Eltern sind mehr und mehr alarmiert

Wolfsburg  Ein zweiter Fremder ist in Sülfeld aufgetaucht, der ebenfalls Kinder ansprechen soll. Zuvor gab es mehrere ähnliche Vorfälle.

Kinder sollten sich von Fremden fernhalten – und Erwachsene von ihnen unbekannten Kindern.

Kinder sollten sich von Fremden fernhalten – und Erwachsene von ihnen unbekannten Kindern.

Foto: Polizeiberatung

Wieder wurde ein Kind von einem unbekannten Mann angesprochen. Es geschah am Donnerstag in Mörse. Zuvor gab es mehrere ähnliche Vorfälle: Mitte Dezember etwa in Fallersleben, am 5. April in Ehmen und – wie erst jetzt bekanntwurde – am 6. April sowie 9. April in Sülfeld. Stadtweit befinden sich die Eltern mittlerweile in Angst und Aufruhr.

Am vergangenen Donnerstag in Mörse wurde ein Junge auf seinem Roller von einem Autofahrer zum Anhalten aufgefordert. Der Junge reagierte richtig und fuhr schnell weiter. Der Rektor der Grundschule Ehmen, Jan Wonszak, informierte darüber am Freitag die Eltern seiner Schüler in einem Brief. Darin teilte er mit, er habe bei der Polizei wiederholt um „starke Präsenz rund um die Grundschule“ gebeten – so wie auch schon nach dem Vorfall am 5. April.

Da geriet ein Mädchen kurz vor dem Schulgelände ins Visier des Unbekannten. Der Fremde wollte sie mit einer Geschichte von einem verletzten Hund in sein Auto locken. Auch über diesen Vorfall informierte Wonszak in einem Schreiben an die Erziehungsberechtigten. Bereits Mitte Dezember wurde in Fallersleben ein Junge von einem Fremden angesprochen. Die Beschreibungen des Verdächtigen in diesen drei Fällen ähneln sich offenbar.

Wie unsere Redaktion erfuhr, wurde am 6. April eine Grundschülerin in Sülfeld auf dem Schul-Heimweg von einem Fahrradfahrer gefragt, ob es ihr gutgehe und wie sie heiße – das Mädchen ging weiter. Der Rektor der Schule, Rüdiger Golz, schrieb ebenfalls einen Brief an die Eltern und erinnerte daran, dass die Kinder mindestens zu zweit zur Schule gehen sollten: „Dieses sind Vorsichtsmaßnahmen, die generell gelten sollten“.

Am 9. April soll in Sülfeld erneut ein Radfahrer ein Mädchen auf ihrem Heimweg von der Schule angesprochen haben. Allerdings stimmt die Beschreibung dieses Mannes wohl nicht mit dem Verdächtigen aus Mörse/Ehmen/Fallersleben überein: Der Verdächtige in Sülfeld wird als jüngerer Mann beschrieben.

Die Eltern sind alarmiert, vernetzen sich, tauschen neueste Infos per Whats-App aus. Viele transportieren auch ihre Kindern mit dem Auto bis vor den Schuleingang und holen sie von dort ab. Sie wollen so ihren Nachwuchs schützen – wobei die Kinder dadurch auch nicht selbstbewusster und selbstständiger werden.

Tatjana Schober ist Elternsprecherin an der Grundschule Ehmen. Sie bestätigt, es gebe Eltern, die überängstlich reagierten, während andere zunehmend wütend seien. Sie selbst sagt über sich, sie fühle sich eher hilflos. „Es gibt die Gewissheit, dass jemand Kinder anspricht und von ihnen etwas möchte. Aber wenn man rational überlegt – verhindern lässt sich das nie, so was könnte überall geschehen, nicht nur vor der Schule.“ Schober hat die Hoffnung, die Polizei habe Mittel und Möglichkeiten, den Fremden bald zu ermitteln. Mit ihrem Kind spricht sie über die Ereignisse, versucht aufzuzeigen, wie es sich verhalten soll. „Ich finde es richtig, dass die Polizeipräsenz erhöht wurde und dass die Grundschule mit dem Brief reagiert hat und Lehrer sich auf dem Schulhof mehr Präsenz zeigen.“

Der Vorsitzende des Stadtelternrates, Michael Jacoby, erklärte, dass Kinder vermehrt von Fremden angesprochen würden, sei auch Thema in der städtischen Elternvertretung. „Wir suchen kurzfristig jemanden, der die Elternschaft aufklären kann, wie sie und die Kinder sich richtig verhalten und was man besser machen könnte.“ Da bereits die nächste Sitzung am Dienstag ansteht, es also zu kurzfristig sei, noch einen Experten zu finden, soll ein solcher bei einer folgenden Sitzung eingeladen werden.

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