Gehäkelte Kunst zu Asse und Atommüll in Wolfenbüttel

Wolfenbüttel.  Das Projekt in der Kommisse erhielt viel Unterstützung. Mehr als 100 Menschen machten mit. Das Projekt geht weiter

Die Künstlerin Stefanie Woch (von links) und die Organisatorinnen Sabine Resch-Hoppstock und Sabine Baumann haben die bunte Häkel-Installation in der Kommisse zuwege gebracht.

Die Künstlerin Stefanie Woch (von links) und die Organisatorinnen Sabine Resch-Hoppstock und Sabine Baumann haben die bunte Häkel-Installation in der Kommisse zuwege gebracht.

Foto: Frank Schildener / BZV

Ein gehäkeltes Waldbodengewächs ist in der Kommisse entstanden. Es ist Teil einer Installation, die auf die Asse als Landschaft und als Atommülllager aufmerksam machen will. Mittwochabend wurde die Ausstellung eröffnet.

Unter dem Titel „Assefadenfindung“ haben die Künstlerin Sabine Woch, Kunstwissenschaftlerin Sabine Baumann und Sabine Resch-Hoppstock bereits Anfang des Jahres ihr „Häkelprojekt“ ins Leben gerufen. „Trotz des Lockdowns im Frühjahr haben sich über 100 Menschen häkelnd oder strickend an dem Projekt beteiligt“, freute sich Baumann anlässlich des Pressegespräches vor der Vernissage in der Kommisse.

Die Idee sei in der Bundesakademie für Kulturelle Bildung entstanden, erklärte Baumann. Durch Fotos von einem australischen Häkelprojekt entstand die Idee, ein Projekt hierzulande mit dem Höhenzug der Asse im Mittelpunkt umzusetzen.„Uns ist wichtig, auf die Asse als landschaftlich schöner Höhenzug aufmerksam zu machen und gleichzeitig die Probleme mit dem Atommüll im ehemaligen Salzbergwerk im Blick zu haben“, berichtete Baumann.

Häkeln sei zudem eine Kulturtechnik, die viele noch beherrschen würden. Auf das perfekte Beherrschen des Häkelns kam es dabei nicht an. „Jeder hat mit seinen Fähigkeiten etwas gemacht“, erläuterte Woch.

Und jeder sollte mitmachen können. Von Kindergärten bis zu demenzkranken Senioren reichte die Spanne der teilhabenden Künstler. Durch Online-Workshops während des pandemiebedingten Lockdowns im Frühjahr waren Menschen über die Grenzen des Landkreises und Niedersachsens hinaus dabei. In der Installation ist die Schönheit der Asse als Landschaft mit ihren vielen Arten wieder zu finden. Sie bildet den Höhenzug in seiner Länge ab, zeigt gehäkelte Pflanzen und Tiere in den unterschiedlichsten Ausführungen.

Im Hintergrund prangt das große „Aufpassen-A“ der Asse-Aktivisten über strahlend gelben Hinweisen auf den Atommüll. Daneben ein Stapel giftgelber Fässer in einer Holzkiste, darüber Bäume. Der Atommüll ist da, wird deutlich sichtbar gemacht.

Das Projekt ist noch bis zum 22. Oktober in der Kommisse zu sehen. Danach soll es an anderer Stelle weitergehen, sofern die Pandemie-Situation dies zulässt. Träger des Projektes ist der Awo Kreisverband, größter Unterstützer ist die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz. Stadt, Landkreis, sowie das Familienministerium mit seinem Programm Demokratie leben haben das Projekt ebenfalls gefördert.

Infos: www.assefaden.de; Öffnungszeiten: Mo.-Fr. 15-18 Uhr, Sa + So 11-17 Uhr

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