VfL-Frauen: Doppelter Schock in Freiburg

Wolfsburg/Freiburg.  Alexandra Popp hat sich in Freiburg womöglich schwer verletzt. Dann kassieren Wolfsburgs Bundesliga-Fußballerinnen das 1:1 – in der Nachspielzeit.

Wolfsburgs Kapitänin Alexandra Popp muss verletzt vom Spielfeld getragen werden. Kurz darauf kassierte der Doublesieger auch noch in Freiburg das 1:1 – in der fünften Minute der Nachspielzeit.

Wolfsburgs Kapitänin Alexandra Popp muss verletzt vom Spielfeld getragen werden. Kurz darauf kassierte der Doublesieger auch noch in Freiburg das 1:1 – in der fünften Minute der Nachspielzeit.

Foto: BEAUTIFUL SPORTS/G. Hubbs / imago images

Wie gebraucht dieser Tag für die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg am Ende gewesen sein wird, dürfte sich erst in den kommenden Tagen zeigen. Denn erstmals nach fast zwei Jahren hat die Mannschaft von Trainer Stephan Lerch in der Bundesliga gegen einen anderen Gegner als Dauerrivale FC Bayern München Federn gelassen. Ein Punktgewinn gegen Wolfsburg war zuletzt der SGS Essen gelungen (0:0 am 18. Dezember 2018). Doch das 1:1 (0:0) durch einen Treffer in der fünften Minute der Nachspielzeit war nicht der einzige Punkt, der für Sorgenfalten bei den Verantwortlichen sorgte. Gleich zwei späte Schockmomente hatte der Doublesieger in Freiburg wegzustecken.

Denn in der 84. Minute musste Alexandra Popp verletzt vom Platz getragen werden. Die VfL-Kapitänin hatte sich infolge eines Luftzweikampfs am rechten Fuß verletzt, Sanitäter trugen sie vom Feld, eine Diagnose steht noch aus. Mit einem bandagierten Fuß konnte sie zumindest die Heimreise mit antreten. „Das mit Poppi war für uns ein kleiner Schock. Wir müssen erst mal gucken, was dabei herauskommt. Sie hat wohl eine Fußverletzung“, sagte Lerch. „Ich bin enttäuscht, traurig und sauer“, gab Zsanett Jakabfi einen Einblick in ihre Gefühlswelt – und meinte die Gemengelage mit Blick auf die Verletzung sowie das späte Gegentor.

Bremers schwere Verletzung vom Mittwoch noch im Hinterkopf

Die Verletzung der Anführerin wiegt vor allem deshalb schwer, weil diese englische Woche schon von einer schweren Verletzung überschattet worden war. Am Mittwoch beim 4:0 gegen Sand hatte sich Pauline Bremer verletzt, am Freitag wurde ein Kreuz- und Innenbandriss bei ihr diagnostiziert, der auch das Saisonaus bedeuten könnte.

Bremer und vielleicht auch Popp sind nicht die einzigen Offensivspielerinnen, auf die der VfL langfristig verzichten muss. Ewa Pajor wird nach ihrer Knieverletzung erst im neuen Jahr zurückerwartet, Fridolina Rolfö wird nach ihrer Gehirnerschütterung ganz behutsam auf ihr Comeback vorbereitet.

Joker Jakabfi belebt das Offensivspiel

Noch bitterer machte diesen Nachmittag, dass die Wolfsburgerinnen den Sieg nicht über die Zeit retteten. Sie waren wieder einmal das bessere Team, hatten gute Chancen, doch der Ball wollte nicht so recht über die Linie. Fast hätte Freiburg den Spielverlauf in der ersten Halbzeit auf den Kopf gestellt, doch Sandra Starke traf nach 29 Minuten nur die Latte.

Jakabfi belebte in der zweiten Hälfte das Offensivspiel des VfL, für den die Neuzugänge Karina Saevik und Shanice van de Sanden ihr Startelfdebüt gaben. Und nach Vorarbeit von Popp sorgte die Ungarin auch in der 70. Minute für die überfällige wie verdiente Führung.

Lerch nimmt 1:1 „zum großen Teil auf meine Kappe“

Bis zum Schluss währte die aber nicht. Wohl noch getroffen vom Schock durch die Verletzung ihrer Kapitänin und obendrein in Unterzahl, weil Lerch sein Wechselkontingent bereits ausgeschöpft hatte, traf Hasret Kayikci noch ganz spät per Kopfball zum glücklichen Ausgleich. Angepfiffen wurde nicht mehr. Lerch nahm das 1:1, das sich für ihn „wie eine Niederlage“ anfühlte, „zum großen Teil auf meine Kappe“. Den fünften Wechsel, so der Coach, habe er in der 81. Minute zu früh vorgenommen und seiner Mannschaft damit „einen Bärendienst erwiesen. Es kann immer mal eine Verletzung passieren. Es ist meine Aufgabe, das im Kopf zu haben.“ Jetzt hoffen sie beim VfL, dass sich Popp zumindest nicht ganz so schwer verletzt hat.

Spiel kompakt

SC: Nuding – Karl (83. Wensing), Steuerwald, Stegemann, Vojtekova – Minge – Müller (85. Memeti), Kayikci, Starke, Bürger (63. Wittje), Hoffmann.

VfL: Kiedrzynek – Blässe (64. Rauch), Goeßling (81. Hendrich), Janssen, Wedemeyer – Engen (46. Jakabfi), Oberdorf – van de Sanden (64. Wolter), Huth (77. Dickenmann), Saevik – Popp.

Tore: 0:1 Jakabfi (70.), 1:1 Kayikci (90.+5).

Gelbe Karten: Vojtekova / –.

Schiedsrichterin: Kathrin Heimann (Gladbeck).

Zuschauer: 500.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder