Uschi Tschorn hat zu jeder Zeit ein offenes Ohr für Betroffene

Wolfsburg.  Love-Scamming nennt sich die Betrugsmasche, der auch Uschi Tschorn auf den Leim gegangen ist. Sie gründete eine Selbsthilfegruppe.

Kandidatin Uschi Tschorn wurde von WN-Redakteurin Stephanie Giesecke nach ihren Erfahrungen befragt.

Kandidatin Uschi Tschorn wurde von WN-Redakteurin Stephanie Giesecke nach ihren Erfahrungen befragt.

Foto: Helge Landmann / Regios24

Nun hilft sie anderen, deren Gutgläubigkeit von Internetbetrügern ausgenutzt wurde, und hat die Facebook-Seite „SOS Selbsthilfe Liebesbetrug“ eingerichtet.

„Ich werde nachts angerufen“, erzählte sie. Meistens würden die Gespräche bis in die frühen Morgenstunden dauern. „Von 6 bis 9 Uhr schlafe ich dann.“ Doch auch darüber hinaus stehe sie Betroffenen zur Seite. „Ich gehe in der Region mit zu Ämtern und zu Banken, weil die Leute sich häufig verschuldet haben“, nannte sie nur zwei Beispiele.

Wenn die Leute sie kontaktieren, seien sie meistens in einem desolaten Zustand. „Emotional sind sie völlig am Ende“, sagte Tschorn. Was sie beklagt: „Es gibt überhaupt keine Hilfe.“ Die Polizei nehme zwar Anzeigen auf, doch das sei es dann auch schon gewesen. Das soziale Umfeld mit Familien und Freunden würde wegbrechen, weil viele von ihnen um hohe Geldbeträge angepumpt worden seien. Wann immer andere Hilfe brauchen: „Ich bin da“, sagte Uschi Tschorn. Für dieses Engagement bekam die Kandidatin eine Urkunde.bj

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