„Jede Liebe hat Zukunft“

Wolfsburg  Die Schauspieler des Weihnachtsmärchens im Scharoun-Theater erzählen von ihrer Sicht auf „Die kleine Meerjungfrau“.

Mit ihrem Gesang verzaubert Meerjungfrau Michelle (Jenny Klippel) den Prinzen Alexander (Nikolai Radke).

Mit ihrem Gesang verzaubert Meerjungfrau Michelle (Jenny Klippel) den Prinzen Alexander (Nikolai Radke).

Foto: Archiv/regios24/H. Landmann

Das Weihnachtsmärchen „Die kleine Meerjungfrau“ erfreut derzeit im Scharoun-Theater zahlreiche kleine und große Besucher – in zum Teil mehreren Aufführungen pro Tag. Eva Hieber hat Schauspieler, Regisseur, Techniker, Maskenbildner und weitere Menschen, die für den reibungslosen Ablauf des Märchens sorgen, um einen Einblick in den Märchen-Alltag gebeten. Zum Einstieg teilen die Hauptdarsteller, Jenny Klippel und Nikolai Radke, ihre Gedanken zum Stück.

Frau Klippel, können Sie sich mit der kleinen Meerjungfrau identifizieren?

Klippel : Auf jeden Fall. Es geht ja ums Erwachsenwerden, um Liebe und Unabhängigkeit, eigene Entscheidungen zu treffen. All das macht jeder irgendwann durch.

Finden Sie Michelles Entscheidung, für die Liebe zu dem Königssohn ihre Heimat hinter sich zu lassen, nachvollziehbar?

Klippel: Ja, wenn man wirklich verliebt ist, ist man zu fast allem bereit oder wie Serafina sagt: „Die Liebe ist das wunderbarste Gefühl, das es gibt, und man macht die größten Dummheiten seines Lebens.“

Bereits im vergangenen Jahr haben Sie die Prinzessin des Weihnachtsmärchens gespielt: Wären Sie gern auch mal die Böse?

Klippel: Ja, ich würde sehr gerne mal die Böse spielen. Aber natürlich ist es auch schön, eine Meerjungfrau zu spielen und von den Kindern bejubelt zu werden.

Wenn Sie an der Inszenierung ein Element ändern könnten – welches wäre das?

Klippel: Es wäre großartig, wenn wir Live-Musik hätten.

Herr Radke, Prinz Alexander, den Sie spielen, lässt sich von den weiblichen Figuren ziemlich die Sinne vernebeln. Würden Sie ihn manchmal gerne rütteln und zur Besinnung bringen?

Radke : Oh ja! Alexander folgt einzig und allein einem Traum, anstatt mal seine Augen zu öffnen und selbstständig zu handeln.

Glauben Sie, dass es für Michelle und Alexander gut ausgeht?

Radke : Wie ja bereits in den Wolfsburger Nachrichten treffend erwähnt, stellt sich die Frage, wie jemand sich in diesen Prinzen verlieben kann. Allerdings ziehen sich Gegensätze ja bekanntlich an: Eine gegen alle Widerstände zur Liebe strebende Frau könnte den unselbstständigen Prinzen aus seinem Trott befreien und viele neue Wege und Dinge aufzeigen, die gemeinsam erlebt werden können. Jede Liebe hat immer eine Zukunft.

Würde Alexander für Michelle seine Beine aufopfern und mit Fischschwanz im Meer leben?

Radke : Ja, mit Sicherheit. Aber es muss ihn jemand zu bringen, selbst eine Entscheidung zu treffen. Er braucht dringend einen Schubser.

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