Neues Bahn-Ticket: Wie Pendler künftig profitieren können

Berlin.  Die Deutsche Bahn bietet ein Ticket für Pendler im Homeoffice an. Bahncard-Besitzer erhalten zudem eine freiwillige Entschädigung.

Maskenpflicht in Bus und Bahn

In ganz Deutschland gilt nun im Nahverkehr Maskenpflicht. Außerdem ist das Tragen einer einfachen Mund-Nase-Bedeckung in fast allen Bundesländern in Geschäften vorgeschrieben. Ziel ist es, die Ausbreitung des Coronavirus zu hemmen.

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Viele Pendler können künftig bei der Bahnfahrt von und zur Arbeit Geld sparen. Die Deutsche Bahn bringt ein neues Ticket für Stammkunden heraus, die zeitweilig auch im Homeoffice ihrer Arbeit nachgehen.

Das so genannte 20-Fahrten-Ticket bietet innerhalb eines Monats entsprechend viele Fahrten für eine festgelegte Verbindung. Wenigstens ein Teil der Strecke muss mit einem Fernverkehrszug zurückgelegt werden. „Die Arbeitswelt entwickelt sich“, sagt Fernverkehrschef Michael Peterson, „wir halten Schritt.“

Bahn bietet Pendler-Ticket an: Kunden können bis zu 33 Prozent sparen

Bei diesem Ticket besteht keine feste Zugbindung. Buchen können es Kunden ausschließlich online unter der Webadresse www.20-fahrten-bahn.de. Verfügbar ist es für beide Wagenklassen. „Viele fahren nicht mehr jeden Tag zu ihrem Arbeitsplatz“, erläutert Peterson, „sondern arbeiten einen oder zwei Tage von zuhause aus.“

Das Ticket macht sich im Portemonnaie der Fahrgäste deutlich bemerkbar. Es ist nach Unternehmensangaben bis zu 33 Prozent günstiger als eine Zeitkarte für dieselbe Strecke.

Pendler-Ticket ab Juli zu buchen

Angeboten wird das Ticket bundesweit auf allen Strecken, für die die Bahn Zeitkarten verkauft. Erstmals nutzen können die Fahrgäste das 20-Fahrten-Ticket ab dem 13. Juli 2020. Das Angebot gibt es zunächst für ein Jahr. Am 13. Juni 2021 kann es letztmalig erworben und bis spätestens 11. August 2022 eingesetzt werden.

Gebucht werden kann es bis zu 30 Tage vor dem ersten Gültigkeitstag. Übertragbar ist es nicht. Die Pendler müssen den Personalausweis parat haben, um sich bei einer Kontrolle als Besitzer des Tickets auszuweisen.

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Pro Monat sind nur zehn Hin- und Rückfahrten möglich

Ein kleiner Minuspunkt ist, dass es Fahrscheine für Einzelfahrten sind. Innerhalb eines Monats sind damit also nur zehn Fahrten ins Büro und zurück möglich.

Interessierte Kunden sollten also erst einmal ausrechnen, ob sich diese Offerte für sie finanziell tatsächlich lohnt. Auch können Kunden das Pendler-Ticket nicht stornieren. Einen Rabatt für Bahncard-Besitzer ist nicht vorgesehen. Es gibt nur Punkte für das Bonusprogramm des Unternehmens.

BahnCard-Kunden erhalten Gutscheine

Für Stammkunden mit BahnCard hat die Deutsche Bahn eine weitere gute Nachricht. Da viele Fahrgäste die Züge durch die Corona-Krise nicht wie gewohnt nutzen konnten, schreibt die Bahn ihnen einen Teil der Kosten für die Rabattkarte gut.

Besitzer einer BahnCard 25 erhalten als freiwillige Leistung einen Gutschein von zehn Euro in der zweiten Klasse. Inhaber einer BahnCard 50 können sich über einen Reisegutschein im Wert von 50 Euro freuen. Die Besitzer einer Netzkarte erhalten 1000 Euro gutgeschrieben.

Durch die Krise gingen die Fahrgastzahlen um bis zu 90 Prozent zurück

Kulanz zeigt die Bahn auch für Kunden, die eine Reise vor dem 13. März gebucht haben, die vor dem 4. Mai stattfinden sollte – und die diese Reise dann nicht angetreten konnten. Ihr Fahrschein wird gegen einen Reisegutschein eingetauscht oder kann bis Ende Oktober als Ticket in jedem Zug weitergenutzt werden.

Mit all diesen Angeboten will die Deutsche Bahn wieder an die letztjährigen Rekordzahlen beim Passagieraufkommen anknüpfen. Durch Corona ging die Auslastung der Züge zeitweilig um 90 Prozent zurück, die Eisenbahngewerkschaft EVG warnte bereits vor einem Personalabbau. Inzwischen normalisiert sich der Verkehr allmählich wieder, mit seiner Bahn-App warnt das Unternehmen aktuell vor vollen Zügen. An den zurückliegenden Feiertagen lag die Auslastung der Züge etwa bei der Hälfte der Fahrgastzahlen des vergangenen Jahres.

Die Bahn hat vom Bund in der Krise Milliardenhilfen erhalten. Die Bahntochter Schenker kam dagegen ohne Hilfe durch die Krise – und setzt auf Innovationen.

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