Casteels verrät: So sieht der Alltag in diesen Tagen aus

Wolfsburg.  Stabilisations-, Mobilisations-, Konditionstraining steht für das Team des VfL Wolfsburg an – und Zeit mit der Familie.

Koen Casteels.

Koen Casteels.

Foto: apf / regios24

Seit Beginn der Woche steckt der VfL Wolfsburg in der Corona-Pause. Die Spieler des Bundesligisten haben Lauf- und Athletikaufgaben bekommen und sollen diese in Eigenregie ausführen. Wie funktioniert das? Worauf kommt es an? Was müssen die Profis zusätzlich beachten? Koen Casteels, 27 Jahre alter Torhüter des VfL, gibt einen Einblick in den Alltag der Profis, der genau so unüblich ist wie in breiten Teilen der Gesellschaft.

Casteels beschreibt die Aufgaben dieser ungeplanten Zwangspause so:„Wir müssen unseren Körper in Sachen Mobilisation, Stabilisation und Kondition in einem guten Zustand halten.“ Die Lauf- und Krafteinheiten hat er bisher im VfL-Center absolviert. „Da sind einfach bessere Geräte." Eine kleinere Gruppe seiner Kollegen habe das ebenso getan. Aber auch in seinem Haus hat Casteels die Möglichkeit, sich mit Körpergewichtsübungen und Hanteln fit zu halten.

Was da natürlich auf der Strecke bleibt: spezielles Torhütertraining. „Das geht im Moment nicht“, sagt er. „Aber wir sind erfahrene Profis. Man verliert das Gefühl als Torhüter nicht so schnell. Die Einheiten auf dem Platz“, da spricht Casteels wohl jedem Fußballer aus der Seele, der derzeit pausieren muss, „machen aber am meisten Spaß.“ Geplant ist, dass die Wolfsburger ihr Teamtraining am Montag wieder aufnehmen. „Davon gehe ich erst einmal aus“, sagt der VfL-Keeper. „Allerdings habe ich in diesen Zeiten eine Sache gelernt: dass man nicht zu weit in die Zukunft planen kann. Es verändert sich gefühlt jede Stunde etwas.“

Und so steht nicht nur der Trainingsneustart des VfL infrage, sondern auch die Wiederaufnahme der Bundesliga-Saison. Stand jetzt treten die Wolfsburger am 4. April bei Bayer Leverkusen an. Es wird allerdings erwartet, dass sich der Fußball auf eine längere Pause einstellen muss. Falls diese kommt, kann aber nicht sofort wieder das Tagesgeschäft wiederaufgenommen werden, meint Casteels. „Es geht nicht, dass wir nach einem Break eine Trainingseinheit machen und dann sofort wieder spielen. Ein paar Einheiten vor dem Start wären schon gut. Aber das Problem betrifft alle Mannschaften. Da sitzen wir im selben Boot.“

Doch Casteels will sich nicht den Kopf zermartern in diesen ungewissen Zeiten. Er zieht die positiven Aspekte aus der Zwangspause. „Ich verbringe viel Zeit mit meiner Familie, das Wetter spielt mit, so können wir auch mal den Garten nutzen.“ Außerdem sei nun auch die Zeit, die unliebsamen Dinge des Alltags zu erledigen. „Das Haus putzen oder die Schränke aufräumen.“ Auch die Küche wird in dieser Zeit häufiger von Casteels belegt. Im normalen Alltag wird den Profis das Kochen oftmals abgenommen, jetzt müssen sie selbst auf sich achten. Einen Ernährungsplan für die trainingsfreie Phase gab es vom Klub nicht. „Jeder weiß, was man essen sollte und was nicht“, erklärt der 27-Jährige. „Und jetzt kann keiner sagen, dass er keine Zeit zum Kochen hat.“

Der Fußball atmet derzeit ganz tief durch und nimmt sich zurück. Casteels findet neben einer generellen Sorge und daher besonders gebotener Vorsicht noch Momente, die er mit seiner Familie genießen kann. Seine Eltern in Belgien, zu denen er Telefonkontakt hat, sind bereits deutlich strengeren Vorschriften ausgesetzt, dort herrscht eine Ausgangssperre. Kommt das bald auch auf Deutschland zu, wird sich der Alltag noch einmal drastisch verändern. Auch für die Fußballer des VfL…

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder