Seguin: RB ist eine Bereicherung

Wolfsburg  Der in Magdeburg geborene VfLer freut sich aufs Duell gegen den starken Ost-Aufsteiger.

Zweimal stand Paul Seguin zuletzt in der Startelf des VfL Wolfsburg. Sonntag gegen Leipzig wieder?

Zweimal stand Paul Seguin zuletzt in der Startelf des VfL Wolfsburg. Sonntag gegen Leipzig wieder?

Foto: Simka/regios24

Als der VfL Wolfsburg das letzte Mal in der Fußball-Bundesliga gegen einen Ostklub spielte, hat Paul Seguin gerade in der Schule die 7. Klasse besucht. Letzter Ostgegner war in der Saison 2008/2009 Energie Cottbus. Das Hinspiel gewannen die „Wölfe“ mit 3:0, in der Rückserie siegten die Lausitzer mit 2:0. Trotzdem wurde der VfL sensationell Meister – und Cottbus stieg nach zwei Relegationsspielen gegen den 1. FC Nürnberg ab. Seitdem wartet Wolfsburg auf die Rückkehr eines Gegners aus den neuen Bundesländern. Sonntag hat das Warten ein Ende. Mit RB Leipzig kommt der noch ungeschlagene Aufsteiger aus Sachsen. Und Seguin freut sich darauf.

„Ich bin natürlich froh, dass es endlich wieder eine Ostmannschaft in die Bundesliga geschafft hat“, sagt der geborene Magdeburger, dessen Familie zu großen Teilen noch immer in Stendal wohnt. Seguin sieht RB als „Bereicherung“ für die Bundesliga. „Die sportliche Entwicklung ist sehr gut, die sind von Liga zu Liga marschiert. Die Ambitionen sind riesig“, sagt er. „Da wird noch etwas passieren, und ich finde das schon gut.“

Dass die Leipziger nur dank der finanziellen Unterstützung des Brausekönigs Dietrich Mateschitz ins deutsche Oberhaus gelangt sind, stört den 21-Jährigen nicht. „Ich find’s okay, denn es gehört einfach dazu, dass Geld heutzutage eine Rolle spielt.“ Aber Kohle allein macht noch lange keinen Spitzenverein aus.

Die „Roten Bullen“ verfolgen eine klare sowohl Spiel- als auch Kaderpolitik: So verdient etwa kein Spieler im Kader mehr als drei Millionen Euro im Jahr, inklusive Prämien. Und auf dem Rasen gibt’s für Leipzig nur eine Geschwindigkeit: Vollgas. Bei der Defensiv-Arbeit pressen die Leipziger mit viel Druck auf den Ballführenden, um Fehler im Aufbau zu erzwingen und so schon in der Nähe des gegnerischen Tores in Ballbesitz zu gelangen. Und wenn die Mannschaft von Trainer Ralph Hasenhüttl den Ball hat, wird’s gefährlich. Kaum ein Bundesliga-Team hat in dieser Saison so viel offensive Wucht an den Tag gelegt wie der noch ungeschlagene Aufsteiger aus Sachsen.

Und Sonntag steigt das Duell mit dem VfL, der seit dem ersten Spieltag auf einen Sieg wartet. Das spiegelte sich zuletzt auch in der Atmosphäre wider. Doch die, das bekräftigt Seguin, habe sich nun wieder deutlich verbessert. „Wir trainieren gut, die Stimmung ist seit letzter Woche wieder lockerer. Man merkt in den Einheiten, dass jeder wieder den Ball haben will.“

Sein Auftrag für Sonntag: „Wir sollten uns nicht verstecken, sondern wieder Spaß haben und uns keinen Druck machen. Ich denke, wir sacken die drei Punkte ein, weil wir noch mehr Qualität haben als RB – wenn“, und das betont er, „wir alles abrufen.“

Ob Seguin wie in den letzten beiden Liga-Partien in der Startelf stehen wird, ist noch offen. Luiz Gustavo kehrt zurück und drängt auf seinen Platz. „Ich möchte spielen“, stellt Seguin klar. „Aber Luiz ist extrem wichtig mit seiner Ruhe, Ausstrahlung und Sicherheit.“ Auch die Variante mit dem geborenen Magdeburger an der Seite des geborenen Dresdners Maximilian Arnold gegen Leipzig würde Seguin gefallen: „Das wäre schön“, sagt er. Wichtiger sind für ihn aber: Mal wieder drei Punkte.

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