Verwaiste Landleben-Anlage soll Outdoor-Park werden

Wolfsburg  Ein Braunschweiger Büro hat die Projektentwicklung für das Vorhaben „Schöne Heide“ übernommen. Nächste Woche befassen sich die Ortsräte damit.

Aus dem einstigen Handwerkerdorf und späteren Romantik-Park soll ein Outdoor-Park werden! Wie exklusiv berichtet, gibt es nach jahrelangen vergeblichen Bemühungen um eine Zukunft für die Landleben-Anlage direkt an der Bundesstraße 188 nun konkrete Pläne, was aus dem Gelände werden soll. Grundlage dafür soll ein neuer Bebauungsplan sein.

Auf der Internet-Seite des Braunschweiger Büros „adp Thomas Funke GbR“ – tätig in den Bereichen Architektur, Design und Projektmanagement – ist das Vorhaben unter dem Punkt Projektentwicklung bereits gelistet. Titel: „Schöne Heide – Outdoor-Park in Wolfsburg“.

„Wir arbeiten bereits seit drei Jahren daran“, sagte Planungsbüro-Inhaber Thomas Funke am Donnerstag auf WN-Anfrage zu dem Projekt. Details zu dem ehrgeizigen Vorhaben wollte er aber unter Verweis auf die Sondersitzung der Ortsräte in der nächsten Woche zum jetzigen Zeitpunkt nicht nennen, um der ersten öffentlichen Präsentation nicht vorzugreifen.

Jedenfalls machen auf der Internet-Seite des Büros gelistete Projekte neugierig auf das, was für Wolfsburg kommen mag: So plant das Unternehmen zum Beispiel in Bad Harzburg das „Ettershaus Resort“ als Treffpunkt und Kurzurlaubsziel mit Hotel- und Apartmentanlagen für mobilitäts- und technikorientierte Gäste. „Als Schwerpunkt im Sport- und Freizeitbereich soll ein attraktives Angebot für Wanderer, Triathleten, Fahrradfahrer, Kletterer, Jogger, Golfer für den gesamten Harz und die Region entwickelt werden“, heißt es dazu beispielsweise. Elektromobilität ergänze die fußläufige Bewegung. Außerdem soll dort ein Spa mit Badelandschaft entstehen.

Ob einzelne Elemente dieses Harzer Projekts womöglich auch in Wolfsburg verwirklicht werden sollen, wird sich bei der Präsentation am 25. April zeigen. Der in der Verwaltungsvorlage enthaltene Projekt-Lageplan lässt unter dem dritten Baustein „Freizeit mit Sport & Natur und medizinisch-therapeutischen Angebote“ zumindest viel Raum für eine ganze Reihe von Ideen.

Die sind auch vonnöten, um die zusehends verfallende Anlage wieder flott zu machen. Seit der Schließung des Themenparks 2012 und der Eröffnung des Insolvenzverfahrens der damaligen Betreiber-Gesellschaft hatte sich Insolvenzverwalter Dr. Rainer Eckert aus Braunschweig immer wieder um Käufer bemüht – vielfach vergeblich. Doch wie Sachbearbeiter Markus Kohlstedt am Donnerstag auf WN-Anfrage berichtete, sei das städtische Erbpacht-Grundstück samt der Gebäude in Abstimmung mit dem involvierten Wolfenbütteler Bankhaus bereits Ende 2014 verkauft worden – freihändig, nicht im Zuge einer Zwangversteigerung, wie die WMG am Mittwoch mitgeteilt hatte. Allerdings komme der Kaufvertrag nur zum Tragen, wenn die entsprechenden Voraussetzungen geschaffen würden, zu denen ein neuer Bebauungsplan gehöre, so Kohlstedt. Er betonte: „Es würde mich freuen, wenn das nun in die Gänge käme.“

Darauf hofft auch Sabah Enversen, Vize-Vorsitzender im Aufsichtsrat der Wolfsburg Wirtschaft und Marketing GmbH, die das Konzept „Schöne Heide“ gemeinsam mit Stadt und Investor/Projektentwickler erarbeitet hat: „Das ist eine sehr positive Entwicklung, ich halte das für zielführend.“ Ein Hotel im unteren Segment sei für Wolfsburg eine gute Ergänzung, und die geplanten Ansiedelungen fehlten bisher in der Stadt.

Warmenaus Ortsbürgermeisterin Angelika Jahns appelliert an die Bürger: „Meine Bitte ist, dass möglichst viele an der Sitzung teilnehmen, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen und den Ortsräten Rückmeldung zu geben, was sie davon halten.“

Die Ortsbürgermeisterin berichtete übrigens, dass sie seitens der Stadtverwaltung habe klären lassen, dass die Landleben-Anlage zu fast 100 Prozent auf Warmenauer Gebiet angesiedelt ist – und nur ganz am Rande in Kästorf. Daher findet die öffentliche Sitzung der Ortsräte Brackstedt/Velstove/Warmenau und Kästorf/Sandkamp am Dienstag, 25. April, ab 18 Uhr auch im Warmenauer Dorfgemeinschaftshaus statt.

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