Gesundheit

Wärmekissen im Test – Sieger punktet mit spezieller Funktion

| Lesedauer: 6 Minuten
Bei Wärmekissen wie dem von Testsieger Stoov lässt sich bequem die Temperatur regeln.

Bei Wärmekissen wie dem von Testsieger Stoov lässt sich bequem die Temperatur regeln.

Foto: Stoov / PR / Stoov

Berlin.  In der dunklen und kalten Jahreszeit versprechen Heiz- und Wärmekissen Kuschel-Komfort. Wir haben fünf Modelle unter 100 Euro getestet.

Rückenschmerzen sind in Deutschland ein Volksleiden. Nur bei Erkältungskrankheiten liegt die Anzahl der Krankschreibungstage derzeit höher. Ein schmerzender Rücken lässt sich vielfältig behandeln – etwa mit Wärme. Ein Grund dafür, dass sich sogenannte Heiz- oder Wärmekissen großer Beliebtheit erfreuen. Es lassen sich damit aber auch Bauchschmerzen, ein verspannter Nacken und müde Beine „behandeln“ oder für prompte Wärme an kühlen Orten sorgen.

Wie gut sich solche Kissen bewähren, hat IMTEST, das Verbrauchermagazin der FUNKE Mediengruppe, ermittelt. Im Testlabor wurden dafür fünf Kissen zwischen 29,99 Euro und 89,95 Euro geprüft.

Heizkissen im Test: Wie warm werden die Kandidaten?

In den 1960er- und 1970er-Jahren wurden Heizkissen nach einiger Zeit noch richtig heiß. So sehr, dass man sie dann nicht mehr lange auf Bauch, Nacken, Armen oder Rücken liegen lassen konnte, ohne Angst haben zu müssen, sich zu verbrennen. Heute passt die Bezeichnung Wärmekissen hingegen viel besser. Denn aktuelle Produkte erwärmen sich in der Regel auf angenehme 40 bis deutlich warme 65 Grad Celsius.

Alle Kissen aus dem Test haben gemein, dass sie auch über einen längeren Zeitraum auf den schmerzenden Körperstellen verbleiben können. Mit Ausnahme des Ploov vom Hersteller Stoov schalten alle Testkandidaten nach 90 Minuten automatisch ab – beim akkubetriebenen Ploov ist erst Schluss, wenn der Akku leer ist. Alle Kissen bieten eine Regulierung der Temperatur per Schalter. Dabei ist die Wärmesteuerung nur beim Medisana-Kissen nicht beleuchtet, was eine Regulierung bei Dunkelheit erschwert.

Oberfläche: Von gemütlich bis etwas steif

Das SHK 28 von Sanitas stammt wie auch Beurers HK 35 von der Hans Dinslage GmbH mit Sitz im 64 Kilometer von Ulm entfernten Uttenweiler. Im Test erwärmte sich das sehr flauschige, aber etwas steife Sanitas sehr zügig und kam auf eine sehr hohe maximale Oberflächentemperatur von 61,3 Grad.

Mit einer maximalen Oberflächentemperatur von 45,3 Grad könnte das Beurer HK 35 im Gebrauch sehr gern etwas wärmer sein. Es schmiegt sich allerdings gut an viele Körperstellen an. Sein Kunststoffbezug fühlt sich dabei jedoch nicht sehr angenehm an – besser, wenn sich zwischen Kissen und Haut noch ein Kleidungsstück befindet.

Die Oberfläche des Bedsure SS02 fühlt sich sehr kuschelig an. Die Stärken des zudem sehr anschmiegsamen und mit 60 mal 30 Zentimeter vergleichsweise langen Kissens bestehen darin, sich dank des mitgelieferten Gurts gut an Bauch oder Rücken anlegen zu lassen. Und: Es bietet mit 61,8 Grad Celsius die höchste Oberflächentemperatur im Test.

Wärmekissen: Ein Modell heizt mit Akku

Mit Bezug fühlt sich das etwas steife H2 200 von Medisana deutlich angenehmer an als ohne. Mit einer gemessenen Maximaltemperatur von 46,4 Grad ist das Kissen gerade so noch warm. Wer sich nach mehr Wärme sehnt, bekommt im Lieferumfang einen Kirschkernkissenbezug inklusive. Darin findet nicht nur das Heizkissen Platz, zusätzlich kann das Kirschkernkissen auch in einer Mikrowelle aufgewärmt werden.

