Fehlalarme durch Rauchmelder nehmen in Wolfenbüttel zu

Wolfenbüttel.  Fehlalarme durch Rauchmelder nehmen in Wolfenbüttel zu. Ortsbrandmeister Sven Dost gibt Tipps, wie man reagieren soll, wenn man den Piepton hört.

Wolfenbüttels Ortsbrandmeister Sven Dost kontrolliert den Rauchmelder in den Wolfenbütteler Redaktionsräumen.

Wolfenbüttels Ortsbrandmeister Sven Dost kontrolliert den Rauchmelder in den Wolfenbütteler Redaktionsräumen.

Foto: Karl-Ernst Hueske

Seit 2012 sind sie in Neubauten und seit 1. Januar 2015 in jedem Haushalt Pflicht, aber noch nicht überall aufgehängt: Rauchmelder sollten inzwischen in jedem Wohn- und Kinderzimmer sowie in jedem Fluchtraum hängen, denn sie können Leben retten, so Wolfenbüttels Ortsbrandmeister Sven Dost. Der 40-jährige Feuerwehrchef weiß: „Bei Bränden verbrennen die Menschen meistens nicht, sondern sie sterben durch das Einatmen giftiger Gase.“ Und Rauchmelder können die Menschen vor gefährlichen Bränden warnen. Sie reagieren mit einem schrillen Piepton, wenn Brände entstehen, so dass die Menschen den Brand noch selbst löschen können oder noch rechtzeitig ihre Wohnung oder ihr Haus verlassen können.

Der positive Effekt der frühzeitigen Warnung hat inzwischen allerdings auch einen schalen Beigeschmack bekommen. Es gibt immer häufiger auch Fehlalarme für die Feuerwehr, die durch Rauchmelder ausgelöst werden. So musste die Ortswehr Wolfenbüttel vor einigen Tagen zum geschlossenen Bildungszentrum des Landkreises in der Harzstraße ausrücken, weil im ersten Obergeschoss aus unerklärlichen Gründen ein Rauchmelder angegangen war. Den Zutritt zum Gebäude konnte sich die Feuerwehr nur durch das Aufbrechen der Eingangstür verschaffen. Im Bereich der Campestraße nahmen einige Tage später Passanten das Piepen eines Rauchmelders wahr. Die Feuerwehr rückte an, hatte aber zunächst Schwierigkeiten, den Rauchmelder genau zu orten. Entdeckt wurde das aufgrund eines Defekts piepende Gerät schließlich auf der Baustelle eines Sanierungsobjektes.

Sven Dost sieht derartige Fehlalarme allerdings noch gelassen: „Lieber zu 10 Einsätzen wegen ausgelöster Rauchmelder ausrücken als einen Toten, der durch einen Rauchmelder vor dem Tod hätte bewahrt werden können.“ Er hat auch noch keine negativen Kommentare von Feuerwehrkameraden gehört, wenn sie ausrücken mussten, weil ein Rauchmelder angegangen ist. Nur, wenn sie häufiger wegen Fehlalarme zur gleichen Stelle fahren müssen, dann sind auch Feuerwehrmitglieder genervt.

Im vergangenen Jahr absolvierte die Ortswehr Wolfenbüttel 553 Einsätze, davon 228 Brandeinsätze. 50 Mal wurde die Feuerwehr zum Einsatzort gerufen, weil ein Rauchmelder reagiert hat. Wie viele Fehlalarme darunter waren, das wurde bisher nicht registriert.

Der Ortsbrandmeister empfiehlt Passanten, wenn sie den schrillen Ton eines Rauchmelders hören, bei einem Einfamilienhaus zunächst zu klingeln, um die Bewohner zu warnen, oder sofort die Feuerwehr zu alarmieren, wenn sie nicht genau ermitteln können, aus welcher Wohnung der Piepton kommt. Auf jeden Fall sollte man sofort reagieren, wenn man den schrillen Piepton hört und nicht zum Beispiel erst, wenn einen der Ton beim Einschlafen stört. Dann könnte nämlich schon wertvolle Rettungszeit verstrichen sein.

Dost empfiehlt allerdings nur die Verwendung geprüfter Geräte mit Prüfkennzeichen, die auf Wärme oder Rauch reagieren. Diese Geräte reagieren normalerweise nicht, wenn unter ihnen ein Mann oder eine Frau eine Zigarette raucht. Bei Zigarren und E-Zigaretten kann das allerdings schon aufgrund der enormen Rauchentwicklung ganz anders aussehen. In Küchen sollte man auf keinen Fall Rauchmelder aufhängen.

Und er empfiehlt die Geräte mindestens einmal im Jahr zu reinigen und die Batterien zu überprüfen, um Fehlalarme zum Beispiel durch Staub zu vermeiden.

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