TIW zieht sich von geplantem Coworking-Projekt am Exer zurück

Wolfenbüttel.  Eigentlich wollte das Technische Innovationszentrum eine Halle auf dem Wolfenbütteler Campus zu Gemeinschaftsbüros für Kreative und Start-ups umbauen.

Ein Büro teilen, aber nicht denselben Arbeitgeber haben. Selbstständig und trotzdem in Gesellschaft sein. So sieht eines der Zukunftsmodelle der Arbeitswelt aus. Das sogenannte Coworking ist auch ein Thema für hiesige Kommunen (Symbolbild).

Ein Büro teilen, aber nicht denselben Arbeitgeber haben. Selbstständig und trotzdem in Gesellschaft sein. So sieht eines der Zukunftsmodelle der Arbeitswelt aus. Das sogenannte Coworking ist auch ein Thema für hiesige Kommunen (Symbolbild).

Foto: Nicolas Armer / dpa

Neue Arbeitsorte und damit auch neue Formen der Arbeit, die in deutschen Großstädten bereits auf dem Siegeszug sind, sollen auch in Wolfenbüttel Einzug halten. Das setzte sich der Landkreis vor zwei Jahren zum Ziel. 2017 tauchte verstärkt das Wort „Coworking“ in den Ausschüssen auf. Eine Form der Zusammenarbeit, bei der sich verschiedene Arbeitnehmer, Selbstständige und Start-ups ein Büro teilen, Internet, Telefon und Besprechungsräume gemeinsam nutzen und auch die Vorteile der Gesellschaft genießen.

Das Projekt „Coworkland“ der Heinrich-Böll-Stiftung machte das Zukunftsmodell im Kreis in diesem Jahr bekannter. Drei Monate lang tourte ein mobiler Coworking-Container in und um Wolfenbüttel.

Ursprünglich war angedacht, dass zunächst auf dem Hochschulcampus am Exer in Wolfenbüttel ein Coworking Space entstehen soll. Dafür sollte die Halle 37, die dem Technischen Innovationszentrum (TIW) gehört, umgestaltet werden. Doch diesen Plan hat das TIW offenbar aufgegeben. Einer Pressemitteilung des Vereins zufolge, soll dort nun kein Coworking Space entstehen. Diese Halle an der Ostseite des Exer ist denkmalgeschützt, darf also nicht abgerissen werden.

„Wir hatten sogar schon ein komplettes Konzept inklusive Förderzusagen“, werden Vorstandsvorsitzender Wolf-Rüdiger Umbach und Geschäftsführerin Carola Weitner-Kehl zitiert. Der Zukunftsfonds Asse habe sich mit 1,5 Millionen Euro beteiligen wollen, außerdem Stadt und Landkreis Wolfenbüttel mit jeweils 100.000 Euro.

„Doch obwohl das ein schönes Projekt ist, haben wir davon Abstand genommen“, heißt es weiter. Denn trotz günstiger Finanzierung wäre ein Unsicherheitsfaktor geblieben für das TIW: „Das Bauherrenrisiko.“ Was dort für unangenehme Überraschungen im Untergrund der ehemaligen Kaserne (Baujahr: 1936) warten würden, wisse niemand. Bauzeit und Baukosten seien stets unsicher.

„Es ist Am Exer noch keinem einzigen Architekten gelungen, innerhalb seiner Kostenschätzung zu bleiben“, wird Umbach zitiert, der einst die Übergabe der Immobilie aus dem Besitz der englischen Armee in die zivile Nutzung begleitet hatte. „Ein solches Risiko können und wollen wir dem Verein nicht aufbürden – schließlich haben wir viel geschafft auf dem Weg des Schuldenabbaus.“ Er plädierte für eine kleine Lösung in mehreren Räumen Am Exer 10, wenn dort 2020 ein Großmieter auszieht.

Der Verein wollte sich zum aktuellen Stand der Planungen gegenüber unserer Zeitung nicht äußern.

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