Brooks jagt seine persönlichenµ Rekorde

Wolfsburg  Der VfL-Verteidiger zeigt, dass er 2017 „nicht umsonst gekommen ist“.

John Anthony Brooks.

John Anthony Brooks.

Foto: Sebastian Priebe / regios24

Es ist schon jetzt eine Saison voller persönlicher Rekorde für John Anthony Brooks. Nie in seinen fünf Bundesliga-Spielzeiten für Hertha BSC und den VfL Wolfsburg hat der Innenverteidiger aus den USA mehr als 27 Spiele absolviert. In dieser Saison liegt der 26-Jährige nun bereits bei 29 Einsätzen, nur ein einziges Mal fehlte er dem Team von Trainer Bruno Labbadia gelbgesperrt im Hinspiel gegen 1899 Hoffenheim (2:2).

Das war’s aber noch nicht mit individuellen Bestmarken. Mit seinem Last-Minute-Treffer gegen Eintracht Frankfurt (1:1) hat Brooks nun erstmals mehr als zwei Saisontore erzielt – zumindest im Profibereich. „In der Jugend“, sagt er, „habe ich mal 170 Tore geschossen.“ Da hatte er aber noch nicht in der Abwehr, sondern im Angriff gespielt. Sein Trainer reagierte auf diese Aussage überrascht. „Davon wusste ich überhaupt nichts. Hätte er mir das mal früher gesagt“, so Labbadia mit einem Augenzwinkern. Dann, so die Andeutung, hätte er Brooks wohl noch viel häufiger in die Offensive beordert.

Trotz Brooks’ Geheimniskrämerei ob der eigenen Abschlussqualitäten hat der Innenverteidiger bei seinem Trainer gute Karten. Labbadia baut voll auf den 1,93 Meter langen Hünen. „Für mich ist es super, dass der Trainer so auf mich setzt und ich verletzungsfrei bin“, sagt Brooks. „Die vergangene Saison war sehr unglücklich für mich, aber ich denke, dass ich in dieser Spielzeit schon ein paar Mal zeigen konnte, dass ich nicht umsonst hier bin.“

Das erste Jahr in Grün-Weiß war tatsächlich eines für die Tonne. Ex-Sportdirektor Olaf Rebbe verpflichtete den verletzungsanfälligen Nationalspieler im Sommer 2017 für angeblich 20 Millionen Euro von Hertha. Doch im ersten Spiel im DFB-Pokal in Norderstedt (1:0) riss Brooks eine Sehne im Oberschenkel, was eine wochenlange Zwangspause nach sich zog. Etwa neun Wochen später stand er wieder für den VfL auf dem Rasen, allerdings erneut nicht lange. Im Dezember bekam er Knieprobleme, die sich bis in den April zogen. Erst im Saisonendspurt kam Brooks zum Einsatz.

Die harte Saisonvorbereitung unter Labbadia zog er dann voll durch, verpasste kaum eine Einheit und legte so den Grundstein für diese verletzungsfreie Spielzeit, die er mit einigen persönlichen Bestmarken abschließen wird. Auch mit der Quali für den Europokal? „Das wäre eine coole Sache“, sagt Brooks. „Deshalb hauen wir uns Woche für Woche rein. Wir wollen alle nach Europa.“ Sollte es am Ende dennoch nicht klappen, „dann kann man nach den vergangenen zwei Jahren trotzdem sagen, dass es eine gute Saison war“, sagt der Verteidiger. Bisher hat er 2016 mit Hertha drei Europa-League-Quali-Spiele absolviert. Mehr noch nicht. Die Qualifikation wäre sein nächster persönlicher Meilenstein.

Für mich ist es super, dass der Trainer so auf mich setzt und ich verletzungsfrei bin.
John Anthony Brooks,

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