Quiz-Gewinnerin Katharina Bosse spendet für Hospiz

Wolfsburg.  Knapp 500000 Euro haben Katharina Bosse und ihre Freundin im Fernsehen gewonnen. 5000 Euro davon spendet Bosse für ein zweites Wolfsburger Hospiz.

Katharina Bosse (links, mit Mitgewinnerin Christina Kröhnert-Flühr) spendet 5000 Euro an das Wolfsburger Hospiz.

Katharina Bosse (links, mit Mitgewinnerin Christina Kröhnert-Flühr) spendet 5000 Euro an das Wolfsburger Hospiz.

Foto: Philipp Ziebart/BestPixels.de

Gerade erst hat ein anonymer Spender dem Hospizverein Region Wolfsburg 100000 Euro geschenkt. Bestimmt ist das Geld für den Bau eines zweiten Hospizhauses, das in Heiligendorf entstehen könnte. Nun kommen noch einmal 5000 Euro für diesen Zweck dazu. Katharina Bosse aus Volkmarode unterstützt das Hospiz, in dem ihre Freundin Bärbel starb, mit einem Gewinn aus der Fernseh-Quizshow „The Wall“. In der kommenden Woche wollen ihr Mann und sie einen Scheck überreichen.

Eigentlich, sagt Bosse, sollte die seit langem geplante Scheckübergabe in aller Stille stattfinden. Als sie aber die großen Berichte unserer Zeitung über die anonyme Rekordspende sah und las, dass der Hospizverein noch sehr viel Geld für den Neubau benötigt, überlegte sie es sich anders. In der Hoffnung, dass eine medienwirksame Spende auch andere Menschen aus der Region zu Gaben an das Hospiz animieren würde, wandte sie sich an die Braunschweiger Schwesterredaktion der Wolfsburger Nachrichten.

Katharina Bosse ist sehr begeistert vom Hospizhaus. „Meine Freundin wurde dort vor zwei Jahren sehr gut behandelt“, erzählt sie. Mehr als 20 Jahren hatten die Fallersleberin, deren Nachname auf Wunsch der Familie nicht erwähnt werden soll, und Bosse in der von Bosse und ihrem Mann geführten Fahrschule in der Porschestraße zusammengearbeitet. Bis Bärbel an Krebs erkrankte. „Ich habe meine Freundin zwei Jahre auf ihrem Sterbeweg begleitet“, sagt Katharina Bosse. In den drei Wochen, in denen die Freundin in der Eichendorffstraße war, habe sie zum ersten Mal erfahren, wie man sich dort um die Gäste kümmert. Mit sehr viel Würde, unterstreicht sie. „Ich finde, das Hospiz ist eine super, super Einrichtung.“

Die Fahrschule, in der Bärbel und sie so viel Zeit zusammen verbrachten, haben Katharina Bosse und ihr Mann inzwischen verkauft. Sie arbeitet aber noch in Teilzeit für den neuen Besitzer und vermisst dabei ihre liebste Arbeitskollegin. „Ich bedauere immer, dass meine Bärbel nicht bei mir sein kann.“ Dabei hat Katharina Bosse auch für andere ein großes Herz. Nach dem Riesengewinn aus der RTL-Quizshow hat sie einer alleinerziehenden Kollegin ein Auto geschenkt.

Im Hospiz freut man sich natürlich darüber, dass nach der überregional medial beachteten 100000-Euro-Spende schon wieder ein Geldgeschenk ins Haus steht. Geschäftsführer Lucas Weiß berichtete am Freitag, dass bei ihm am Donnerstag und Freitag ständig das Telefon klingelte. Die Berichte des NDR und von Spiegel Online, von Antenne Niedersachsen und weiteren Medien waren nicht unbemerkt geblieben: „Jetzt rufen aus ganz Deutschland befreundete Hospize an“, so Lucas Weiß. Auch meldeten sich immer noch Zeitungen aus der Region. „Und gleich um 13 Uhr kommt RTL.“

Der Medienauflauf ist dem Hospiz-Geschäftsführer durchaus lieb. „Wir dürfen sehr dankbar sein, dass die Spende so viel Öffentlichkeit bringt und die Menschen verstehen, dass wir auf Spenden angewiesen sind“, betont Weiß. Der Bau eines zweiten Hospizes ist aus seiner Sicht kein Werk, das der Hospizverein allein bewältigen könnte, sondern eine Aufgabe für die gesamte Bürgerschaft. „Wir Wolfsburger, wir alle, würden ein zweites Hospiz bauen, weil wir es alle brauchen“, sagt er. Gefragt sei nicht nur Geld, sondern auch geschenkte Zeit. Um ein zweites Haus zu betreiben, würden viele neue Ehrenamtliche gebraucht, die sich um die Gäste kümmern.

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