Feuerwehreinsätze

„Zwei Großbrände in Elm-Asse in so kurzer Zeit sind ungewöhnlich“

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Die Feuerwehrleute in der Samtgemeinde Elm-Asse mussten innerhalb kurzer Zeit zweimal zu Großbränden ausrücken.

Die Feuerwehrleute in der Samtgemeinde Elm-Asse mussten innerhalb kurzer Zeit zweimal zu Großbränden ausrücken.

Foto: Jörg Koglin / Archiv

Schöppenstedt.  Jan Fischer, Brandmeister der Samtgemeinde Elm-Asse, spricht über zwei Brandeinsätze, die die Feuerwehrleute sehr gefordert haben.

Zwei Großbrände beschäftigten die Freiwilligen Feuerwehren der Samtgemeinde Elm-Asse in den vergangenen knapp zwei Wochen. Zwei Mal waren die Feuerwehrleute gleich mehrere Stunden, wenn nicht sogar Tage an den Einsatzorten, um die Flammen zu löschen. „Dass zwei solch große Feuer uns innerhalb so kurzer Zeit beschäftigten, ist schon sehr ungewöhnlich“, bilanziert Gemeindebrandmeister Jan Fischer gegenüber unserer Zeitung.

Normalerweise werden die Feuerwehren von Schöppenstedt, Remlingen und Co. nur im Schnitt einmal im Jahr zu Großfeuern alarmiert, erzählt Fischer. In diesem Jahr scheint aber alles anders zu sein. Angefangen hat es im Februar mit dem Brand eines Abluftrohres in der Schöppenstedter Chemiefabrik „Surfactor“. Für mehrere Stunden waren zahlreiche Wehren der Samtgemeinde im Einsatz. 140 Feuerwehrleute waren sieben Stunden vor Ort.

In Schöppenstedt brennt ein Wohnhaus

„Weiter ging es mit einem Wohnhausbrand in Schöppenstedt. Auch dort waren wir lange gefordert“, erinnert sich Jan Fischer. Im März brannte ein Einfamilienhaus an der Uferstraße. Ein Kaminofen sei vermutlich der Brandauslöser gewesen. Ein Katze konnte nur noch tot geborgen werden.

Dann, am 3. Oktober, bricht in Hedeper ein Scheunenbrand aus. Etwa 4000 Rundballen Stroh standen in Flammen und die Scheune im Vollbrand. Feuerwehren aus Hedeper/Wetzleben, Roklum, Semmenstedt, Timmern, Remlingen und Groß Denkte waren die ersten eingesetzten Wehren vor Ort. „Dieser Einsatz war sehr kräftezehrend. Das Löschwasser musste herangeholt und die Pumpen bedient werden. Zudem dauerte das Löschen sehr lange“, so Fischer. Knapp sechs Tage kämpften die Feuerwehren gegen die Flammen.

Altreifenlager brennt in Schöppenstedt

Etwa zwei Wochen später werden die Einsatzkräfte wieder alarmiert. Dieses Mal brennen Altreifen in einem ehemaligen Wohngebäude in Schöppenstedt. Wieder sind die Feuerwehrleute stundenlang vor Ort. Wie gehen sie mit der anstrengenden Arbeit um? „Bei beiden Bränden waren wir mit vielen Einsatzkräften vor Ort. In Hedeper haben wir gesagt, dass nach spätestens zwölf Stunden das Personal ausgetauscht werden sollte. Manche Wehren haben das bereits nach drei Stunden gemacht, andere nach sechs Stunden. Je nachdem, wie es gerade passte“, berichtet Fischer.

In Hedeper war es die Dauer des Einsatzes, in Schöppenstedt die enorme Hitze, die die in Flammen stehenden Altreifen verursachten. „Die Kleidung war voll mit kleinen schwarzen Partikeln – verbrannte Gummireste, die durch die Luft flogen. Vor allem für die Kameraden mit Atemschutz war es anstrengend.“ Derartige Einsätze könne man nicht üben, sagt Fischer. „Brennende Reifen sind eh schlecht für die Umwelt.“

Familien unterstützen Feuerwehrleute in Elm-Asse

Und was sagen die Arbeitgeber der freiwilligen Feuerwehrleute, wenn ihre Mitarbeiter stundenlang im Einsatz sind? „Damit hatten wir bisher nie Probleme. Die meisten Arbeitgeber haben vollstes Verständnis und stellen den Mitarbeiter frei, wenn es gerade passt.“ sagt Fischer. Der Gemeindebrandmeister erklärt, dass die Samtgemeinde für den Verdienstausfall des Arbeitgebers aufkommt, wenn ein Mitarbeiter aufgrund eines Feuerwehreinsatzes ausfällt.

Und die Familien? Ist die Sorge groß, wenn die Mama oder der Papa zu solchen Großfeuern muss? „Teilweise sind ganze Familien in der Feuerwehr. Das gehört dann einfach dazu. Sicherlich gibt es aber Familien, wo die Sorgen groß sind. Das ist ganz unterschiedlich“, so der Gemeindebrandmeister. Dennoch hofft Fischer auf ein ruhiges Jahresende. Ein weiteres Großfeuer brauche er nicht, sagt er abschließend.

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