VfL-Frauen: Lerch lobt „Schritt nach vorne“

Wolfsburg.  Wille, Spiel über die Außen – die Entwicklung, die die Bundesliga-Fußballerinnen des VfL Wolfsburg nehmen, sieht ihr Trainer positiv.

So soll’s bestenfalls laufen: Svenja Huth (nicht im Bild) hatte geflankt, Kapitänin Alexandra Popp (3. v. l.) per Kopf vollendet. So fiel am Mittwoch das 1:0 gegen Sand. Wolfsburgs Coach Stephan Lerch sieht Fortschritte bei seiner Elf, die sich erst einmal hatte finden müssen.

So soll’s bestenfalls laufen: Svenja Huth (nicht im Bild) hatte geflankt, Kapitänin Alexandra Popp (3. v. l.) per Kopf vollendet. So fiel am Mittwoch das 1:0 gegen Sand. Wolfsburgs Coach Stephan Lerch sieht Fortschritte bei seiner Elf, die sich erst einmal hatte finden müssen.

Foto: Darius Simka / regios24

Viel hatte sich auf personeller Ebene bei den Fußballerinnen des VfL in diesem Sommer getan, sogar mehr als den Verantwortlichen lieb gewesen ist. Als Speerspitze seien der vom VfL nur missmutig gebilligte Transfer von Superstar Pernille Harder zum FC Chelsea und dann noch die genannt. Wolfsburg reagierte, setzte unter anderem mit der Verpflichtung von ein Zeichen. Dass dieser neu formierte Kader Zeit benötigen würde, war klar. Coach Stephan Lerch sieht sein Team aber nach fünf Siegen in fünf Spielen auf einem guten Weg, wie er nach dem 4:0 im Heimspiel gegen den SC Sand befand.

Eins zu eins zu ersetzen sind Abgänge wie Verletzte, zu denen auch Fridolina Rolfö gehörte, die nach ihrer Gehirnerschütterung am Mittwoch aber erstmals wieder trainierte, nicht. Es musste sich erst finden. Dass die Wolfsburgerinnen dabei ohne größere Störgeräusche fünf Siege bei 17:1 Toren einfuhren, spricht einmal mehr für die große Qualität beim VfL, allerdings auch im Vergleich zu den meisten anderen Bundesligisten.

VfL-Entwicklung positiv – trotz vergebener Chancen

Wenn sie sich beim VfL nach zwei 4:0-Siegen angesichts des engen Kopf-an-Kopf-Rennens mit dem FC Bayern München über zahlreiche ausgelassene Chancen ärgern, dann ist das löblich. Am Ende aber – so lange die Siegesserie anhält – ist es natürlich ein Luxusproblem.

Und so betont Lerch die gute Entwicklung, die seine Elf zuletzt genommen hat. „Ich finde“, sagt der VfL-Trainer, „man kann eine Entwicklung sehen – besonders diesen Willen, diese Motivation und diesen Hunger, nach vorne zu spielen und den Druck hochzuhalten. Ich denke, dass wir da einen Schritt nach vorne gemacht haben.“

Bei den VfL-Frauen sind nun andere Lösungsansätze gefragt

Der Coach, der im kommenden Jahr bei den Wolfsburgerinnen nach dann vier Jahren aufhören wird, ist einer, der akribisch daran tüftelt, die Statik des VfL-Spiels konstant zu verbessern. Der 36-Jährige sucht nach immer neuen Lösungen, um die Abwehrbollwerke der Liga zu knacken. Mit der kaum vom Ball zu trennenden Harder ging das oft ganz gut durch die Mitte, die pfeilschnelle Pajor konnten die Mitspielerinnen immer steil schicken. Ohne sie sind nun andere Lösungen gefragt.

Lerch präferiert aktuell das Spiel über außen. Vor allem dann, wenn Gegner wie Sand seiner Mannschaft auf den Flügeln viel Platz lassen, um das Zentrum kompakt zu halten. „Bei dem Thema, mehr über die Außen zu spielen, sind wir auf einem guten Weg. Leider ist das noch nicht immer vom nötigen Erfolg gekrönt, aber die Bälle kommen in die Box.“

Kapitänin Popp gefällt ihre neue, alte Rolle vor des Gegners Tor

Gegen Sand sind drei der vier Treffer über die Außenbahnen zustande gekommen, vor allem die ersten zwei nach Svenja Huths Flanken von rechts sind gute Beispiele, wie es klappen soll. Denn mit den Torschützinnen Alexandra Popp und Pauline Bremer wurden zwei im Zentrum durchsetzungsfähige Spielerinnen bedient, die dann per Kopf vollstreckten.

Kapitänin Popp, die Lerch in den vergangenen Jahren mit ihrer Robustheit vor allem im defensiven Mittelfeld benötigt hatte, ist dank der aktuellen Spielweise wieder häufiger im gegnerischen Strafraum zu finden – sehr zu ihrem Gefallen. „Positionstechnisch bin ich gerade sehr variabel unterwegs. Es freut mich, in den vergangenen Spielen das eine oder andere Mal häufiger vor dem Tor gestanden zu haben“, sagt die VfL-Anführerin, die die Eindrücke ihres Trainers bestätigt und trotz vieler vergebener Chancen meint: „Es ist positiv, dass wir in die Situationen kommen, das macht Lust auf mehr.“

Und wenn die Entwicklung in Freiburg für den nächsten 4:0-Sieg sorgt, würden sie das beim VfL wohl auch hinnehmen.

SC Freiburg – VfL WolfsburgSonntag, 14 Uhr

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