Migranten in Wolfenbüttel fotografieren ihr Leben

Wolfenbüttel.  Die Ausstellung ist jetzt in der Okeraue und ab nächstem Montag im Rathaus zu sehen. 31 Fotos sind in den Räumen zu sehen.

Mit einer Performance eröffneten die Bewohner ihre Ausstellung in der Gemeinschaftsunterkunft Okeraue.

Mit einer Performance eröffneten die Bewohner ihre Ausstellung in der Gemeinschaftsunterkunft Okeraue.

Foto: Udo Starke

Mit einer kurzen Performance führten Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft Okeraue, in der zurzeit rund 150 Menschen leben, die geladenen Gäste ein in das kulturpädagogische Beteiligungsprojekt „Peut-être – Peut-être“. Unter der Leitung geschulter Mitarbeiter des Theaterpädagogischen Zentrums für Braunschweig entstanden 31 Fotos, die in verschiedenen Räumen ausgestellt sind. Das Projekt wird gefördert von der Stadt Wolfenbüttel und der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz. Involviert ist auch das Kinder- und Familienzentrum Karlstraße. Die Einrichtung gibt es seit November 2015. Die Fotografien beschäftigen sich mit dem Alltag in der Flüchtlingsunterkunft und zeigen unter anderen Situationen vor der Tür, des Außengebäudes, Wäsche an der Leine, Detailaufnahmen in den Zimmern oder einfach nur Türen.

Ziel soll es sein, Außenstehende in die Lebenssituation zu involvieren. Es soll die Situation und das Umfeld, die hier vorherrschen, zeigen, und man soll sich damit auseinandersetzen – inhaltlich und formell. Denn zu den Bildern wurden auch teilweise gemeinsam kleine Texte verfasst, manche haben die Teilnehmer alleine geschrieben.

„Wir wollen ein kulturelles, künstlerisches und ästhetisches Bildungsprogramm bieten, um einen Austausch herzustellen“, erläuterten Frederik Postulat und Laura Dettling, die beide die kulturpädagogische Leitung des auf ein Jahr anlegten Projekts haben. Mit im Boot sitzt zudem Swetlana König, die für die fotografische Leitung verantwortlich zeichnet. „Die entstandenen Fotos und Texte sollen Ideen zur Integration in eine multikulturelle Gesellschaft aufzeigen“, sagte Postulat.

Die Türen wurden nun für geladene Gäste geöffnet. Weiteres Streben ist es laut Postulat, sich weiter nach außen zu öffnen in die Stadt hinein. Bei der Aktion wird das Medium Foto genutzt, um aus einem eigenen Blickwinkel das Leben der Bewohner zu dokumentieren und vor allem zu zeigen. Um professioneller arbeiten zu können, wurden Spiegelreflexkameras gestellt, um das beste „Werkzeug“ für gute Fotos zu haben. Dafür gab es einen extra Workshop „Fotografie“. Postulat zog ein positives Fazit: „Die Ziel, die künstlerische Auseinandersetzung mit der Thematik, ist erreicht.“ Die gelungene Ausstellung wandert von der Okeraue ins Wolfenbütteler Rathaus und wird dort einer breiten Öffentlichkeit gezeigt. Sie läuft vom 18. Februar bis einschließlich 29. März.

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