und bis zum Tankumsee im Kreis Gifhorn zu fahren, um von dort durch den Barnbruch zurückzufahren. – am Tankumsee gibt es auch die Möglichkeit zur Einkehr und Entspannung.

Aufgrund von Sturmschäden waren wochenlang einige Waldwege nicht passierbar, weshalb Sie hier eine andere Route kennenlernen sollen. Von der Schleuse aus führt der Weg wieder ein Stück zurück, um in das Ilkerbruch einzubiegen.

Die Radtour in Wolfsburg-Fallersleben

Ilkerbruch

Dieser Abschnitt bietet Natur pur voller Sehenswürdigkeiten. Zahlreiche Galloway-Rinder grasen hier auf den Feldern. Auf den Radwegen kommen dem Fahrradfahrer Gänse entgegen, es geht auch an Störchen vorbei. Erster Stopp im Naturschutzgebiet ist der Aussichtsturm des Naturschutzbundes (Nabu) Wolfsburg. Von oben fällt der Blick auf das Ilkerbruch – eine beeindruckende Landschaft mit einem großen Teich und vielen Feuchtwiesen – es ist ein Teil des Allertals.

Tafeln am Eingang zum Turm weisen auf die zahlreichen seltenen Tier- und Pflanzenarten hin, die im Ilkerbruch – und dem deutlich größeren Barnbruch – heimisch sind: beispielsweise Biber, Otter oder der Seeadler und Eisvogel. Ab hier folgt die Radtour dem Natur-Erlebnispfad, dessen erste Station der Aussichtsturm ist.

Lernstation „Vogel-Flug“

Etwas weiter westlich gibt es eine Lern-Station „Vogelflug“, weiter Richtung Norden um den Teich herum geht es entlang der Stationen „Storchennest“ und „Pirschpfad“ hin zum „Beobachtungshäuschen“. Dort sollte der Fahrradfahrer einen Stopp einlegen. Denn: Hier ist der Beobachter ganz nah dran an der Wasserfläche, und damit an der heimischen Tierwelt.

Mit Geduld und eventuell einem Fernglas oder Teleobjektiv lassen sich von dort aus die teils seltenen Vögel im Ilkerbruch erspähen. Den Tourabschnitt vom Aussichtsturm bis zum Beobachtungshäuschen schafft ein geübter Radler in einer Viertelstunde. Allerdings sollte man an den verschiedenen Stationen Pausen einplanen – erst recht, wenn man mit Kindern unterwegs ist.

Wer sich übrigens für historisches interessiert, findet im Ilkerbruch auch Stationen des Allerradwegs, der auf Spuren der Welfenherzogin Clara hinweist.

Wolfsburg vom Rad aus

Die nächste Etappe führt entlang der Kreisstraße 114 – die Nordtangente – wieder Richtung Osten. Hier fährt es sich auf breiten teils neuen Radwegen, die mit einem Grünstreifen von der Straße abgetrennt sind. Es handelt sich um eine beliebte Pendelstrecke aus dem Kreis Gifhorn Richtung Wolfsburg, insbesondere für Autofahrer.

Der neue Radweg ist aber eine attraktive Einladung an alle Pendler, um aufs Fahrrad umzusatteln. Auf diesem Weg geht es auch vorbei an der Siedlung Ilkerbruch, die aus neun Wohnhäusern besteht. Zur Linken erkennt der Radler jetzt den Hügel des Entsorgungszentrums Wolfsburg, zur Rechten liegen die Düpenwiesen. Dort sind auch noch alte Stapelteiche erkennbar, die auf die ehemalige Zuckerfabrik Fallersleben zurückzuführen sind. Am Ende der Nordtangente führt der Weg auf das Gelände von Volkswagen Forschung & Entwicklung zu.

Davor biegt die Radtour aber rechts ab und führt zum Ausgangspunkt über die Hafenstraße zum Fallersleber Bahnhof zurück.

Wer noch nicht genug vom Radeln hat, der kann noch mehr bekommen: Von der zuletzt beschriebenen Stelle könnte man über Radwege problemlos über Sandkamp durchradeln bis zur Wolfsburger Innenstadt.

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