1:2 – Der VfL leistet Aufbauhilfe für Hannover 96

Hannover  In Hannover kassiert Wolfsburg in der Bundesliga eine verdiente 1:2-Niederlage. Der Blick der Grün-Weißen geht wieder nach unten.

Enttäuschte Gesichter: Yunus Malli (Mitte) und der VfL Wolfsburg haben das Derby in Hannover verloren.

Enttäuschte Gesichter: Yunus Malli (Mitte) und der VfL Wolfsburg haben das Derby in Hannover verloren.

Foto: Darius Simka / regios24

. Das war insgesamt viel zu wenig: Ein über weite Strecken anfälliger VfL Wolfsburg verabschiedet sich mit einer Niederlage in die Länderspielpause, verlor in der Fußball-Bundesliga bei Hannover 96 vor 35.800 Zuschauern verdient mit 1:2 (0:1) und hat nun nur noch drei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, den er in den vergangenen zwei Jahren nach der Spielzeit innehatte.

Es war ein ganz anderes Spiel als noch zehn Tage zuvor im DFB-Pokal. 96 brachte sieben neue Spieler, während der VfL im Vergleich zum 2:0-Sieg nur einmal wechselte, Yunus Malli für Admir Mehmedi brachte und wieder im 4-4-2 mit Raute agierte. Anders als an Halloween war’s dieses Mal gar kein Gruselkick, sondern ein unterhaltsamer Auftakt des 11. Spieltags. Das lag auch daran, weil die defensiv wackeligen Wolfsburger es Hannover oft zu einfach machten.

Es dauerte eine Viertelstunde, bis das Team von VfL-Coach Bruno Labbadia ins Spiel fand und dann auch fast in Führung ging. Daniel Ginczeks Versuch ging allerdings aus aussichtsreicher Position in die Wolken (15. Minute). Die Kopie von Mehmedis Tor zum 1:0 im Pokal – dieses Mal durch Malli – wurde nach Videobeweis zurecht zurückgepfiffen, weil Yannick Gerhardt den Ball mit der Hand gespielt hatte (18.). Zwei Minuten später gab es für Schiedsrichter Marco Fritz keine Unterstützung aus Köln, als Hannovers Julian Korb der Ball im Strafraum an die Hand sprang.

Dann waren ordentliche zehn Minuten der Wolfsburger in Durchgang 1 aber vorbei. Von da an leisteten die Grün-Weißen Aufbauhilfe für die Landeshauptstädter, die bis dato erst ein Ligaspiel gewonnen hatten. Mehr und mehr schlichen sich Unkonzentriertheiten und Fehler ein. Die schlampigen Pässe der schwachen John Anthony Brooks und William im Aufbau blieben unbestraft, doch als William 96-Youngster Linton Maina sträflich allein ließ, erzielte der 19-Jährige per Direktabnahme sein erstes Bundesliga-Tor (31.). Gegen Ihlas Bebou bewahrte Keeper Koen Casteels mit einer starken Fußabwehr sein Team noch vor einem höheren Pausenrückstand.

Zur Pause stellte Labbadia auf ein 4-3-3 um, brachte mit Josip Brekalo für den angeschlagenen Ginczek und John Yeboah für Elvis Rexhbecaj zwei schnelle Außenspieler. Es sah in den ersten Minuten auch so aus, als würde sich das auszahlen. Yeboah verpasste um eine Fußspitze seinen ersten Treffer bei den Profis (51.). Jérôme Roussillon (53.), vor allem aber Brekalo bei der ersten seiner zwei Chancen direkt hintereinander (54., 55.) hätten das 1:1 erzielen müssen. Dann hätte der VfL hinten vermutlich auch nicht so offen gestanden, als William mit dem nächsten Fehler Marvin Bakalorz elfmeterreif legte. Bebou ließ Casteels keine Chance.

Die Wolfsburger mühten sich im Anschluss, noch einmal ins Spiel zurückzufinden, doch die richtig zündenden Ideen hatten sie nicht mehr – und so brauchte der VfL einen Fehler der Gastgeber, um noch einmal zurückzukommen: Bobby Wood legte Gerhardt im Strafraum, Wout Weghorst, bis dahin fast unsichtbar, verwandelte den Strafstoß cool (82.) und ließ sein Team noch mal hoffen. Doch in der stürmischen Schlussphase sprang vor dem 96-Tor zu wenig Konstruktives heraus, Brekalos Schuss in der Nachspielzeit, den Michael Esser parierte, einmal ausgenommen.

Somit geht der VfL mit einer Niederlage aus diesem richtungsweisenden Spiel und hat nur noch drei Punkte Vorsprung auf Hannover und den Relegationsplatz. Der Blick richtet sich wieder einmal nach unten.

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