Schmadtke: Das Gesamtpaket passt zu uns

Wolfsburg  Der VfL-Geschäftsführer erklärt, warum Oliver Glasner der Trainer-Nachfolger von Bruno Labbadia wird.

Oliver Glasner.

Oliver Glasner.

Foto: GEPA pictures/ Florian Ertlvia www.imago-images.de / imago images / GEPA pictures

. Schon vom Zeitpunkt der Geburt Oliver Glasners an habe Jörg Schmadtke dessen Weg verfolgt, scherzt der Geschäftsführer des VfL Wolfsburg. Seine Hyperbel soll eines zeigen: dass sich der Verantwortliche des Fußball-Bundesligisten aus Wolfsburg ganz intensiv mit dem neuen Trainer, der Bruno Labbadia nachfolgt, auseinandergesetzt hat.

Inhalte der Gespräche zwischen Schmadtke, seinem Sportdirektor Marcel Schäfer und Glasner waren „das Spiel, wie Oliver es sieht“ und „wie er künftig Dinge mit uns entwickeln will“, erklärt der Geschäftsführer. „Natürlich war da auch ein Part dabei, in dem es ums Führen von Menschen und Mannschaften ging. Ich glaube, dass das Gesamtpaket Oliver Glasner sowohl fußballtaktisch als auch in der Menschenführung und in der Umsetzung bestimmter Ideen gut zu uns passt.“

Der 44 Jahre alte Österreicher kommt vom Linzer ASK, den er in seiner vierjährigen Amtszeit von einem Zweitligisten zu einem Topteam geformt hat. „Er ist ein analytischer Trainer, über den in Österreich behauptet wird, dass er Spieler besser macht“, sagt Schmadtke. Jetzt wagt der dreifache Familienvater den Schritt in die Bundesliga, er unterschrieb einen Vertrag bis 2022. Der Geschäftsführer: „Wenn ein neuer Trainer kommt, braucht er erstmal Zeit, um seine Ideen umzusetzen. Und wenn er die dann umgesetzt bekommt, will man als Verein davon natürlich partizipieren.“

Das heißt: Glasner soll den VfL langfristig weiterentwickeln und die positiven Punkte aus Labbadias Amtszeit fortführen. „Wir haben eine Top-Fitness“, sagt Schmadtke. „Außerdem haben wir es hinbekommen, dass die Mannschaft nicht überfordert ist, wenn sie im Ballbesitz ist. Das werden wir so fortführen. Dennoch wird Olivers Spielidee ein wenig anders sein als jene, die wir eben haben. Das ist der Job das Trainers.“ In Österreich hat es Glasners Mannschaft mit intensivem Pressing und attraktivem Offensivspiel bis in die Spitzengruppe der Liga geschafft. Aber Österreich ist nicht Deutschland.

Doch Schmadtke hätte Glasner nicht geholt, wäre er nicht von dessen Qualität überzeugt, auch auf der höheren fußballerischen Ebene erfolgreich zu arbeiten. „Der Wettbewerb in Deutschland ist natürlich intensiver. Die Liga in Österreich ist viel kleiner, daher spielen die andauernd gegeneinander. Zudem ist der Kreis derer, die oben dabei sind, kleiner“, erklärt der Geschäftsführer, der aber nicht glaubt, „dass es von der Grundtätigkeit des Trainers her ein großer Unterschied sein wird.“ Das Vertrauen in den Neuen ist groß, auch Geduld wird er von den Verantwortlichen spüren, wenn er seinen Posten am 1. Juli antritt. Glasner kommt, um zu bleiben.

Ob er dann mit dem VfL gleich auf drei Hochzeiten tanzen wird, entscheidet sich erst in den nächsten Wochen, vier Partien stehen jetzt noch aus. Mit dem LASK will der 44-Jährige noch einen ebenso erfolgreichen Abschluss feiern. Daher ließ er vor dem Wochenende eine kleine Nebelkerze steigen. Der mediale Rummel um seine Zukunft war ihm offenbar zu groß geworden, so sah er sich gezwungen öffentlich davon zu sprechen, dass noch keine Entscheidung über seinen nächsten Karriereschritt gefallen sei. Mehrere Klubs seien an ihm interessiert, aber noch gar nichts final geklärt.

Irritationen habe das Manöver in Wolfsburg, wo Glasner am Montag unterschrieb, aber nicht ausgelöst. „Er wollte nur seine Ruhe haben, weil er noch Ziele mit seiner Mannschaft hat“, sagt Schmadtke. „Wir im Übrigen auch. Ich spreche jetzt einmal über Glasner und danach nicht mehr, bis er am 1. Juli anfängt. Erstens haben wir selbst Ziele, und zweitens hat es unser aktuelles Trainerteam verdient, dass man über seine Tätigkeit spricht.“

Die Zukunft ist geklärt, aber die Gegenwart derzeit noch viel wichtiger. Und in der spielt 1899 Hoffenheim die Hauptrolle. In Sinsheim steht für den VfL am Sonntag von 15.30 Uhr an ein Endspiel um Europa an. Dessen Ausgang wird auch Glasner interessiert verfolgen.

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