VfL weist Taktik-Spielchen bei der Ticketvergabe zurück

Wolfsburg  Der Verein nennt Gründe, warum beim Relegationsspiel gegen Eintracht viele Plätze in der Arena leer blieben.

In der Arena blieben viele Plätze frei.

In der Arena blieben viele Plätze frei.

Foto: regios24/Priebe

Die TV-Zuschauer rieben sich beim Kameraschwenk über die Ränge der Volkswagen Arena verwundert die Augen, viele Besucher des Fußball-Relegationsspiels zwischen dem VfL Wolfsburg und Eintracht Braunschweig blickten erstaunt durchs 30 000 Menschen fassende Rund. „Ausverkauft“, so meldete es der VfL über die Stadionlautsprecher, sei das Nachbarschaftsduell.

Doch die Realität sah anders aus. Es klafften sichtbar Lücken auf den Tribünen, ganze Sitzreihen waren unbesetzt. Die Fans aus Braunschweig sangen: „Wir haben ein Heimspiel in Wolfsburg.“

Doch warum blieben die Plätze leer? Offenbar hatten die Verantwortlichen des VfL Sicherheitsbedenken. Ihre Befürchtung: Eintracht-Fans könnten sich Karten für den VfL-Heimbereich sichern. Nur nach Vorlage des Personalausweises sollte Wolfsburg-Fans, auch jenen mit Dauerkarte, der Zutritt zur Arena gewährt werden. So lautete eine offizielle VfL-Ansage am Mittwoch: Ein Übertrag oder das Umschreiben der Dauerkarte wäre laut VfL-Ansage mit Vollmacht möglich gewesen. Tags darauf eine neue Ansage des VfL: Eine Weitergabe von Dauerkarten sei grundsätzlich nicht gestattet.

War dieses Hin und Her etwa eine bewusste Taktik, um die Braunschweiger Fans aus dem Heimbereich des Stadions zu halten? „Nein“, hieß es dazu vom VfL. „Es handelte sich nicht um Taktik, sondern um die konsequente Umsetzung der im Vorfeld des Spiels klar kommunizierten Fantrennung im Stadion“, teilte der Verein mit.

Doch warum gab es im Vorfeld des Spiels verschiedene Aussagen darüber, ob das Umschreiben der Dauerkarten möglich ist? „Diese gab es aus unserer Sicht nicht“, hieß es in einer Stellungnahme des Vereins. „Bei wem es zu den im Vorfeld kommunizierten Regularien den Stadionbesuch betreffend Unklarheiten gab, der konnte sich an unser Servicecenter wenden. Dort wurde jedem Fan weitergeholfen.“ Am Spieltag habe es kaum Fans gegeben, die sich an den Klärungsstellen am Stadion mit Problemen gemeldet hätten.

Am Freitag wurde der VfL konkret, der Verein nannte Zahlen. 284 Braunschweig-Fans sei der Zutritt zur Arena verweigert worden, „allerdings aus unterschiedlichen Gründen““

Neben dem nicht gestatteten Tragen von Eintracht-Fanutensilien im Heimbereich zählten dazu nach Angaben des VfL die Nicht-Übereinstimmung bei der Personalisierung von Tageskarten, übermäßiger Alkoholkonsum sowie Beleidigungen und Handgreiflichkeiten gegenüber dem Ordnungsdienst.

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