Rat will Schnellbussystem für Wolfsburg

Wolfsburg.  Wenn es nach dem Rat geht, rauschen Busse künftig auf separaten Trassen an den Staus im Schichtverkehr vorbei.

Statt im Stau zu stehen, sollen die Schnellbusse auf separaten Spuren fahren.

Statt im Stau zu stehen, sollen die Schnellbusse auf separaten Spuren fahren.

Foto: Darius Simka / regios24

Der Rat hat sich mit großer Mehrheit für die Planung eines Qualitätsbusnetzes ausgesprochen.

Fünf Gegenstimmen kamen von der AfD. Sie stößt sich daran, dass die der Entscheidung zugrundeliegende Abwägung zwischen Stadtbahn und Schnellbus nur für das Wolfsburger Stadtgebiet stattgefunden habe. Dass das Verkehrsproblem nicht erst in Nordsteimke beginne, sei nicht ausreichend gewürdigt worden, so der Fraktionsvorsitzende Thomas Schlick.

Dass der Stau nicht erst in Nordsteimke und Hehlingen beginnt, sondern die Verkehrsprobleme auch Almke, Neindorf, Hattorf und Heiligendorf beträfen, führte auch der CDU-Ratsherr und Ortsbürgermeister Joachim Sievers an. Der Planung stimmte seine Fraktion trotzdem zu und forderte ein Qualitätsbusnetz für das gesamte Stadtgebiet. „Dass wir ein alternatives Verkehrsnetz brauchen, steht außer Frage“, so Sievers.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans-Georg Bachmann ging darauf ein, warum statt der Stadtbahn nun Bustrassen werden sollen: Die Schiene koste pro Kilometer 13 Millionen Euro, und in der Innenstadt lebten zu wenig Menschen, um sie wirtschaftlich zu machen. Eine Stadtbahn, räumte Bachmann ein, sei komfortabler. „Aber wir werden sie nicht bezahlen können.“ Schlicks Kritik widersprach der Sozialdemokrat. Die Erfahrungen in Sachen Schnellradweg hätten die mangelnde Zahlungsbereitschaft der Umlandgemeinden gezeigt.

Auch aus Sicht der Grünen ist die Einführung eines Schnellbussystems richtig. „Ich kenne keine Stadt, der es gelungen ist, ihre Verkehrsprobleme mit mehr Straßen zu lösen“, sagte Frank Richter. Die PUG stimmte ebenfalls zu. Der Strategieausschuss-Vorsitzende Jens Tönskötter betonte aber, das Netz sei nur ein Baustein dessen, was die Stadt ins Auge fassen müsse. Marco Meiners erklärte, die FDP halte die Straßenbahndiskussion seit Jahren für unnötig. Die jetzigen Planungen für das Schnellbussystem betrachte sie als Startschuss für zahlreiche Stadtteile.

Wie berichtet, könnte laut Gutachten eine Buslinie von einer Park-and-Ride-Anlage bei Flechtorf über Mörse und Westhagen zu einem neuen Mobilitätszentrum am Hauptbahnhof führen, und eine zweite von Detmerode über Westhagen, das Mobilitätszentrum, die Innenstadt und die Baugebiete Steimker Gärten und Sonnenkamp zu einer Park-and-Ride-Anlage bei Hehlingen. Auch Verbindungen bis tief auf das Werksgelände sind angedacht.

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