Zutritt verboten in der "Nachtschicht"

Farbige Studenten wurden vom Sicherheitsdienst der Diskothek abgewiesen – Angeblich falsch gekleidet

"HipHop-Outfit unerwünscht." Mit diesem Kommentar wiesen die Türsteher der Diskothek "Nachtschicht" eine Gruppe Wolfsburger Studenten am Wochenende ab. Arjan Leuschner befürchtet, dass nicht die falsche Kleidung, sondern die falsche Hautfarbe das Problem sei. Einige seiner Kommilitonen sind schwarz.

Am Freitag kurz vor Mitternacht treffen die Wolfsburger Studenten vor der Diskothek in der Porschestraße ein. Sie wollen feiern, Spaß haben – wie die übrigen Gäste auch. Zwei Bekannte warten bereits im Inneren der Diskothek auf sie. Doch für die Gruppe endet der Abend vor der Tür. Arjan Leuschner schildert den Vorfall: "Die Türsteher verwiesen auf die Kleiderordnung und ließen uns nicht rein."

Als wenig später ein weiterer Farbiger – nach Arjan Leuschners Worten "schick angezogen" – versucht, in die Diskothek zu kommen, wird auch er von den Sicherheitsleuten am Eingang zurückgehalten. Der Grund: sein Hut, ein Base Cap. "Uns wurde der Abend gründlich vermiest", schimpft der 25-jährige Student.

Für die Wolfsburger Nachrichten hat Gontran Ongouta noch einmal dasselbe Outfit wie am Freitag angezogen: weiße Turnschuhe, sportliches T-Shirt und eine weite Jeans. Sein Freund Arjan Leuschner gibt zu, dass die Kleidung für die Musikrichtung HipHop typisch sei. Aber: "Dort drinnen laufen viele so herum." Seiner Meinung nach ist die Kleiderordnung als Grund nur vorgeschoben. "Die Türsteher stempeln Schwarze in Wolfsburg automatisch als Kriminelle oder Drogendealer ab", ärgert sich der Wolfsburger.

Solche Vorwürfe gegen die Diskothek stehen nicht zum ersten Mal im Raum. Vor einem halben Jahr beschwerten sich ein Kenianer und ein Nigerianer, aus rassistischen Gründen am Eingang abgewiesen worden zu sein. Der Geschäftsführer Andreas Rohmert will sich auf WN-Anfrage zu den Vorwürfen allerdings nicht äußern.

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