Post aus New York für Wolfenbütteler Museum

Wolfenbüttel.  Die 98-jährige Laura Eppy hat sich per Brief beim Museum Wolfenbüttel bedankt. Schüler hatten den Nachlass ihrer Familie aufgearbeitet.

Laura Eppy in ihrer Wohnung in New York.

Laura Eppy in ihrer Wohnung in New York.

Foto: Privat

Die heute 98 Jahre alte Laura Eppy ist die Tochter des im November 1938 in die USA emigrierten jüdischen Arztes Siegfried Kirchheimer. Sie bedankte sich nach Angaben der Stadt mit Fotos beim Wolfenbütteler Museum für ein außergewöhnliches Projekt im Bürger-Museum.

Schüler des damals elften Jahrgangs der Henriette-Breymann-Gesamtschule hatten im vergangenen Jahr im Bürger-Museum Wolfenbüttel den Nachlass der Familie Kirchheimer aufgearbeitet. Zu sehen ist Eppy in ihrer New Yorker Wohnung mit einem handgeschriebenen Schild „Vielen-Vielen Dank! Your Laura Eppy“.

Projekt der Breymann-Gesamtschule

In einem sechs Monate dauernden Schülerprojekt hatte sich die Henriette-Breymann-Gesamtschule mit der Biografie von Siegfried Kirchheimer und der Verfolgung der Familie durch die Nationalsozialisten beschäftigt. Damals war sie unter dem Namen Lore Kirchheimer nur mit ihrem Vater mit dem Linienschiff „SS Manhattan“ am 17. November 1938 von Bremerhaven aus in die USA geflohen, die übrigen Familienmitglieder konnten Deutschland erst 1941 verlassen, heißt es weiter.

Zur Gedenkveranstaltung anlässlich des 70. Jahrestages zur Reichpogromnacht 1938 hatten die acht Schüler der IGS mit ihrer Lehrerin Beate Schulz die Vitrine des Bürgerarchivs gestaltet. Zu sehen waren Telegramme, die in der Zeit der jahrelangen Trennung unter den Familienmitgliedern Kirchheimer verschickt worden waren: Fotos, Briefe Siegfried Kirchheimers (unter anderem an die Kaisertochter und die Braunschweiger Herzogin Viktoria Luise), Glückwünsche des damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan und viele weitere persönliche Dokumente.

Der frühere deutsche Außenminister Siegmar Gabriel hatte die kleine Ausstellung im Bürger Museum am Gedenktag besucht und sich mit den Jugendlichen unterhalten.

Dauerausstellung im Bürger-Museum

Die Geschichte der Familie Kirchheimer wird in der Dauerausstellung des Bürger-Museums in Form von Objekten, Dokumenten, einer Hörstation in Deutsch und Englisch und im Bürgeralbum präsentiert.

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