Glasners Probleme: Wenig Zeit und wenig Auswahl

Wolfsburg.  Der Trainer des VfL Wolfsburg muss im Spiel gegen Donezk mit wenigen Eindrücken und einigen Ausfällen klarkommen.

Die Startelf wird knifflig: Oliver Glasner, der Trainer des VfL Wolfsburg.

Die Startelf wird knifflig: Oliver Glasner, der Trainer des VfL Wolfsburg.

Foto: Darius Simka / regios24

Maximal zehn Trainingstage und ein Testspiel mit dem 1:1 bei RB Leipzig am Donnerstag: Viele Eindrücke hat Oliver Glasner, der Trainer des VfL Wolfsburg, nicht, um seine Startelf für das Achtelfinal-Rückspiel der Europa League am Mittwoch (18.55 Uhr) gegen Donezk zu bestimmen. Auf der anderen Seite: Einige Fragestellungen erledigen sich von selbst.

Zum einen, weil die Profis noch Vorschusslorbeeren aus der Vorsaison haben. Im Tor wird ebenso sicher Koen Casteels stehen wie im Angriff Wout Weghorst. Die Innenverteidigung dürfte aus Marin Pongracic und John Anthony Brooks bestehen. Das Duo ist eingespielt – ein unschlagbarer Vorteil in der Kürze der Vorbereitungszeit. Davor führt wohl kein Weg an Kapitän Josuha Guilavogui und Maximilian Arnold vorbei. Auch Xaver Schlager dürfte seine Position im offensiven Mittelfeld sicher haben.

Glasner fehlen die Alternativen

Zum anderen stellen sich einige Fragen nicht, weil Glasner schlichtweg die Alternativen fehlen. Weil Paulo Otavio (Sprunggelenk) verletzt fehlt, wird Jérôme Roussillon hinten links verteidigen. Und weil offensiv Admir Mehmedi (Achillessehne) und Renato Steffen (Gelbsperre) ausfallen, dürften auch Josip Brekalo und Daniel Ginczek sicher spielen. Die Alternativen hießen Felix Klaus und Joao Victor – beide konnten am Ende der vergangenen Spielzeit kaum überzeugen und hatten nun ganz wenig Zeit, um sich zu empfehlen.

Spannend (oder vielleicht auch nicht?) ist die Frage, mit wem Glasner die Rechtsverteidiger-Position bestückt. William fehlt nach Kreuzbandriss, und Kevin Mbabu befindet sich nach seiner Corona-Infektion in Quarantäne. Auch Steffen, der die Rolle einige Male als Aushilfe eingenommen hat, steht bekanntlich nicht zur Verfügung. Die naheliegendste Lösung ist Marcel Tisserand. Doch der Kongolese, eigentlich ein Innenverteidiger, hatte bisher bei Glasner keinen guten Stand. Andere Möglichkeit: Roussillon auf die rechte Seite, und Yannick Gerhardt verteidigt links hinten. So ist der Mittelfeldspieler immerhin Nationalspieler geworden. Oder aber Glasner kehrt zu der Variante zurück, die er zu Beginn beim VfL spielen ließ: mit einer Dreierkette in der Abwehr.

Viele Geheim-Trainings zuletzt

Der VfL-Coach tüftelt an der Lösung, mit der er gegen Donezk die größten Erfolgsaussichten sieht. Es könnte eine Überraschung werden. Das würde auch die Geheimniskrämerei der vergangenen Tage erklären. Denn nach dem Trainingsstart mit Fans fand der Großteil der Einheiten unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. So wie der Test gegen Leipzig, nach dem der VfL – anders als RB – nicht mal die eigene Aufstellung verriet.

Auf jeden Fall wird das Wiedersehen mit Schachtar ein anderes Spiel: Mit Abgang Robin Knoche (Vertrag war ausgelaufen), Steffen, Otavio und Mehmedi fehlen Glasner vier Spieler, die beim 1:2 im Hinspiel gegen Donezk noch in seiner Startelf gestanden hatten.

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