Asse-Zwischenlager bringt zusätzliche radioaktive Belastung

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Das Betriebsgelände des Salzbergwerks Asse II in Remlingen, in dem untertage schwach- und mittelradioaktiver Abfall eingelagert wurde. 

Das Betriebsgelände des Salzbergwerks Asse II in Remlingen, in dem untertage schwach- und mittelradioaktiver Abfall eingelagert wurde. 

Foto: Karl-Ernst Hueske

Wolfenbüttel.  Die „Überprüfung der Standortentscheidung ist kein Standorte-Vergleich“ kritisierten die Bürgerinitiativen des Asse-II-Koordinationskreises.

Voraussichtlich im zweiten Quartal 2021 sollen die weiteren Planungen für die Abfallbehandlungsanlage und das Zwischenlager für den schwach- und mittelradioaktiven Abfall aus dem maroden Salzbergwerk Asse II ausgeschrieben werden. Der Asse-Betreiber BGE favorisiert bekanntlich ein Zwischenlager direkt an der Asse. Darüber hinaus soll noch in diesem Jahr der endgültige Standort des für die Rückholung notwendigen Schachts Asse 5 festgelegt werden. Das teilte die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) als Asse-Betreiber vor einigen Tagen mit und forderte zudem die Bevölkerung auf, der BGE Vorschläge zu unterbreiten, was mit dem Gestein passieren soll, das beim Schachtbau herausgeholt wird, und wie Schäden an der Umwelt ausgeglichen werden können. Zu diesen Fragen wird die BGE im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung am 26. März eine Online-Konferenz durchführen.

Standortentscheidung wird nochmals beleuchtet

Kritik an dem Gespräch am 12. Februar zwischen Vertretern der BGE, des Bundes- und Landesumweltministeriums sowie Vertretern des Landkreises Wolfenbüttel zu einem möglichen Zwischenlagerstandort gab es jetzt vom Asse II – Koordinationskreis, in dem sich bekanntlich unabhängige Bürgerinitiativen gegen die Flutung des Atommüll-Bergwerks Asse II zusammengeschlossen haben. Nach dem unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführten Gespräch war bekanntgeworden, dass die Standortentscheidung für das Zwischenlager nochmals beleuchtet wird, aber die laufenden Arbeiten fortgesetzt werden. Das bestätigte auch BGE-Chef Stefan Studt. Es gehe bei der Prüfung um die Frage, ob die Entscheidung der BGE, ein Zwischenlager an der Asse zu errichten, von der Ableitung her richtig sei, ob die Entscheidung juristisch sauber zustande kam und ob diese Annahme nachvollziehbar sei und somit weiterverfolgt werden kann.

Kein richtiger Vergleich von möglichen Zwischenlager-Standorten

Die „Überprüfung der Standortentscheidung ist kein Standorte-Vergleich“, kritisierte nun der Asse-II-Koordinationskreis: „Bisher erfolgte kein fachlicher fairer Vergleich.“ Manfred Kramer von den Vahlberger Asse-Aktivisten erklärte dazu: „Festzustellen ist, dass das Ergebnis aus dem Gespräch weit hinter den Forderungen der Resolutionen zurück bleibt. Es sollen nur die bekannten und fehlerhaften Unterlagen nochmals geprüft werden. Die Forderung in den Resolutionen war aber ein Vergleich von Zwischenlagern auch an Asse-fernen Standorten.“

Heike Wiegel vom Verein AufpAssen gab zu bedenken: „Wenn ausgerechnet an der Asse eine Konditionierungsanlage und ein Zwischenlager errichtet werden, verlangsamt das die Rückholung des Atommülls erheblich und unnötig, da alle radioaktiven Belastungen vor Ort zu addieren wären und die Grenzwerte einzuhalten sind. Die Errichtung eines Zwischenlagers mit Atommüll-Konditionierungsanlage an der Asse würden zusätzliche radioaktive Belastungen für die Bevölkerung auf sehr lange Zeit mit sich bringen.“ Das würde einer möglichst schnellen Rückholung und der damit verbundenen Stilllegung des Bergwerks widersprechen.

Reicht ein Transportbereitstellungslager aus?

Andreas Riekeberg von www.asse-watch.de wies darauf hin, dass laut einer Studie für die Rückholung direkt an der Schachtanlage Asse II lediglich ein Transportbereitstellungslager erforderlich sei.

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