VfL-Frauen starten mit allen Neuen, aber ohne Corona-Fall

Wolfsburg.  Die Bundesliga-Fußballerinnen des VfL Wolfsburg sind wieder im Training. So geht Stephan Lerch die Herausforderung „kurze Vorbereitung“ an.

VfL-Trainer Stephan Lerch präsentiert die Neuzugänge (von links) Katarzyna Kiedrzynek, Pauline Bremer, Lena Oberdorf, Julia Kassen (eigene U20) und Kathrin Hendrich.

VfL-Trainer Stephan Lerch präsentiert die Neuzugänge (von links) Katarzyna Kiedrzynek, Pauline Bremer, Lena Oberdorf, Julia Kassen (eigene U20) und Kathrin Hendrich.

Foto: Darius Simka / regios24

Die Bundesliga-Fußballerinnen des VfL Wolfsburg starteten am Dienstag mit der ersten Trainingseinheit der neuen Saison und – anders als ihre männlichen Kollegen – ohne Corona-Fall. Die alte Spielzeit ist aber noch gar nicht vollkommen abgeschlossen. Schon in drei Wochen müssen die Grün-Weißen im Viertelfinale der Champions League gegen Glasgow City ran. VfL-Trainer Stephan Lerch erwartet von seiner Mannschaft, dass dies keinesfalls die letzte Station im Wettbewerb ist. „Wir sind Mitfavorit auf den Titel“, sagt er.

„Wir haben den Vorteil, dass wir noch bis zum 4. Juli gespielt haben. Grundsätzlich finde ich es total spannend, dass so ein Turnier vor einer Saison ausgetragen wird. Topfavorit auf den Titel bleibt jedoch sicherlich Lyon“, erklärte Lerch weiter.

„Viele Spielformen“

Die Vorbereitung der Mannschaft auf die kommenden Aufgaben wird grundsätzlich anders ablaufen als in den vergangenen Jahren. „Wir können nicht stufenweise langsam die Intensität ansteigen lassen. Wir müssen versuchen, vieles in Spielformen einfließen zu lassen“, sagte Lerch, der sich im Vorfeld viele verschiedene Meinungen dazu eingeholt habe. „Normalerweise können wir auf unsere Erfahrungen aus anderen Spielzeiten setzen. Jetzt wird es bis zur Champions League stückweit ein Blindflug.“

Geholfen haben wohl auch Meinungen von Leuten, die sich auf eine Weltmeisterschaft oder Europameisterschaft vorbereitet haben, denn im Endeffekt befindet sich der VfL genau in solch einer Situation: eine kurze intensive Vorbereitung mit einem großen Turnier vor dem Bundesliga-Start.

Zufrieden mit Fitness

Sehr zufrieden war Lerch mit der körperlichen Verfassung seines Teams: „Da haben wir in der dreiwöchigen Pause nicht viel verloren.“ Mehr Sorgen als um den Fitnesszustand seiner Mannschaft macht sich der VfL-Coach um die „mentale Frische“. „Ich hoffe, dass die drei Wochen dafür gereicht haben, denn das war zuletzt eine sehr intensive Zeit vom Kopf her für die Spielerinnen. Niemand wusste lange Zeit, ob es, wie es oder wann es weitergeht“, erläutert Lerch.

Die größte bevorstehende Herausforderung, die auf Lerch und sein Trainerteam wartet, ist sicherlich das schnellstmögliche Integrieren der Neuzugänge. Mit Pauline Bremer, Katarzyna Kiedrzynek, Lena Oberdorf und Kathrin Hendrich standen gestern alle vier Neuzugänge bereits auf dem Trainingsplatz. „Das Integrieren der neuen Spielerinnen sowie daraus auch eine Einheit zu formen, wird nicht einfach.“

„Alle sehr ehrgeizig“

Die Vorbereitung auf dem Platz soll viel von taktischer Natur geprägt sein. „Die Abläufe, das Gefühl für den Raum, das Timing muss alles jetzt aufgenommen werden“, so Lerch. Bedenken, dass das nicht gelingen könnte, hat er eher weniger: „Die neuen Spielerinnen lassen sich vom Typ her schnell integrieren. Bis auf Katarzyna sind alle Neuzugänge der deutschen Sprache mächtig, was es auch einfacher macht. Zudem habe ich alle von ihnen heute sehr ehrgeizig wahrgenommen, aber das muss man auch sein, wenn man nach Wolfsburg kommt.“

Bis auf Nationaltorhüterin Almuth Schult (im Aufbau nach Babypause) standen alle Spielerinnen zum Startschuss auf dem Trainingsplatz. Die Torhüterfrage bleibt aber trotzdem offen. „Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich nicht beantworten, wer in Spanien im Tor steht.“, sagte Lerch. Neuzugang Kiedrzynek und Friederike Abt kommen infrage.

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