„Wir wollen keinen Boykott der Edeka-Märkte“

Wolfsburg  300 Menschen demonstrierten am Samstag im Detmeroder Einkaufszentrum für bessere Bedingungen bei Edeka.

Katharina Wesenick sprach bei der Kundgebung am Samstag auf dem Detmeroder Markt.

Katharina Wesenick sprach bei der Kundgebung am Samstag auf dem Detmeroder Markt.

Foto: regios24/Helge Landmann

Tarifbindung, gesunde Arbeitsverhältnisse und sichere Aussagen über die Zukunft der Edeka-Märkte – das fordert die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi von Edeka Hannover-Minden für die Märkte am Berliner Ring, in der Allerstraße, in Detmerode und in Lehre (WN berichteten). Ihren Forderungen verliehen gut 300 Demonstranten am Samstagmorgen auf dem Detmeroder Markt Nachdruck.

Die Probleme in den Märkten, die von Friedel Grimmann geführt werden, hängen laut Verdi-Gewerkschaftssekretärin Katharina Wesenick mit dem Vertriebsmodell zusammen, das Edeka praktiziert. „Die geben die Märkte an einzelne Händler ab und umgehen so die Tarifbindung. Auch gibt es kaum Betriebsräte. Edeka sagt den Händlern zwar, dass sie Regeln einhalten sollen, kontrolliert wird das aber nicht“, erklärte sie. Die Forderungen von Verdi richten sich deshalb an Edeka direkt.

Fritz Bartsch, der die Edeka-Filiale in Lehre leitet, erzählte später im Pressegespräch, wie die mangelnde Kontrolle im Alltag aussieht: „Wir haben seit 1999 dieselben Tiefkühltruhen. Die fallen regelmäßig aus, wir müssen Ware dann wegwerfen. Ich habe bei einem Umbau 2006 bereits um Austausch gebeten, aber nichts ist passiert.“ Dass die Kunden weiterhin kommen, ist Verdi aber wichtig. „Wir rufen nicht zum Boykott der Märkte auf“, erklärte Katharina Wesenick.

Vor Weihnachten hatte Verdi Edeka eine Petition mit ihren zentralen Forderungen übergeben, die von 132 der 220 betroffenen Mitarbeiter unterschrieben war. „Edeka hat reagiert. Allerdings heißt es, es gäbe keine Mängel. Das bestreiten wir. Sie wollen die vier Märkte halten. Das begrüßen wir. Außerdem hat Edeka versprochen, dass alle angefallenen Überstunden abgebaut werden können. Wie das bei der aktuellen Personaldecke zu machen ist, wissen wir aber nicht. Die Forderung nach Tarifbindung hat Edeka ignoriert.“

Übrigens: Nicht nur Verdi-Demonstranten hatten sich am Samstag vor dem Detmeroder Edeka-Markt versammelt. Dort stand auch eine andere Gruppe Mitarbeiter, die ein Schild hochhielt. Aufschrift samt Herz-Symbol: „Wir lieben unseren Chef!!!“

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