Alles fließt in der Porschehütte

Wolfsburg  Die Gruppe „Tanzreif“ zeigt zur Eröffnung der Ausstellung eine Performance.

Zur Ausstellungseröffnung gab es eine Tanzperformance.

Zur Ausstellungseröffnung gab es eine Tanzperformance.

Foto: rs24/Lars Landmann

Das milde Frühlingswetter lockt Spaziergänger auf den Klieversberg. Sie mischen sich mit den Gästen, die zur Porschehütte strömen. Neugierig geworden, bleiben einige Leute stehen und lesen: „Panta Rhei“ (Alles fließt) auf dem bunten Schild am braunen Zaun. So titelt die Künstlergruppe ihre neue Ausstellung.

Alles wandelt sich, das Sein ist nicht statisch, sondern ständige Veränderung, lehrte kurz gefasst Heraklit. Goethe bannte die antik-griechische Fluss-Lehre in Verse: „Es soll sich regen, schaffend handeln. Erst sich gestalten, dann verwandeln“, beginnt sein Gedicht „Eins und Alles“.

Ein im Ausstellungsraum hängendes grünes Netz symbolisiert Meereswellen. Vier Tänzerinnen treten darunter, ihre Hände fassen über die Ränder, gleiten im Takt der Musik darüber, ihre Augen strahlen, dann weiten sie sich wie vor Schrecken; ihre Körper bewegen sich geschmeidig, gesteuert vom eigenen Willen, dann wieder so, als würden sie hin- und hergerissen vom Sog des Wassers. Sie schwimmen, kraulen, krallen sich fest, lassen los. Im Sound, den Matthias Klingebiel am Synthesizer komponiert: sanft und melodiös, lyrisch schön, unerwartet heftig wie ein Orkan. „Gleich mit jedem Regengusse ändert sich dein holdes Tal“, reimt Goethe in „Dauer im Wechsel“ auf Heraklit.

Charlotte Küffner (Choreografie), Martina Tode, Siegrid Schütthauer sowie Gabriele Klingebiel tanzen es ansprechend fließend. Sie gehören, wie die beiden bildenden Künstlerinnen, zur Gruppe „Tanzreif“ des Tanzenden Theaters. Roswitha Scheefeldt und Dietlinde Zimbelmann-Kerbstadt zeigen themenbezogene Bilder. In ihnen dominiert die Farbe Blau. Scheefeldt, die spontan abstrakt malt, hat eine ganze Serie in ineinander und aneinander vorbei fließenden Blautönen geschaffen. Zimbelmann-Kerbstadt in Mischtechnik auf Dia einen sich im Delta verzweigenden blauen Fluss, durchbrochen von weißer Gischt, in Mischtechnik auf Papier drückt sie „Gedanken im Fluß der Zeit“ aus. Dafür wählte sie vor allem Gelb und Rot.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder