Ehmer Schule muss Neue ablehnen

Wolfsburg  Einerseits freie Kapazitäten, andererseits überfüllte Klassen: Die Situation an den Grundschulen Mörse und Ehmen entspannt sich 2013/2014 nicht.

Die Grundschule Mörse.

Die Grundschule Mörse.

Foto: regios24/Lars Landmann

Für dieses Schuljahr angemeldet sind laut städtischer Datenbank in Ehmen 57 schulpflichtige Kinder, in Mörse 26. Beide Schulen sind für zwei erste Klassen ausgelegt, haben also maximal 56 Plätze.

96 Prozent aller Ehmer Eltern meldeten ihr Kind im Ort an, sagt Ehmens Rektor Jan Wonszak. Diese Zahl zeige den guten Ruf der Schule. „Inzwischen stehen für 2013 schon vier Kinder auf der Warteliste, für dieses Jahr sind es sogar zehn“, so Wonszak – auch aus Ehmen selbst. Pflichtkinder, Geschwister und Kinder aus Ehmen hätten Vorrang, nennt er Aufnahmekriterien.

Eltern aus Ehmen-Ost werde geraten, Mörse zu wählen, doch es rege sich Widerstand. Auch Neu-Ehmer, die mit Kita und Schule vor Ort gelockt würden, ärgerten sich, wenn keine Plätze frei seien.

Mit den großen Klassen und der hohen Zahl an Ablehnungen sind die Eltern unzufrieden. Gegenüber Ortsbürgermeister Peter Kassel (CDU) und Ingolf Viereck (SPD) regte der Schulelternrat an, von zwei auf drei Züge zu erhöhen, die zwei Züge in Mörse aber zu belassen. Wonszak kann sich das vorstellen, hat es jedoch nicht zu entscheiden.

Der politische Konsens sieht laut Stadträtin Iris Bothe anders aus: „Alle Beteiligten wollten die im vergangenen Jahr verabredete Zweizügigkeit beider Schulen beibehalten.“

Eine ortsnahe Beschulung sei für alle Schüler möglich, sagt Mörses Schulleiter Rüdiger Golz, zugleich stellvertretender Ortsbürgermeister (PUG), der inzwischen schon mehr als 26 Anmeldungen zählt. Ihm zufolge will der Ortsrat zwei gleichwertige Angebote in Ehmen und Mörse. Ehmen sei nicht die einzige Grundschule, die wegen Kapazitätsgrenzen angemeldete Kinder ablehnen müsse. „Wenn die Eltern geschickt wählen, sind an beiden Schulen kleine Klassen möglich“, wirbt Golz für seinen Standort, der derzeit für den Ganztagsbetrieb weiter ausgebaut wird. Dass es nun einen sicheren Schulweg aus dem Baugebiet Kerksiek gebe, sei für die Eltern sehr wichtig gewesen.

Beide Standorte sollen dauerhaft Ganztagsgrundschulen bleiben, das sei das Ziel, so Viereck. Er hofft, dass die Investitionen die Mörser Schule attraktiver machen und sie sich profiliert. „Es kommen zwei Jahrgänge, wo es eng wird, aber wir hoffen auf die Einsicht der Eltern.“

„Wie stellen wir uns schultechnisch verlässlich für die nächsten Jahre auf?“ Das ist laut Kassel die entscheidende Frage. Zwar kann er die Wünsche der Eltern verstehen, die Zahlen lassen aber langfristig keine fünf Züge zu. Er will die Arbeit der Schulen unterstützen – etwa durch einen Shuttle-Service.

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