Aus für den Wolfenbütteler Weihnachtsmarkt

Wolfenbüttel.  Weil die Zahl der Neuinfektionen rasant steigt, wird der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr abgesagt.

Der Weihnachtsmarkt in Wolfenbüttel muss in diesem Jahr abgesagt werden.

Der Weihnachtsmarkt in Wolfenbüttel muss in diesem Jahr abgesagt werden.

Foto: Archivfoto: Maria Osburg

Der Wolfenbütteler Weihnachtsmarkt findet nicht statt. Das hat der Verwaltungsausschuss des Rates der Stadt am Donnerstag beschlossen. Die Zahl der Covid-19-Infektionen steigt weiter an. Aktuell sind 87 Menschen im Kreis Wolfenbüttel an dem Virus erkrankt. In der Seniorenresidenz Haus Curanum in Wolfenbüttel sind zwei Bewohner positiv getestet worden, teilt der Landkreis mit.

Die Coronazahlen in Stadt und Landkreis Wolfenbüttel

Seit Beginn der Pandemie hat es in Wolfenbüttel 343 Covid-19-Fälle gegeben. 242 Menschen sind inzwischen wieder gesund. Die Zahl der aktuell Erkrankten stieg von Mittwoch (72) auf Donnerstag (87) um 15 an. Der Inzidenzwert liegt jetzt bei 50. Das ist die Zahl der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Für Stadt und Kreis Wolfenbüttel bleibt die Ampel auf Gelb stehen. Bei 51 springt sie auf Rot.

Wenn der Inzidenz-Wert zwischen 35 und 50 liegt, sollte eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Diese Regelung gilt jeweils von 7 Uhr morgens bis 23 Uhr nachts und für folgende Straßen: Lange Herzogstraße, Bärengasse, Krambuden, Großer Zimmerhof und Löwenstraße. Liegt der Wert bei 51 und höher gilt dort eine Maskenpflicht.

Bürgermeister Thomas Pink begründet die Entscheidung

Die sprunghafte Entwicklung der Infizierten-Zahlen und die Konferenz der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten hätten am Ende deutlich gemacht, dass es schlichtweg nicht möglich sei, einen Weihnachtsmarkt zu veranstalten, so Thorsten Raedlein, Pressesprecher der Stadt Wolfenbüttel. „Wir können auf der einen Seite nicht verlangen, Kontakte zu beschränken, auf der anderen Seite aber zum gemütlichen Beisammensein auf den Weihnachtsmarkt einladen. Das passt leider nicht zusammen“, erklärt Bürgermeister Thomas Pink die Entscheidung.

Die Stadt wolle aber auch ein Zeichen setzen und die Innenstadt zumindest besonders stimmungsvoll gestalten, damit wenigstens die erforderlichen Einkäufe bei den großartigen Einzelhändlern der Stadt unter weihnachtlichem Flair erfolgen könnten. Natürlich mit Abstand und Alltagsmaske, so Pink weiter.

Weiterer Verdachtsfall in der Seniorenresidenz Haus Curanum

In der Seniorenresidenz Haus Curanum sei ein weiterer Corona-Verdachtsfall in Klärung, so Andree Wilhelm, Pressesprecher des Landkreises Wolfenbüttel. Am Mittwoch Nachmittag seien die Mitarbeiter der Einrichung getestet worden. Das Gesundheitsamt habe mehrere Quarantänen für Mitarbeiter ausgesprochen. Weitere Testungen der Bewohner seien geplant. Die Einrichtung informiere derzeit alle Bewohner sowie deren Angehörige über die aktuelle Situation. Ein Besuch im Haus Curanum sei für Angehörige derzeit nicht möglich.

Abrufbar sind noch immer Mittel aus dem Solidarfonds, den Stadt und Landkreis im Schulterschluss mit der Unternehmerfamilie Mast ins Leben gerufen hatten. Der Solidarfonds Wolfenbüttel hatte bereits in der ersten Corona-Welle vielen betroffenen Firmen helfen können und war auch über den gesamten Sommer für Antragstellungen erreichbar. Der Solidarfonds ist nach wie vor finanziell auf die im November eintretenden Folgen vorbereitet, die durch die Unternehmens-Schließungen bedingt sind.

Der Solidarfonds ist in Wolfenbüttel weiter aktiviert

Anträge können von den Betroffenen eingereicht werden. Vorrangige staatliche Hilfen sind aber zuvor abzurufen. „Unabhängig vom Solidarfonds werden wir mit den Gastronomen der Stadt in Kontakt treten, um zu sehen, wo wir jetzt kurzfristig und effektiv helfen können“, unterstreicht Pink. Um vor allem für eine Wiedereröffnung im Dezember vorbereitet zu sein, möchte der Bürgermeister mit den hiesigen Gastronomen erörtern, welche städtischen Maßnahmen und Unterstützungen für sie hilfreich sein könnten.

Corona im Landkreis Wolfenbüttel- Die Fakten auf einen Blick

Weitere Informationen zum Solidarfonds Wolfenbüttel, die erforderlichen Formulare und Hinweise zum Antrag sowie weitere wichtige Informationen für Unternehmer und Gewerbetreibende sind auf der Internetseite der Stadt unter www.wolfenbuettel.de/coronahilfe abrufbar. Diese Informationen werden in Kürze an die voraussichtlich ab Anfang November geltenden neuen Regelungen und staatlichen Fördermöglichkeiten angepasst.

