VfL Wolfsburg will nach Fan-Umfrage gezielt Idole aufbauen

Wolfsburg.  Geschäftsführer Michael Meeske spricht über erste Ergebnisse einer großen Fan-Umfrage des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg.

Seit dem Aufstieg 1992 in die 2. Bundesliga spielt der VfL Wolfsburg ununterbrochen im Profifußball und ist seit 1997 erstklassig. Trotz deutscher Meisterschaft (2009), Pokal- und Super-Cup-Siegs (beide 2015) sowie zweimaliger Champions-League-Teilnahme – bei der Suche nach seiner Identität sind die „Wölfe“ immer noch nicht am Ziel. Deshalb hoffen die Verantwortlichen des Fußball-Bundesligisten nun, dass eine neue Umfrage belastbare Ergebnisse für den weiteren Weg gebracht hat. Denn zum Thema Identifikation herrscht seit Jahren Uneinigkeit zwischen Klubführung und weiten Teilen der Anhängerschaft.

Im Auftrag des VfL führte das Marketing-Institut der Uni Bremen in den vergangenen Monaten eine Online-Umfrage durch, führte gezielt Interviews mit Anhängern, Politikern und Vertretern der Wirtschaft und wertete die Resultate aus. Auf Anfrage unserer Zeitung spricht der unter anderem für Marketing zuständige VfL-Geschäftsführer Michael Meeske über erste Ergebnisse und Maßnahmen, die Erkenntnisse zu nutzen. Hier kommen seine Antworten.

VfL Wolfsburg – Hoffnungsträger Fan-Rat wird ein Jahr alt

Michael Meeske über ...

… Umfang und Verlauf der Umfrage: „Die Umfrage verlief sehr positiv, wir haben 1100 Menschen in der Region bevölkerungsrepräsentativ befragt, und 1800 haben zudem über den Aufruf in unseren Vereinsmedien teilgenommen. Die Befragung wurde im April 2020 abgeschlossen.“

… die in der Umfrage ermittelten Stärken des VfL: „Für die Fans sind es vor allem die lokale Verwurzelung und das gemeinsame Miteinander, allgemein in der Region wird der Unterhaltungswert sowie einzelne Aspekte wie Nachhaltigkeit und Vielfalt positiv gesehen.“

… die in der Umfrage ermittelten Schwächen: „Uns fehlt zum Teil die ,klassische’ Fansozialisation, zudem zeigen sich Verbesserungsmöglichkeiten bei Nahbarkeit und Emotionalität.“

… die wichtigsten Erkenntnisse aus den Interviews mit Politikern und Wirtschaftsvertretern: „Für die Politik ist der VfL vor allem ein besonderer Botschafter um Bekanntheit und Sympathie der Stadt zu steigern. Zudem ist der VfL auch ein Symbol für die besondere Beziehung zwischen der Stadt, Volkswagen und den Menschen in der Region.“

… die positiven und negativen Überraschungen der Umfrage: „Die lokale Verwurzelung wurde besser als erwartet wahrgenommen, zudem auch die ausgeprägte Bewertung der sozialen Interaktion im Rahmen des VfL. Die Marketingkampagne wurde ebenfalls positiv bewertet, allerdings haben wir damit auch nicht so viele Menschen erreicht, wie wir erhofft hatten, so dass wir die Präsenz solcher Maßnahmen noch verbessern müssen. Zudem haben wir laut Umfrage noch einen Aufholbedarf an Identifikationsfiguren.“

… die Zusammensetzung der Arbeitsgruppe, die sich mit der Umsetzung des zu erstellenden Maßnahmenkatalogs beschäftigt: „Die Umsetzung obliegt den verantwortlichen Mitarbeitern des VfL, aber eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der verschiedenen Anspruchsgruppen wird die Maßnahmen diskutieren und die Umsetzung begleiten.“

… konkrete Maßnahmen: „Wir wollen gezielt die Sichtbarkeit des VfL verbessern und dabei aus den vermeintlichen Vorurteilen eine Haltung entstehen lassen. Zudem gilt es, mehr Angebote in der Region zu schaffen, um uns auch abseits der Spieltage stärker erlebbar zu machen. Darüber hinaus möchten wir gezielt Identifikationsfiguren aufbauen und diese auch als emotionale Botschafter einsetzen.“

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder