Energiekosten

Strompreis 2022: Entstehung, Entwicklung und Prognosen

| Lesedauer: 3 Minuten
Smart Home: Gas und Strom Zuhause sparen

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Ein Smart Home spart Strom, versprechen viele Anbieter. Stimmt das wirklich?

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Berlin.  Der Strompreis ist zuletzt stark gestiegen. Doch wie entsteht er eigentlich und was sind aktuelle Prognosen? Die wichtigsten Infos.

Wenn es um die Heizung geht, gibt es in Deutschland eine Vielzahl von Energieträgern: Seien es Öl oder Gas, Holzpellets oder nachhaltige Alternativen wie Erdwärme.

Bei der Elektrizität sieht es anders aus: Jeder Haushalt ist auf Strom angewiesen – die Strompreise sind daher für nahezu alle Menschen in Deutschland relevant. Wir haben in diesem Artikel die wichtigsten Informationen zu deren Entstehung, der aktuellen Entwicklung und verschiedenen Prognosen für Sie zusammengefasst.

Wie entsteht der Strompreis?

Der Preis pro kWh Strom setzt sich bei jedem Anbieter aus verschiedenen Faktoren zusammen, weshalb die Preise von Region zu Region mal mehr und mal weniger voneinander abweichen können. Die Faktoren sind:

  • Stromsteuer (2,05 Cent/kWh)
  • Umsatz- oder Mehrwertsteuer (19 Prozent)
  • Konzessions­abgabe an die Kommunen
  • KWK-Umlage (finanziert Strom aus Kraft-Wärme-Koppelung)
  • § 19 Umlage (entlastet Industrie bei Netzentgelten)
  • Offshore-Netzumlage (finanziert Netz­anbindung von Offshore-Wind­parks)
  • Kosten für Erzeugung und Vertrieb
  • Netzentgelte, Messung, Abrechnung – die Kosten für den Stromtransport

Allein die Steuern, Umlagen und Abgaben machen nach Informationen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) heute etwa 29 Prozent des Strom­preises aus.

Netzentgelte machen Berichten von Vergleiche.de zufolge rund 22 Prozent des Strompreises pro kWh aus – die eigent­liche Strom­erzeu­gung und die Beschaf­fung fallen beim Preis pro kWh mit circa 49 Prozent zu Buche. Daher ist auch der Gestaltungsspielraum der Stroman­bieter auf den Preis recht beschränkt, da ein Großteil des Preises von Abgaben, Umlagen und Entgelten bestimmt wird.

Wie hat sich der Strompreis in Deutschland zuletzt entwickelt?

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs sind die Energiepreise in Deutschland deutlich gestiegen. Das zeigt der Vergleich zum Vorjahr.

Doch auch schon vor 2022 war bei den Strompreisen ein klarer Trend nach oben zu beobachten. In den vergangenen fünf Jahren sind die durchschnittlichen Neukundenpreise pro Kilowattstunde (kWh) kontinuierlich gestiegen. Unsere Tabelle beruht auf Daten des Vergleichsportals "Verivox".

Jahr Strompreis pro kWh
2022 39,92 Cent
2021 30,73 Cent
2020 29,36 Cent
2019 29,51 Cent
2018 27,82 Cent

Strompreis aktuell: Wie viel eine kWh Strom am 1. Dezember kostet

Wie viel kostet Strom im Moment? Den aktuellen Strompreis pro kWh vom 1. Dezember finden Sie in unserem tagesaktuellen Serviceartikel.

Prognosen: Wie wird sich der Strompreis entwickeln?

Wie sich die Energiepreise entwickeln, lässt sich nicht immer genau vorhersagen. Noch vor einem Jahr hätte wohl kaum jemand mit einer solchen Preisexplosion gerechnet, wie sie in den vergangenen Monaten zu beobachten war. Dennoch gibt es einige Experten, die sich intensiv mit dem Strompreis auseinandersetzen und vorhersagen wagen.

Einige von ihnen, darunter das Schweizer Beratungsunternehmen "Prognos", rechnen mit weiter steigenden Preisen. Langfristig sei zwar unter den richtigen Umständen mit sinkenden Kosten zu rechnen – bis es so weit ist könnte es aber noch Jahre dauern. (fmg)

Dieser Artikel erschien zuerst bei morgenpost.de.

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