4:0 bringt den VfL-Frauen die Tabellenführung

Wolfsburg.  Im Bundesliga-Spiel gegen Sand verpassen Wolfsburgs Bundesliga-Fußballerinnen einen deutlich höheren Sieg. Sie ziehen trotzdem an Bayern vorbei.

Den Schlusspunkt zum 4:0 im Bundesliga-Spiel der VfL-Fußballerinnen gegen den SC Sand setzte Neuzugang Shanice van de Sanden (3. v. r.) mit ihrem Premieren-Treffer.

Den Schlusspunkt zum 4:0 im Bundesliga-Spiel der VfL-Fußballerinnen gegen den SC Sand setzte Neuzugang Shanice van de Sanden (3. v. r.) mit ihrem Premieren-Treffer.

Foto: Darius Simka / regios24

Double-Gewinner VfL Wolfsburg kommt immer besser in Fahrt – und ist nun zum ersten Mal in dieser Saison Tabellenführer: Die VfL-Fußballerinnen holten im fünften Spiel den fünften Sieg, vor 625 Zuschauern im AOK-Stadion bejubelte der VfL ein nie gefährdetes 4:0 (2:0) gegen den SC Sand und schob sich dank eines mehr erzielten Treffers als der FC Bayern (3:0 gegen Duisburg) an den Münchnerinnen vorbei an die Tabellenspitze. Auch das zweite 4:0 dieser englischen Woche wurde hinterher mit einem klaren „Aber“ analysiert.

Noch deutlicher als beim trat am Mittwoch die schwache Chancenverwertung in den Mittelpunkt. „Wir müssen natürlich mehr Tore machen“, so Svenja Huth. Auch bei Kapitänin Alexandra Popp klang es ganz ähnlich: „Man muss wieder die Chancenverwertung ansprechen, da ist einfach noch sehr, sehr viel Luft nach oben. Am Ende fehlt das eine oder andere Tor.“ Und Trainer Stephan Lerch stellte fest: „Wir sind glücklich mit dem Ergebnis, aber zufrieden sind wir nicht, weil wir einige Chancen liegengelassen haben.“

Früher Beginn des Wolfsburger Chancenwuchers

Der Chancenwucher begann gegen ein ultradefensives Sand, das sich mit einer Fünfer-Abwehrkette verbarrikadierte und dank meist konzentrierter Verteidigungsarbeit oft noch retten konnte, früh. Pia-Sophe Wolter hätte in der ersten Minute nach Flanke von Lara Dickenmann schon treffen müssen – doch sie zielte ans Außennetz. Nicht zu vergessen ist in dieser Diskussion, dass dem VfL durch den erzwungenen Abschied von Pernille Harder und der dem langfristigen verletzungsbedingten Ausfall von Angreiferin Ewa Pajor plötzlich 43 Tore weggebrochen sind, die das Duo in der vergangenen Saison erzielt hatte.

Der VfL zog das Spiel sehr in die Breite, kam vor allem über die Außenbahnen Richtung Tor – und zu seinen ersten zwei Treffern vor der Pause. Jeweils war es Huth, die gefühlvoll von rechts flankte, wo erst Popp sich duckte, um zum 1:0 einzuköpfen (26. Minute) und sich dann Pauline Bremer ganz hoch schraubte, um ebenfalls mit Köpfchen das 2:0 zu erzielen (45.).

VfL-Kapitänin Popp: „Wille und Kaltschnäuzigkeit fehlen“

Huth (50.) und Bremer (52.) hatten direkt nach der Pause die Chance, zu erhöhen. Und weil sich die Wolfsburgerinnen kaum Pausen gönnten und immer wieder Richtung SC-Tor anrannten, ist dieser Aspekt bei all den vergebenen Möglichkeiten ein positiver: Der VfL erspielt sich Chancen. Allzu viel mache das Team nicht falsch, meint auch Anführerin Popp: „Wir haben es gerade über außen sehr gut rausgespielt, dann fehlt aber dieser letzte Wille, die letzte Kaltschnäuzigkeit, um den Ball über die Linie zu drücken. Aber es ist positiv, dass wir in die Situationen kommen. Das macht Lust auf mehr.“

Popp selbst hatte großen Anteil daran, dass der VfL in Durchgang 2 nachlegte. Sie verwandelte einen 17-Meter-Freistoß erst flach an der Mauer vorbei (67.) und legte den Premierentreffer im VfL-Trikot von kurz vor Schluss mustergültig auf (88.). „Ich kann es gar nicht beschreiben, ich bin sehr glücklich, dass ich getroffen habe“, meinte die Niederländerin, die der VfL von Olympique Lyon verpflichtet hatte. Doch auch ihr war nicht entgangen, dass es vor des Gegners Tor noch hapert. „Ich denke, wir hätten mit 8:0 gewinnen müssen“, so van de Sanden. Ihre Hoffnung ist die des gesamten Teams: „Dass wir beim nächsten Mal mehr Treffer erzielen.“

Sorgen um Neuzugang Pauline Bremer

Ein weiterer Wermutstropfen war in der zweiten Halbzeit die verletzungsbedingte Auswechslung von Pauline Bremer. „Sie ist wohl im Rasen hängen geblieben und hat sich etwas verdreht. Sie kann auftreten, das ist das Positive und lässt uns hoffen“, so Lerch, der keine genaue Prognose abgeben konnte.

Auch für eine Prognose mit Blick auf das enge Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz 1 ist es zu früh. Den Sprung an die Tabellenspitze werten sie in Wolfsburg als „Momentaufnahme“, so Lerch. Seine Kapitänin meinte: „Es ist nicht so wichtig, aber es gibt uns ein gutes Gefühl und bringt Selbstbewusstsein.“ Und das dann vielleicht schon am Sonntag (14 Uhr) im Auswärtsspiel beim SC Freiburg auch in puncto Torabschlüsse.

Spiel kompakt

VfL: Kiedrzynek – Hendrich, Goeßling, Oberdorf, Rauch (76. Wedemeyer) – Engen (82. Janssen), Popp – Wolter (62. van de Sanden), Huth, Dickenmann (62. Saevik) – Bremer (76. Jakabfi).

SC: Weimar – Sakar (76. Süle), Georgieva, Moorrees, Brandenburg, Kreil – Evels, Gentile, Balcerzak (62. Schaber) – Loos (62. Blagojevic), Hoppius (46. Tolmais).

Tore: 1:0 Popp (25.), 2:0 Bremer (45.), 3:0 Popp (67.), 4:0 van de Sanden (87.).

Gelbe Karten: – / Gentile, Tolmais.

Schiedsrichterin: Susann Kunkel (Eichede).

Zuschauer: 625 im AOK-Stadion.

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