Andrang auf Wohninsel Rügen und Co.

Wolfsburg  Der Tag der Architektur hat sich absolut in der breiten Öffentichkeit etabliert: Es gab allein in Wolfsburg 350 Interessierte.

Wohnen am Stadtwald – die Besonderheiten erläuterten (von links) Marco Moretti, Hilke Wach und Rainer Ottinger.

Wohnen am Stadtwald – die Besonderheiten erläuterten (von links) Marco Moretti, Hilke Wach und Rainer Ottinger.

Foto: regios24/Lars Landmann

Dreimal Wohnungsbau, zweimal Schule und einmal Freizeit – gleich sechs Projekte wurden am gestrigen Tag der Architektur – der 2017 bereits zum 22. Mal bundesweit veranstaltet wurde – präsentiert. Publikumsmagnet war die Neue Schule: Zur ersten Führung kamen mit 60 Personen doppelt so viele Besucher wie möglich. Kurzerhand teilten Architektin Kirstin Bartels aus Hamburg und Schulleiterin Helga Boldt die Zuhörer in zwei Gruppen. Insgesamt kamen in die Heinrich-Heine-Straße 140 Gäste.

„An Schultagen ist es herrlich zu beobachten, wie selbstverständlich sich die Schüler durch den Raum bewegen und diesen Ort auch annehmen“, lobte Bartels. Wohl nur einmal in Leben sei es einer Schulleiterin vergönnt, ein solches Projekt zu begleiten. „Das ist ein Geschenk“, sagte Boldt: „Es galt, ein Gebäude zu entwerfen, welches nicht nur für den Moment gebaut wird, sondern für viele, viele Schülergenerationen, die in den kommenden, mindestens 80 Jahren folgen werden.“

Und so sei ein „unheimlich kompakter dreigeschossiger Bau mit ganz viel Glas“ entstanden, der eine „Verzahnung von Stadt- und Landschafsraum ermöglicht“ und zugleich durchlässig ist. „Innen- und Außenraum bilden eine Einheit, hier ist nichts abgesperrt, alles ist offen und ordnet sich um das Herzstück in der Mitte mit Tribüne und Galerie an“, so die Architektin.

Dort, wo einmal das Freibad West stand, wurde das Wohnen am Stadtwald realisiert. Gleich 26 Interessierte ließen sich am Sonntagmorgen auf den Wohninseln Usedom, Rügen und Sylt den Wind um die Nase wehen – darunter auch Christian Klarhoefer: „Ich bin allgemein an Architektur interessiert, und mein Sohn ist auch Architekt.“

Architektin Anja Iffert aus Hannover und Investor Marco Moretti wiesen auf die Besonderheiten der Gebäude hin: „Wir haben hier einmal mit sichtbarem Betonband gearbeitet, mal ohne. Die Steine für die Außenfassade weisen drei verschiedene Längen auf, dadurch wird ein lebendiges Spiel der Formen erzeugt.“ Die einzelnen Inseln liegen bis zu 80 Zentimeter über dem übrigen Niveau, unter ihnen befinden sich Kellerräume und Tiefgaragen.

In Detmerode wurde der dritte und letzte Bauabschnitt der Neuen Burg präsentiert. In Fallersleben gab es das Projekt Wohnen am Glockenberg zu besichtigen. Am Schulzentrum Westhagen wurden die neu gestalteten Außenanlagen an der Halberstädter Straße vorgestellt. Für den Ruder-Club am Mittellandkanal baute das Büro Koller Heitmann Schütz ein Bootshaus mit 750 Quadratmetern Grundfläche, Umkleiden und angeschlossener Werkstatt für 60 Boote. „Wir haben die Baukostenkalkulation unterschritten und sind pünktlich fertig geworden – das soll uns mal einer nachmachen“, scherzte Vorsitzender Uwe Birnbaum. Zusammen zählten die Veranstalter – trotz Regens – 350 Zuhörer. „Der Tag der Architektur hat sich als baukulturelle Institution in der Öffentlichkeit etabliert“, freute sich Esther Orant vom städtischen Forum Architektur.

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