Tag des offenen Denkmals

Denkmale in Wolfenbüttel öffnen ihre Türen

| Lesedauer: 6 Minuten
Blick auf die Seeliger Villa. Sie öffnet zum Tag des deutschen Denkmals am Sonntag, 11. September.

Blick auf die Seeliger Villa. Sie öffnet zum Tag des deutschen Denkmals am Sonntag, 11. September.

Foto: Privat

Wolfenbüttel.  Am Tag des offenen Denkmals sind Einblicke in Stadt und Kreis Wolfenbüttel in so manches Schatzkästchen möglich.

Zum „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag, 11. September, lassen sich wieder unzählige denkmalgeschützte Bauwerke und Stätten erkunden. Wir stellen beteiligte Bauwerke vor.

Seeliger Villa

Der namhafte Braunschweiger Architekt Constantin Uhde (1836-1905) hatte die Villa Seeliger für die Bankiersfamilie Seeliger als Familiendomizil auf der Bastion Lindenberg, einer historischen Fefestigungsanlage (den sogenannte Kasematten), entworfen und in den Jahren 1898/99 erbaut. Uhde gilt als „unübertrefflicher Klassizist“. Er griff beim Bau, wie schon bei anderen Arbeiten zuvor, auf die sogenannte Giebel-Renaissance zurück, jedoch in einer etwas freieren Handhabung dieser Formsprache.

Heute ist die Villa Sitz der Verwaltung der Landesmusikakademie und Musikland Niedersachsen wie der Geschäftsstelle des Landesmusikrats Niedersachsen. Im Mai 2021 hat sich noch das Standesamt der Stadt Wolfenbüttel, das vorübergehend aus seinem renovierungsbedürftigen Haus am Stadtmarkt ausziehen musste, als „Mitbewohner“ dazugesellt.

In der historischen Villa wird es stündlich Führungen geben. Sie werden abwechselnd von dem ehemaligen Bewohner der Villa Georg von Consbruch und Mitarbeitenden der Landesmusikakademie sowie des Standesamtes angeleitet. Neben der Gelegenheit zur Besichtigung bietet „Solferino“, der inklusive Cateringsservice des Deutschen Roten Kreuzes, vom Wintergarten der Villa aus Kaffee und Kuchen an und lädt damit zum Verweilen oder Verkürzen einer Wartezeit auf die nächste Führung. Bei schönen Wetter nach draußen auf das Aussichtsplateau, bei schlechtem nach drinnen in den Musiksalon.

Themenführungen DSD

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz teilt mit, dass am Tag des offenen Denkmals am Infostand vor dem Haus Stadtmarkt 11, um 14 Uhr eine Themenführung mit Klaus Wittchen durch Wolfenbüttel startet. Dabei entdecken die Teilnehmenden die schönen Fachwerkhäuser und verborgenen Innenhöfe der Altstadt.

Infotisch DSD

Der Infotisch der DSD vor diesem Haus ist der zentrale Anlaufpunkt des Tages des offenen Denkmals in Wolfenbüttel. Dort erhalten Besucherinnen und Besucher Infos darüber, wo und welche Objekte geöffnet sind, über Führungen, Radtouren und die entsprechenden Anfangs- und Öffnungszeiten. Weitere Infos gibt es über die Arbeit der DSD und besonders über die Jugendbauhütte Ostfalen.

Brink-Haus am Stadtmarkt 11

Führungen durch das Brink-Haus am Stadtmarkt 11 finden von 10.30 Uhr alle 60 Minuten bis 12.30 Uhr und von 14 Uhr alle 60 Minuten bis 16 Uhr statt.

Das schmale Haus

Geöffnet ist das „schmale Haus“ am Kleinen Zimmerhof von 10.30 bis 13 Uhr.

