Helmstedter Trio auf Diebeszug in Wolfenbütteler Rossmann-Filiale

Wolfenbüttel.  Über 500 Euro Schaden hätte es für den Drogeriemarkt bedeutet, wenn die Helmstedter in Wolfenbüttel erfolgreich gewesen wären.

Kleine, teure Gegenstände wollten die drei Helmstedterinnen und Helmstedter stehlen.

Kleine, teure Gegenstände wollten die drei Helmstedterinnen und Helmstedter stehlen.

Foto: (Symbol) Boris Roessler / dpa

Wegen gewerblichen, gemeinsamen schweren Diebstahls mussten sich ein Mann und zwei Frauen vor dem Amtsgericht Wolfenbüttel verantworten. Für alle gab es Bewährungsstrafen. Im Januar dieses Jahres war das Trio in einer Rossmann-Filiale auf frischer Tat erwischt worden. Insgesamt hatten sie Waren im Wert von 512,63 Euro entwendet, hatten jedoch das Geschäft nicht unentdeckt verlassen können – die Polizei wartete auf sie. Der Wolfenbütteler Richter glaubte den Schilderungen des Helmstedters nicht – warum, lesen Sie hier.

Rossmann in Wolfenbüttel wurde zum Ziel der Diebe

Das in Helmstedt lebende Trio war in der Okerstraße vorgefahren und war auf ihren Diebeszug gegangen. Dank der Überwachungskameras im Laden wurde die Aktion entdeckt. Beim Verlassen des Lokals wurden sie bereits von der Polizei in Empfang genommen.

Zu ihrer Verhandlung Dienstagvormittag waren die beiden Frauen nicht erschienen. Sie ließen sich von ihren Anwälten vertreten. Der angeklagte Mann war voll geständig. „Was vorgelesen wurde, stimmt alles“, übersetzte der Dolmetscher. Er habe zum ersten Mal gestohlen.

Strafrichter Holger Kuhlmann schenkt dem Angeklagten keinen Glauben

Das Diebesgut sei für „seine Mädchen“ gewesen. Das nahm ihm Strafrichter Holger Kuhlmann nicht ab. Der 20-Jährige sei immer mal wieder zum Arbeiten in Deutschland, habe vier Kinder. Er entschuldigte sich dafür, gestohlen zu haben. „Anhand der Videoaufnahmen habe ich keinen Zweifel, dass sie gemeinschaftlich vorgegangen sind“, sagte Kuhlmann. „Das war kein Ladendiebstahl für den Eigenbedarf. Es wurden Dinge gestohlen, die klein und teuer waren und sich leicht verkaufen lassen“, so der Staatsanwalt. „Das bandenweise Vorgehen ist kein Kavaliersdelikt. Dadurch entstehen jährlich Schäden in Millionenhöhe für den Einzelhandel“, sagte er weiter. Er forderte schließlich sieben Monate auf Bewährung mit einer dreijährigen Bewährungsfrist.

Kuhlmann blieb mit seinem Urteil etwas unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Es lautete auf sechs Monate Haff auf Bewährung. „Das Vorgehen bei der Tat spricht dafür, dass dies nicht das erste Mal war. Die Art der Begehung und der Gesamtwert des Diebesgutes unterscheiden sich stark vom gewöhnlichen Ladendiebstahl“, sagte er. Angesichts der Tatsache, dass kein Schaden entstanden, der Angeklagte nicht vorbestraft war und ein Geständnis ablegte sowie sich entschuldigte, blieb es bei der Bewährungsstrafe. Für die beiden Frauen gab es in Abwesenheit Strafbefehle und ebenfalls mit Bewährungsstrafen von sechs und vier Monaten.

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