Transferpoker um Felix Klaus ist eröffnet

Wolfsburg.  Der Offensivspieler des VfL ist offenbar ein Thema für Hannover, obwohl bei Wolfsburgs Fußball-Bundesligisten noch keine Anfrage eingegangen ist.

Felix Klaus (links, im Testspiel gegen Hannover) steht bei seinem Ex-Klub 96 offenbar hoch im Kurs.

Felix Klaus (links, im Testspiel gegen Hannover) steht bei seinem Ex-Klub 96 offenbar hoch im Kurs.

Foto: Darius Simka / regios24

Seit dem Neujahrstag und noch bis zum 1. Februar hat das Transferfenster in der Fußball-Bundesliga geöffnet. Dass sich beim VfL auf der Zugangsseite etwas tut, ist aktuell nicht in Sicht. Anders steht es um das Thema Abgänge beim Wolfsburger Fußball-Bundesligisten. Mit einer Leihe von Offensivtalent Omar Marmoush haben die Grün-Weißen einen ersten Profi vorübergehend abgegeben. Der Ägypter dürfte allerdings nicht der letzte sein. Felix Klaus steht offenbar im Fokus von Hannover 96. Martin Kind hat den Poker um den früheren 96-Spieler eröffnet.

Leiht sich Hannover 96 den Wolfsburger Felix Klaus?

Vielsagend hatte Hannovers Geschäftsführer der „Neuen Presse“ erklärt: „Er ist ein Spieler, der am Markt verfügbar ist.“ Das gilt strenggenommen für jeden Fußballer, wenn denn das nötige Kleingeld stimmt. In Wolfsburg wurde die Eröffnung aus der Landeshauptstadt marktüblich retourniert. „Uns liegt keine Anfrage für den Spieler vor“, so VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer.

Vom Tisch dürfte das Thema damit allerdings nicht sein. Klaus steht bei den Grün-Weißen in dieser Saison wettbewerbsübergreifend bei nur acht Einsätzen, die sich auf gerade einmal 290 Minuten verteilen, das ganze ohne Torbeteiligung für den Offensivspieler. Vor der Saison hatte Coach Oliver Glasner den gebürtigen Osnabrücker als Rechtsverteidiger getestet, doch Fuß fasste Klaus hier nicht.

Mit der Verpflichtung von Ridle Baku Anfang Oktober vom FSV Mainz 05 waren die Einsatzchancen auch hier gleich null. Immer wieder warfen den 28-Jährigen seit seinem Wechsel aus Hannover zum VfL im Sommer 2018 auch Verletzungen zurück. In der Vorsaison waren es immerhin noch 29 Spiele bei 850 Einsatzminuten. Es ist absolut denkbar, dass Klaus, dessen Vertrag beim VfL noch bis 2022 gilt, nun die Rolle rückwärts zum Tabellenneunten der 2. Bundesliga anstrebt.

Marmoush spielt bei St. Pauli

Klaus wäre dabei nicht mehr der erste Spieler, der den Klub im Winter verlässt. Marmoush wurde am Dienstag zum FC St. Pauli in die 2. Bundesliga verliehen. Der Ägypter hatte in der Vorsaison den Sprung aus dem Regionalliga-Team zu den Profis geschafft und sein Bundesliga-Debüt gegeben.

Im Sommer verlängerte der 21-Jährige bis 2023 – und soll jetzt bis zum Sommer im deutschen Unterhaus bei den abstiegsbedrohten Hamburgern reifen. „Für seine Weiterentwicklung ist es wichtig, regelmäßig Spielpraxis zu bekommen“, sagt Schäfer. „Daher ist die Ausleihe für ihn der richtige Weg, um weitere Erfahrungen zu sammeln und den nächsten Entwicklungsschritt zu machen.“

Kandidaten für einen Winterwechsel sind zudem weiter Jeffrey Bruma und Yunus Malli. Deren im Vergleich zum aktuellen Gefüge gut dotierten Verträge laufen im Sommer aus und werden nicht verlängert. Wenn für das Duo im Winter Angebote eintrudeln sollten, wäre der VfL auf jeden Fall gesprächsbereit.

Einer, der nicht unbedingt auf der Verkaufsliste steht und seinen Wert für den VfL zuletzt mehrfach wieder in der Bundesliga unter Beweis gestellt hat, ist Yannick Gerhardt. Der Kontrakt des Mittelfeldspielers läuft ebenfalls im Sommer aus. Erst dann ist auch ein Abschied wahrscheinlich, auch wenn der VfL im Winter letztmalig einen Transfererlös erzielen könnte.

Während der Klub gerne verlängern würde, stehen die Zeichen beim Spieler auf Abschied. Dem 26-Jährigen geht es um mehr Spielpraxis, 13 Pflichtspiel-Einsätze (nur viermal in der Startelf) in der laufenden Saison reichen dem flexibel einsetzbaren Profi nicht. Gerhardts Heimatklub Köln hat laut „Express“ bereits angeklopft, auch Hertha BSC mit Ex-VfL-Coach Bruno Labbadia soll bereits angefragt haben.

Seit dem 1. Januar dürfen der 26-Jährige und sein Berater Stephan Engels ohne Zustimmung des VfL mit anderen Vereinen verhandeln. Auf die lange Bank will Gerhardts Seite eine Entscheidung über die Zukunft nicht schieben. Dem „Kicker“ sagte Engels, dass noch im Januar klar sein soll, wohin es Gerhardt verschlägt.

So rege sich das Transferkarussell auf der Abgangsseite drehen könnte, so wenig dürfte der VfL auf der Zugangsseite aktiv werden. „Das sehe ich aktuell nicht“, sagt Schäfer über mögliche Winterzugänge. Ausnahmen sind da Profiverträge für Eigengewächse: Mit dem 18-jährigen Innenverteidiger Jannis Lang, der 2017 von Energie Cottbus gekommen war, hat der Klub einen aktuellen U19-Nationalspieler bis 2023 an sich gebunden.

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