Bialek: Noch liegt der Ball seiner VfL-Premiere im Schrank

Wolfsburg.  Bartosz Bialek, polnische Neuzugang des VfL Wolfsburg, spricht über Träume, Vorbilder und sein erstes Bundesliga-Tor.

Ein glücklicher junger Mann mit einem Ball: Bartosz Bialek erzielte gegen Werder Bremen sein erstes Bundesliga-Tor. Viele weitere für den VfL Wolfsburg sollen folgen.

Ein glücklicher junger Mann mit einem Ball: Bartosz Bialek erzielte gegen Werder Bremen sein erstes Bundesliga-Tor. Viele weitere für den VfL Wolfsburg sollen folgen.

Foto: Darius Simka / regios24

Am Freitagabend verließ Bartosz Bialek die VW-Arena nicht mit leeren Händen. Nicht nur, dass sein VfL Wolfsburg in einem spektakulären Spiel Werder Bremen mit 5:3 besiegt und der 19-Jährige dabei seinen ersten Bundesliga-Treffer erzielt hatte. In seinem Dienstwagen hatte Bialek zudem besondere Beute: den Spielball und damit ein Erinnerungsstück an sein Tor-Debüt in Deutschland. „Noch liegt er bei mir im Schrank“, verrät der polnische Stürmer schmunzelnd.

Doch da soll der besondere Ball nicht bleiben. Bialek möchte ihn von seinen Mitspielern unterschreiben lassen. Danach bekommt das Leder einen ganz besonderen Platz zugewiesen – „damit ich immer darauf schauen kann“, sagt der Jungprofi, den die Wolfsburger im Sommer für 5 Millionen Euro aus Lubin geholt hatten. Mit der klaren Maßgabe, ihn langsam aufzubauen und an die Bundesliga heranzuführen. Aber nach seiner dritten Einwechslung hat Bialek nun schon sein erstes Tor geschossen und gibt zu: „Ich habe das noch gar nicht realisiert. Es ist wie ein Traum , dass alles so schnell gegangen ist. Erst vor drei Jahren“, erinnert er sich, „habe ich in der 3. Liga gespielt.“

In der Bundesliga ist alles anders

Doch nun ist die Bundesliga sein Arbeitsplatz. Eine Liga, die auch in Polen intensiv verfolgt wird und für viele junge Spieler ein großes Ziel ist. Bialek hat den Sprung schon mit 18 Jahren geschafft , erst vor kurzem, am 11. November, feierte der vom Naturell her eher zurückhaltende Stürmer seinen 19. Geburtstag. „Der Unterschied“, sagt er über den Fußball in Deutschland und Polen, „ ist enorm, gigantisch . Das Tempo ist hier viel höher, alles ist schneller. Und alle Spieler haben viel Qualität.“

Das gilt für den Ligaschnitt, aber auch fürs VfL-Team. Wout Weghorst (28) und Daniel Ginczek (29) bringen mehr Erfahrung mit und wissen, was von ihnen in der Bundesliga verlangt wird. Weghorst ist im Angriff derzeit gesetzt, aber es hat den Anschein, dass Bialek Ginczek bereits überholt hat. Allerdings war der Ex-Stuttgarter zuletzt auch wieder verletzt. „Ich schaue mir in jedem Training und in jedem Spiel ab, wie sie arbeiten. Ich sehe sie auch als Vorbilder “, gibt sich der 19-Jährige bescheiden und lobt zugleich das Miteinander: „Wenn ich mal Probleme oder Fragen habe, dann helfen sie mir immer.“

Bialeks Vorbild ist Ibrahimovic

Sein eigentliches Vorbild ist jedoch ein anderer Stürmer. Einer, der für Skandale gut ist, aber so viele Tore geschossen und Titel gewonnen hat, wie kaum ein anderer: Zlatan Ibrahimovic . „Seine Technik ist perfekt“, sagt Bialek. Es gibt auch Gemeinsamkeiten . Beide sind körperliche Angreifer, verfügen über breite Schultern. Und sie lieben das Toreschießen. Wer den Wolfsburger im Training beobachtet, der wird kaum Fehlschüsse sehen. Der junge Pole hat einen eiskalten Abschluss . „Beim Schuss“, erzählt er, „habe ich nur einen Gedanken: den Ball ins Tor zu bekommen.“ Das sind schon mal gute Voraussetzungen für einen Stürmer – und der Anfang ist gegen Bremen gemacht.

Bei polnischen Torjägern kommt immer irgendwann der Vergleich mit dem größten der Zunft: Robert Lewandowski . In der gemeinsamen Heimat werden Bialek und der Bayern-Star schon mal verglichen. „Das ehrt mich“, sagt der VfL-Profi – und fügt selbstbewusst an: „Aber ich will nicht der ,kleine Lewandowski’ sein. Ich möchte, dass irgendwann ein anderer Spieler als ,kleiner Bialek’ bezeichnet wird.“ Wenn es mal soweit sein sollte, kann er aber nicht mehr jeden Ball aufheben und im Wohnzimmer ausstellen.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder