"Lärmschutz von der Politik verpennt"

Weiterbau der A 39: Bürgerinitiativen fordern Stadt zum Handeln auf – Beispiel Lüneburg angeführt

Elke Lemke, Lilli Klassen, Peter Weigang, Matthias Lemke und Wilhelm Lieven junior (von links) von den beiden Bürgerinitiativen beraten mit der A 39 im Nacken über ihr weiteres Vorgehen: Sie wollen für Fallersleben und Mörse Lärmschutz entlang der Wohngebiete an der Autobahn erkämpfen.   

Elke Lemke, Lilli Klassen, Peter Weigang, Matthias Lemke und Wilhelm Lieven junior (von links) von den beiden Bürgerinitiativen beraten mit der A 39 im Nacken über ihr weiteres Vorgehen: Sie wollen für Fallersleben und Mörse Lärmschutz entlang der Wohngebiete an der Autobahn erkämpfen.   

Foto: regios24/Helge Landmann

FALLERSLEBEN/MÖRSE. Die Planung für den Weiterbau der A 39 in Richtung Norden wird immer konkreter. Doch die Zwischenbilanz der Lärmschutz-Bürgerinitiativen westlich der Autobahn fällt drastisch aus: "Wir fühlen uns von der Stadt im Stich gelassen. Das Thema wird von der Wolfsburger Politik verpennt."

Wie exklusiv berichtet, hat die Ankündigung des Bundesverkehrsministers, mehr Lärmschutz an Autobahnen zu schaffen, den Bürgerinitiativen in Fallersleben und Mörse neuen Auftrieb gegeben. Stellvertretend für die Betroffenen fordern Matthias und Elke Lemke, Peter Weigang und Wilhelm Lieven junior aus Mörse sowie Lilli Klassen nun aber schnelles Handeln: "Die städtische Politik muss Druck machen."

Die Lärmschutz-Verfechter betonen, dass sie nicht gegen den Weiterbau der A 39 sind. "Aber aus der Politik setzt sich damit hier niemand auseinander", kritisiert Matthias Lemke und nennt als Gegenbeispiel das Vorgehen in Lüneburg: "Dort ist die Politik schon viel weiter. Dort setzt man sich zum Schutz der Bürger ein und hat beispielsweise erreicht, dass ein Tunnel gebaut wird."

Die beiden Bürgerinitiativen haben bei ihren Recherchen auf der Homepage der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr entdeckt, dass in Lüneburg aufwändige Schutzmaßnahmen für die Autobahn-Trasse geplant sind: "Umfangreicher Lärmschutz für Lüneburg" ist eine Presseinformation vom 9. Februar 2010 auf der Homepage der Landesbehörde überschrieben.

Elke Lemke erinnert an die Feier zur Fertigstellung des Kreisels am Mörser Knoten im November 2007, als Wilhelm Lieven senior Oberbürgermeister Rolf Schnellecke einen grünen Stein übergeben hatte: "Als symbolischen Stein im Brett, damit er nicht vergisst, dass wir hier Lärmschutz brauchen."

Für die Bürgerinitiativen ist der Oberbürgermeister eine "Schlüsselfigur": "Er wirbt massiv für den Weiterbau der Autobahn 39 nach Norden, beispielsweise über die Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg." Vom Autobahn-Ausbau profitiere nicht nur Wolfsburgs Wirtschaft insgesamt, sondern auch sein eigenes Unternehmen, die Schnellecke Group. Die Bürgerinitiativen fordern aber, dass nicht nur wirtschaftliche Interessen berücksichtigt werden, sondern auch die Lebensqualität der Menschen.

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