VfL: Warum Weghorst Ex-Stürmer Juskowiak schon eingeholt hat

Wolfsburg.  Am Samstag beim 1. FC Köln kann es gleich zwei neue Einträge fürs Geschichtsbuch des VfL Wolfsburg geben. Verwirrung um Juskowiaks Tore.

Hat bereits 39 Bundesliga-Tore für den VfL Wolfsburg erzielt: Damit hat Wout Weghorst einen seiner Vorgänger im Angriff, den Polen Andrzej Juskowiak, trotz gegenteiliger Statistiken bereits eingeholt.

Hat bereits 39 Bundesliga-Tore für den VfL Wolfsburg erzielt: Damit hat Wout Weghorst einen seiner Vorgänger im Angriff, den Polen Andrzej Juskowiak, trotz gegenteiliger Statistiken bereits eingeholt.

Foto: Martin Rose / Getty Images

Als der VfL Wolfsburg zum bislang letzten Mal beim 1. FC Köln zu Gast war, gab’s eine herbe Enttäuschung. Trotz Überlegenheit und Chancen verloren die Grün-Weißen ihr erstes Pflichtspiel 2020 mit 1:3. Am Samstag um 15.30 Uhr ist das Team der Stunde in der Bundesliga wieder zu Gast am Rhein – und kann gleich zwei neue Einträge ins Geschichtsbuch schreiben. Doch VfL-Geschäftsführer Jörg Schmadtke warnt vor Überheblichkeit.

Die Serie: Mit dem 5:3-Spektakel am vergangenen Freitag gegen Werder Bremen haben die Wolfsburger ihre Bestmarke aus der Vorsaison bereits eingestellt. Seit Saisonbeginn und damit seit neun Partien sind sie ungeschlagen. In Köln soll mit Nummer 10 ein neuer Startrekord folgen. Weil der VfL vier der vergangenen fünf Spiele auch noch gewonnen hat, ist er in der Formtabelle der 1. Liga ganz vorn dabei. Lediglich der FC Bayern München und das ebenfalls noch ungeschlagene Bayer Leverkusen haben in diesem Zeitraum mit 13 Zählern dieselbe Ausbeute eingefahren.

Köln überraschte in Dortmund

Das Team von Trainer Oliver Glasner darf daher mit ganz breiter Brust nach Köln fahren. Und der FC? Der ist nur Tabellen-15., hat erst einen Sieg auf dem Konto. Doch genau der könnte zum Problem für die Gäste werden. Völlig überraschend feierten die Rheinländer ihn am vergangenen Spieltag auswärts durch ein 2:1 bei Titelaspirant Borussia Dortmund . Damit hatte niemand gerechnet. Doch der FC-Erfolg dürfte dafür sorgen, dass kein Wolfsburger den Gastgeber unterschätzt.

Schmadtke warnt vor Überheblichkeit

Und er ist Wasser auf Schmadtkes Mühlen. Der Geschäftsführer sagt: „Genau das ist die Problematik. Die Leute, die nicht richtig drin sind im dem Metier, sagen leichtfertig: ,Jetzt kommen die leichten Gegner, da müsste man gewinnen.’ Genau das sind die Gefahren . Da darf man sich nicht hineinbegeben.“ Sein Rat an die Mannschaft: stets auf der Hut sein! „Jedes Spiel ist kompliziert, schwierig. Man ist immer gut beraten, sich voll zu fokussieren “, sagt Schmadtke.

Der Torjäger: Auch Wout Weghorst kann in Köln etwas für die VfL-Geschichtsbücher tun. Dank seines Doppelpacks gegen Bremen hat der Niederländer nun 39 Bundesliga-Tore für den Klub erzielt. Doch wo er sich damit in der ewigen Torjäger-Rangliste der Grün-Weißen einsortiert, ist auf den ersten Blick nicht klar. Laut den Statistikern von „transfermarkt.de“ hinter Edin Dzeko (66 Tore), Grafite (59), Diego Klimowicz (57) und Andrzej Juskowiak (40) auf Platz 5. Demnach könnte Weghorst mit einem Treffer beim FC den Polen einholen – oder mit einem weiteren Doppelpack schon überholen.

Juskowiak bekam ein Tor zu viel

Doch da liegt ein kurioser Fehler in dieser ansonsten zuverlässigen Datenbank vor. Juskowiak hat in seinen 108 Einsätzen für den VfL von 1998 bis 2002 nämlich „nur“ 39 Tore erzielt . Weghorst hat ihn gegen Bremen bereits eingeholt und kann den heute 50-Jährigen mit einem weiteren Treffer überholen und sich auf den alleinigen Platz 4 dieser Rangliste schieben.

In Stuttgart traf damals Sebescen

Der Fehler ist zurückzuführen auf ein Spiel aus der Saison 1999/2000. Am 28. Spieltag war der VfL unter Coach Wolfgang Wolf zu Gast beim VfB Stuttgart mit Trainer Ralf Rangnick. Es ging lange Zeit hin und her, doch durch drei Treffer in der zweiten Halbzeit siegten die Wolfsburger am Ende noch deutlich mit 5:2. Das Tor, das für den Datenbank-Fehler verantwortlich ist, war das letzte. Denn es wurde auf Juskowiaks Konto gebucht. In Wahrheit jedoch war es nicht der Pole, sondern Zoltan Sebescen , der seinen Kopf in die Flanke Frank Greiners hielt und so den Schlusspunkt der Partie setzte. Juskowiak kann es nicht gewesen sein – er war bereits in Hälfte 1 angeschlagen ausgewechselt worden.

Die Serie und der Torjäger: Die Chancen stehen nicht schlecht , dass sich die Wolfsburger in Köln zumindest an einer Stelle ins Geschichtsbuch eintragen können.

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