VfL Wolfsburg: Die Stimme der Nordkurve ist seit 1997 dabei

Wolfsburg.  Wir sind die Fans des VfL Wolfsburg: Sänger Fabian Riaz feiert mit seinem VfL bald „Silberhochzeit“.

Seit 16 Jahren Dauerkarteninhaber: Fabian Riaz singt aus der Nordkurve die VfL-Hymne.

Seit 16 Jahren Dauerkarteninhaber: Fabian Riaz singt aus der Nordkurve die VfL-Hymne.

Foto: Darius Simka / regios24

Der eine kennt den VfL Wolfsburg schon, als noch am Elsterweg vor 1000 Zuschauern gespielt wurde, der andere entdeckte den Klub erst später für sich. Der eine begleitet ihn zu jedem Spiel, der andere drückt lieber aus der Heimat die Daumen. Aber sie alle eint die Liebe zu ihrem Verein. In einer Serie stellen wir Fans der Grün-Weißen vor, die ihr Leben in besonderem Maße mit dem VfL verknüpfen. In diesem Teil geht es um Fabian Riaz.

Es gibt Fußballspiele, die vergisst man als Fan einfach nicht. Für Riaz ist das letzte Heimspiel seines VfL Wolfsburg in der Bundesliga-Meistersaison 2008/2009 ein solches. 5:1 gewannen die Wolfsburger gegen Werder Bremen, der VfL war deutscher Meister. „Es war ein Tag wie in Trance“, sagt Riaz. „Ich war wie paralysiert, nach Abpfiff hat sich alles ganz surreal angefühlt.“ Schon eine Woche zuvor, als der VfL mit 10.000 Fans im Rücken 5:0 bei Hannover 96 gewonnen hatte, sei er sich sicher gewesen: „Deutscher Meister wird nur der VfL.“

Auch andere Spiele des VfL blieben Riaz im Gedächtnis haften. Etwa das 2:0 im Hinspiel des Champions-League-Viertelfinals vor vier Jahren gegen Real Madrid. Oder 2009, der Sieg im DFB-Pokalfinale gegen Borussia Dortmund (3:1). „Es gab aber auch ein ganz skurriles Erlebnis“, erinnert sich Riaz, der sich beruflich in einem Vertriebscenter der Deutschen Telekom um Bestandskunden kümmert.
In der Saison 2015/2016 reiste der VfL in der Vorrunde der Champions League zur PSV Eindhoven. Riaz, sein jüngerer Bruder und zwei Freunde fuhren ihrem Herzensklub hinterher. „Ich habe noch zu meinem Bruder gesagt: Lasst eure Pyro-Kacke zu Hause.“ Es half nichts. Stunden vor dem Spiel detonierten vor dem Stadion die Böller. „Es gab bei diesem Spiel nur drei Festnahmen von VfL-Fans“, erzählte Riaz. „Alle drei saßen auf der Hinfahrt in meinem Auto.“ Das Böller-Trio durfte das Polizeigewahrsam zwar noch vor Spielbeginn verlassen, doch Riaz war sauer. „Zur Strafe bin ich mit den drei Jungs nach Hause gefahren – ohne das Spiel im Stadion zu sehen.“

Mit seinem VfL feiert Riaz bald „Silberhochzeit“. Seit 1997 ist der Hoiersdorfer, der seit zwei Jahren in Magdeburg lebt und arbeitet, Fan der „Wölfe“. Seit 16 Jahren ist er Dauerkarteninhaber , immer Nordkurve. Erst Block 7, heute Block 5. Seine erste Partie der Grün-Weißen sah Riaz im Juni 1997 am Elsterweg im fulminanten Erstliga-Aufstiegsspiel gegen den FSV Mainz 05 (5:4). Es war die Zeit, in der Riaz für Aufstiegsheld Roy Präger schwärmte. „Eine echte Integrationsfigur. Einer, der bis heute bedingungslos zum VfL steht, der den Verein bestens repräsentiert“, sagt der 32-Jährige, der Präger in seinem Sympathie-Ranking auf eine Stufe mit Stürmer Diego Klimowicz stellt. „Das war auch einer, der immer symbolisiert hat, dass er zum Verein gehört.“

2018 nahm Riaz an der achten Staffel der TV-Casting-Show „The Voice of Germany“ teil. Zu dieser Zeit klingelte Sven Froberg, heute beim VfL Leiter Marketing- und Unternehmenskommunikation, bei Riaz an. Es ging um die Hymne „Immer nur du“.

Froberg fragte, ob sich der 32-Jährige vorstellen könne, den Song vor jedem Heimspiel live im Stadion zu singen. Und ob Riaz wollte, schließlich ist der VfL sein Herzensverein. Seitdem stimmt er in der Nordkurve stehend die VfL-Fans mit seiner „Röhre“ vor den Bundesliga-Heimspielen – mit drei Ausnahmen in dieser Saison – live auf die Partien ein. Wie es weitergeht? „Darüber werden wir bestimmt demnächst reden.“

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