Der User soll beim Geschäftsmodell helfen

Ein TU-Student schnuppert im Silicon Valley Gründergeist – für unsere Region.

Professor Reza Asghari (von links), Stipendiat Michael Sackmann (aus den USA zugeschaltet per Skype) und Unternehmer Richard Borek.

Professor Reza Asghari (von links), Stipendiat Michael Sackmann (aus den USA zugeschaltet per Skype) und Unternehmer Richard Borek.

Foto: GIDEON ROTHMANN / BestPixels.de

Braunschweig. Im Silicon Valley ist es 7.30 Uhr, Michael Sackmann erst vor wenigen Tagen in Kalifornien gelandet. Doch dem Studenten der TU Braunschweig ist beim Skype-Telefonat keine etwaige Müdigkeit anzumerken. Vielleicht beflügelt ihn bereits der Gründergeist an der Stanford-Universität, wo er nun ein halbes Jahr lang für seine Masterarbeit forscht.

Sackmann ist der neue Silicon-Valley-Stipendiat des Entrepreneurship-Hubs von TU und Ostfalia-Hochschule, das Gründer-Zentrum der beiden Hochschulen. Der 27-Jährige ist bereits der vierte junge Forscher aus unserer Region, der in den USA die dortige Gründerkultur untersuchen soll.

An talentierten Studenten und noch besseren Ideen als in Amerika mangelt es in den Augen von Reza Asghari, dem Leiter des Hubs, nicht in unserer Region. Aber am Ökosystem, in dem die Gründungsideen auf fruchtbaren Boden fallen – noch. Die Stipendiaten sollen untersuchen, wie das Ökosystem des Silicon Valley funktioniert, um Anregungen für unsere Region abzuleiten.

Sackmann will in seiner Masterarbeit herausfinden, wie sich mithilfe von „Design Thinking“ in einer Start-up-Umgebung möglichst schnell Geschäftsmodelle entwickeln lassen. Beim „Design Thinking“ soll Hand in Hand mit dem Nutzer – dem User –, der im Mittelpunkt steht, Neues entwickelt werden, wie der 27-Jährige erklärt. Er kann seine Masterarbeit nun am Geburtsort des Ansatzes schreiben.

Finanziert wird das Stipendium zum zweiten Mal von der Richard-Borek-Unternehmensgruppe, die die regionale Gründerszene aufmischen will. Geschäftsführer Richard Borek fördert zurzeit zudem wieder sechs Gründerteams. Leif Scheppelmann von „CoTech“ zum Beispiel arbeitet mit seinen beiden Mitstreitern an einer Verschlüsselung für Smartphones per Chipkarte. Der 24-Jährige ärgert sich, dass es in Deutschland schlecht im Lebenslauf wirke, wenn es ein Gründer nicht geschafft hat mit seiner Idee.

Asghari und Borek wollen das ändern. Der neue Gründergeist soll unter anderem durch das „Start-up-Weekend“ entstehen, das Borek vom 21. bis 23. September zum zweiten Mal anbietet.

Was unsere Region vom Silicon Valley lernen kann, ist in den Augen des neuen Stipendiaten vor allem Offenheit für Innovationen, für alles, was neu und anders ist. „Das fällt hier als erstes auf.“ Außerdem: die gute Vernetztheit der Szene.

Die erlebte auch sein Vorgänger Pascal Milfeit: „Ich bin um 13 Uhr angekommen und um 20 Uhr mit den ersten Visitenkarten nach Hause gegangen – mit dreien habe ich heute immer noch Kontakt.“ Der Stipendiat des vergangenen Jahres arbeitet inzwischen im Entrepreneurship-Hub.

Nebenbei ist er dabei zu gründen.

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