Im Gegensatz zu den anderen Testkandidaten ist das Ploov vom niederländischen Hersteller Stoov ein Unikum: Es wird nicht nur per Kabel mit Strom versorgt, sondern bezieht seine Energie über einen Akku. Das hat den Vorteil, dass sich das Ploov beispielsweise auch im Auto oder im Zug unabhängig von einer Stromquelle nutzen lässt.

Außerdem passt es richtig gut zwischen Stuhl- oder Sessellehne und Rücken. Dort sorgt es für wohlige Wärme. Wer einen schmerzenden Nacken hat, kann sich einfach auf das Ploov legen. Bei den anderen Kandidaten muss hierfür – will man nicht zu flach liegen – ein Kissen untergeschoben werden.

Sicherheit geht vor: So wurde getestet

Die elektrische Sicherheit der Wärmekissen hat das Testlabor Obe­ring, Berg & Lukowiak aus dem ostwestfälischen Hüllhorst getestet. Die Prüfungen wurden in Anlehnung an die Anforderungen der DIN EN 60335-1 zum Ermitteln der Sicherheit elektrischer Geräte für den Hausgebrauch durchgeführt.

Dabei wurden unter anderem die Oberflächentemperatur bei einer Umgebungstemperatur von 25 Grad Celsius und der Strom an berührbaren Teilen im Betrieb gemessen. Bei jedem Kissen wurde zudem eine Hochspannungsprüfung durchgeführt. Alle Kissen haben diese Tests bestanden.

Fazit: Welches Wärmekissen überzeugt im Test?

Das akkubetriebene Ploov von Stoov punktet mit angenehmer Wärmeabgabe und einer idealen Form zum Platzieren zwischen Rücken und Stuhllehne. Das günstige Bedsure SS02 überzeugt mit guter Platzierungsmöglichkeit an Bauch und Rücken.

1. Platz: Ploov – Stoov / Siegel: IMTEST Testsieger 11/2021

  • Preis: 89,95 Euro
  • Das einzige „echte“ Kissen im Test wird über einen Akku mit Energie versorgt. So kann es auch mit zum Campen, in Bahn oder Auto.
  • + Passt sehr angenehm zwischen Stuhllehne und Rücken.
  • - Das Bedienmodul ist etwas scharfkantig; Kratzer am Rücken möglich.
  • Ergebnis: gut 2,0

2. Platz: SS02 – Bedsure / Siegel: Preis-Leistungssieger 11/2021

  • Preis: 29,99 Euro
  • Das kuschelige Kissen vom britischen Hersteller deckt mit seinen Maßen 60 x 30 cm bei Bedarf große Bereiche des Körpers ab.
  • + Lässt sich gut um den Bauch wickeln und per Klettgurt fixieren.
  • - Sehr wackeliges Bedienmodul, hier wurde am falschen Ende gespart.
  • Ergebnis: gut 2,1

2. Platz: SHK 28 – Sanitas

  • Preis: 64,99 Euro
  • Sehr flauschige Oberfläche. Als einziges Kissen im Test schmiegt sich das Sanitas-Kissen auch gut an nackte Hautpartien.
  • + Der Temperatur-Schalter bietet eine gute Wärme-Regelung.
  • - Das Kissen lässt sich nicht gut an Schulter oder Nacken platzieren.
  • Ergebnis: gut 2,1

4. Platz: HS 200 – Medisana

  • Preis: 59,95 Euro
  • Durch eine Kombination von elektrischem Heizkissen und Kirschkernkissen bietet das Medisana-Kissen eine langanhaltende Wärme.
  • + Kirschkernkissen-Bezug fürs Erwärmen in Mikrowelle geeignet.
  • - Etwas steifes Kissen; Oberfläche ohne Bezug nicht sehr angenehm.
  • Ergebnis: gut 2,2

5. Platz: HK 35 – Beurer

  • Preis: 37,99 Euro
  • Der nach Oeko-Tex-Standard gefertigte Bezug des Beurer lässt sich abnehmen und bei 30 Grad in der Maschine waschen.
  • + Das Beurer-Kissen heizt schnell hoch; es wird deutlich warm.
  • - Der Kunststoffbezug fühlt sich nicht sehr angenehm an.
  • Ergebnis: gut 2,4

Fragen zum Artikel? Mailen Sie uns: redaktion.online-bzv@funkemedien.de

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