Und hier die Pressemitteilung der Stadt Wolfenbüttel zum Weihnachtsmarkt in voller Länge:

„Der Wolfenbütteler Weihnachtsmarkt kann in diesem Jahr leider nicht stattfinden. Am heutigen Donnerstag, 29. Oktober 2020, wurde dies nach intensiven Beratungen im Verwaltungsausschuss der Stadt beschlossen. Zuvor hat das Veranstaltungsmanagement über Monate versucht, den Weihnachtsmarkt, immer wieder angepasst an die jeweilige Corona-Lage und die damit verbundenen Landesverordnungen, vorzubereiten. Doch die sprunghafte Entwicklung der Infizierten-Zahlen und die gestrige Konferenz der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten hat am Ende deutlich gemacht, dass die Durchführung eines Weihnachtsmarktes schlichtweg nicht möglich ist. Zu groß wären die erforderlichen Restriktionen aufgrund der derzeitigen Infektionslage. Insbesondere die erhebliche zahlenmäßige Begrenzung der Gästezahl auf dem Platz sowie umfangreiche und zu überwachende Hygienemaßnahmen verbunden mit intensiven ordnungsrelevanten Vorkehrungen machen es unmöglich, den Markt zu veranstalten! Und es gibt noch einen weiteren, sehr wichtigen Grund: ,Wir können auf der einen Seite nicht verlangen, Kontakte zu beschränken, auf der anderen Seite aber zum gemütlichen Beisammensein auf den Weihnachtsmarkt einladen. Das passt leider nicht zusammen’, erklärt Bürgermeister Thomas Pink die Entscheidung. Natürlich sei diese weder der Verwaltung noch der Politik leicht gefallen, aber in der aktuellen Situation sei der Verzicht auf Vergnügungsveranstaltungen das Gebot der Stunde. ,Wir sind derzeit am Scheideweg angelangt, wie sich die Situation in den bevorstehenden Wintermonaten entwickeln wird. Wir sehen ja, wie schnell die Zahlen in den vergangenen 14 Tagen angestiegen sind, das können wir nicht ignorieren. Mir ist bewusst, dass die Maßnahmen, die nun ergriffen werden, unangenehm sind, aber was ist die Alternative. Einfach weitermachen, wie bisher und dann feststellen, dass unser Gesundheitssystem es nicht mehr bewältigen kann? Ich bin daher überzeugt, dass die diesjährige Adventszeit Gelegenheit gibt - quasi zurück zu den christlich - kulturellen Werten unseres Landes, zu finden. Einmal in dieser fürchterlichen Zeit darüber nachzudenken, wie es nach Corona weitergeht, wie jeder Einzelne etwas beitragen kann, damit sich diese derzeitige Situation wieder deutlich entspannt und wie vor allem die tatsächlich oder manchmal auch nur gefühlt Starken dieser Gesellschaft die wirklich Schwachen jetzt schützen können! Wir schützen, indem wir solidarisch jetzt einmal verzichten: auf Partys, auf unnötige Kontakte und Zusammenkünfte, auf nicht erforderliche Reisen! Eben auf alles, was unser bisheriges Leben so schön gemacht hat und was jetzt sehr häufig die Wurzel für diese Entwicklung war und noch ist. Bitte bleiben Sie daher, wenn möglich, zuhause, reduzieren Sie die Schlagzahl Ihrer ansonsten berechtigten Ansprüche an ein selbstbestimmtes Leben, mit Feiern und Zusammenkünften in der Adventszeit! Vielleicht gewinnen wir dadurch ja doch noch ein paar Tage mit festlicher und angemessen fröhlicher Stimmung in unserer Stadt, wenn alle diese Maßnahmen greifen sollten. Es liegt an jedem von uns’, sagt Thomas Pink. Die Stadt will aber auch ein Zeichen setzen und die Innenstadt zumindest besonders stimmungsvoll gestalten, damit wenigstens die erforderlichen Einkäufe bei den großartigen Einzelhändlern der Stadt unter weihnachtlichem Flair erfolgen können. Natürlich mit Abstand und Alltagsmaske. ,Zum Abschluss: selbstverständlich lebt unsere Demokratie vom sachlichen und auch intensiven Streit um die besten Lösungen. Selbstverständlich müssen wir über Maßnahmen und Regelungen kontrovers diskutieren. Nur dieses fürchterliche Virus lässt nicht mit sich reden. Ich appelliere daher an Sie, die kommenden November-Wochen diszipliniert und verzichtend die jetzt beschlossenen Maßnahmen mitzutragen, um sich selbst, aber auch die Mitmenschen zu schützen und nicht die große Chance zu verspielen, wie im Frühjahr aus dieser zweiten Welle halbwegs unbeschadet herauszukommen. Ich würde mir auch wünschen, wenn die Lockerungs- und Öffnungsschreihälse für diese ,paar Tage’ Einhalt geben, um diese Maßnahmen wirken zu lassen. Und, liebe Wolfenbüttelerinnen und Wolfenbütteler geben Sie bitte nichts auf die Verschwörungstheoretiker und Spalter der Gesellschaft - bleiben Sie rational und solidarisch!“

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