Prinzenpalais

Jörg Bansen führt durch das Kulturhaus Prinzenpalais von 11 bis 14 Uhr in drei Runden à 60 Minuten. Er zeichnet für die Restaurierung verantwortlich. Die Flächen sind zum Teil noch im Originalzustand von 1886. Gezeigt wird auch die Instrumentensammlung und die restaurirten Exponate des Hofmalers Heinemann von 1887. Ein Bach-Klavierkonzert erklingt dort um 17 Uhr, moderiert von Dr. Ulrich Thiele. Es musiziert Serra Tavsanli. 22 Euro pro Person.

Unter dem Festsaal wird im Prinzenpalais zur Zeit eine barocke Wohnung mit Hilfe junger Leute der Jugendbauhütte Ostfalen, das ist eine Organisation der Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD), saniert. Unter Anleitung eines studierten Restaurators erlernen sie die dafür notwendigen handwerklichen Fähigkeiten. Im Palais kann besichtigt werden, was bisher getan wurde und was bis zum Jahresende noch ansteht. Außerdem berichtet eine frühere Teilnehmerin von Ihren Erfahrungen. 11 Uhr. Dauer 4 Stunden.

Festsaal des Schlosses

Sebastian Mönnich führt von 10.30 bis 14.30 alle 2 Stunden für die Dauer von 45 Minuten durch den Festsaal des Schlosses Wolfenbüttel. Er berichtet, wie die Venus aus Groß Schwülper ins Schloss kam. Sie drohte dort heimatlos zu werden. 1965 beschloss man, das aus dem frühen 18. Jahrhundert stammende Herrenhaus der Adelsfamilie von Marenholtz abzureißen. Dadurch wäre auch das Deckengemälde „Der Triumph der Venus“ aus dem Festsaal verloren gegangen. Auf Initiative der Denkmalpflege und der Stadt Wolfenbüttel wurde das Gemälde zwischen 1973 und 1975 in das Wolfenbütteler Schloss überführt. Die Venus gewann somit eine neue Heimat und das Wolfenbütteler Schloss bekam einen neuen Festsaal.

Lessinghaus

Auf den Spuren von Gotthold Ephraim Lessing können Besuchende um 11 Uhr im Lessinghaus wandeln. Es führt Dr. Manuel Zink. Eine Anmeldung ist erforderlich telefonisch unter (05331) 808203 oder per E-Mail an kulturprg@hab.de.

Brauerei Germania

An der Marktstraße 3 kann in Wolfenbüttel die ehemalige Brauerei Germania von 11 bis 15 Uhr besichtigt werden. Hier steht die alte Trinkhalle im Mittelpunkt. An der Marktstraße 1 ist es der Eiskeller, der begangen werden kann. Auch die Remise an der Marktstraße 3a kann besichtigt werden. Geplant ist, im Garten Essen und Trinken anzubieten (kostenpflichtig). Während der Öffnungszeiten wird im Gewölbekeller zeitweise eine Geigerin spielen.

Niedersächsisches Landesarchiv

Das Niedersächsische Landesarchiv Wolfenbüttel öffnet von 11 bis 17 Uhr. Eine Ausstellung erklärt die Baugeschichte des Hauses und zeigt anhand von Zeichnungen, Modellen, historischen und aktuellen Fotos, welche Details sich erhalten haben und wie sich das Gebäude über die Jahrzehnte verändert hat. Führungen finden um 11.30 und um 15 Uhr statt. Wer mit offenen Augen und neugierigem Blick durch die Gänge und Räume läuft, entdeckt zahllose Details, die die Geschichte des Archivs zeigen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Archivs zeigen ihr Gebäude und erläutern seine Geschichte.

Rittergut Groß Denkte

Geöffnet ist auch das Alte Haus des Rittergutes Groß Denkte von 12 bis 18 Uhr. Ein Biergarten befindet sich auf dem Hof. Besuchende können sich ein Bild vom Baufortgang machen.

Fragen zum Artikel? Mailen Sie uns: redaktion.online-bzv@funkemedien.de