VfL: Pongracic-Wechsel ist offenbar perfekt

Wolfsburg.  Der Verteidiger aus Salzburg soll kommen. In der Vergangenheit sorgte er für Negativschlagzeilen. Mittlerweile gibt er sich geläutert.

Marin Pongracic.

Marin Pongracic.

Foto: GEPA pictures/ Mathias Mandl via www.imago-images.de / imago images/GEPA pictures

Bisher ist der Transferwinter des VfL Wolfsburg relativ ruhig. Nur Elvis Rexhbecaj (Köln) und Lukas Nmecha (Middlesbrough) sind gegangen. Auf der Zugangsseite ist noch gar nichts passiert. Bisher. Denn das könnte sich nun ändern. Denn der Poker um Marin Pongracic ist nach unseren Informationen wohl entschieden. Mit dem 21 Jahre alten Verteidiger von RB Salzburg sollen sich die Wolfsburger bereits länger auf eine Zusammenarbeit verständigt haben. Dazu sind die Verhandlungen mit dem österreichischen Meister offenbar abgeschlossen. Der Kicker meldete den Wechsel bereits als fix, der Vertrag soll bis 2024 laufen. Im Raum steht eine Ablöse von bis zu zehn Millionen Euro.

Wer ist Pongracic? Und was bedeutet der – noch nicht offiziell verkündete – Wechsel für die Zukunft von Robin Knoche und Jeffrey Bruma?

Die österreichische Kronen-Zeitung veröffentlichte Ende November noch eine Geschichte über ihn unter dem Titel: „Das Kind im Körper eines Erwachsenen.“ Pongracic war in der Vergangenheit häufig negativ aufgefallen: mal kam er zu spät zu Terminen, dann fehlte er bei der Meisterfeier von RB unentschuldigt. Ex-Salzburg-Coach Marco Rose, der heute Borussia Mönchengladbach trainiert, strich Pongracic mal aus der Startelf, weil dieser am Morgen vor dem Spiel den Spaziergang verschlafen hatte. „Es ist einfach so, dass wir im Team Regeln haben“, begründete Rose die Entscheidung damals. Und die hat der in Landshut geborene Verteidiger offenbar nicht immer vollumfänglich eingehalten. „Ich bin schon noch verspielt, auch erst 22 Jahre alt. Manch einer braucht eben länger – das wird schon“, sagte er damals der „Krone“.

Rose, unter dem Pongracic viel gespielt hatte, verließ Salzburg im Sommer, Nachfolger wurde Jesse Marsch. Unter dem US-Amerikaner kam der Deutsch-Kroate kaum zum Zug, absolvierte seit Sommer nur sieben Partien. Schuld daran waren aber weniger disziplinarische Probleme, die mittlerweile der Vergangenheit angehören sollen, sondern vielmehr muskuläre Schwierigkeiten. Die setzten den 1,90 Meter großen Pongracic lange außer Gefecht. Aber im November sagte er: „Es ist geil, wieder fit zu sein, ein tolles Gefühl, wenn die Pumpe arbeitet.“

Das soll er nun in Wolfsburg zeigen. Für zwei aktuelle VfL-Verteidiger hat der Pongracic-Deal womöglich unmittelbare Auswirkungen: Knoche und Bruma. Da damit fünf Innenverteidiger für zwei Positionen im Kader stehen, dürfte einer den Klub noch im Winter verlassen. Bruma hat einige Anfragen, aber noch ist nicht die passende Offerte dabei. Der Niederländer, der in der Hinrunde 15 Partien absolvierte und äußerst stabil war, ist derzeit an letzter Stelle der Verteidiger-Hierarchie. Einen Platz hinter Knoche.

Der Vertrag des Ur-Wolfsburgers läuft am Saisonende aus, Gespräche über eine Verlängerung laufen zwar. Doch da Pongracic offenbar beim VfL unterschreibt, hat der Klub mit ihm und Marcel Tisserand ausreichend Spieler. Und für Knoche wäre kaum noch Platz...

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder