Die Uhr tickt, Allofs zockt – VfL zittert um Schürrle-Deal

Wolfsburg  Der FC Chelsea will mehr Geld für Andre Schürrle, der VfL Wolfsburg aber nicht zahlen. Am Montag fällt die Entscheidung.

Einst gefeierter Torschütze, jetzt nur noch Tribünengast: André Schürrle will den FC Chelsea verlassen.

Einst gefeierter Torschütze, jetzt nur noch Tribünengast: André Schürrle will den FC Chelsea verlassen.

Foto: Imago

Angespannt und müde wirkte Klaus Allofs gestern in den Katakomben der VW-Arena. Kein Wunder: Der Manager des VfL Wolfsburg verhandelt seit Tagen intensiv mit den Verantwortlichen des englischen Top-Klubs FC Chelsea. Es geht um die Dienste von Angreifer André Schürrle (24) – und um Millionen. Jede Stunde zählt jetzt. Denn spätestens bis 12 Uhr muss sich Schürrles Name heute auf der Transferliste der Deutschen Fußball-Liga wiederfinden – andernfalls platzt der sicher geglaubte Transfer.

Allofs sagte gestern Mittag: „Es gibt im Moment keine Einigung. Die Zeit läuft ab. Die Möglichkeiten werden von Stunde zu Stunde geringer.“ Mit dem Spieler ist sich der VfL seit Tagen über einen Vertrag bis ins Jahr 2019 einig. Nur der Klub von Trainer José Mourinho fordert offenbar (noch) mehr Geld als Allofs in einen neuen Spieler investieren kann. „Die Welt scheint zu glauben, dass wir alles können. Aber wir wissen, dass wir nicht alles können“, sagte der Manager. Er machte klar, dass es eine finanzielle Schmerzgrenze gibt, die er nicht überschreiten wird. Im Gespräch sind 30 Millionen Euro – mehr als der VfL jemals für einen Spieler investiert hat. Doch Chelsea will mehr. „Sie verhandeln mit harten Bandagen, keiner hat etwas zu verschenken“, erklärt Allofs die schwierigen, stockenden Verhandlungen.

Trotz der pessimistischen Aussagen des VfL-Managers zweifelt im VfL-Umfeld fast niemand daran, dass der deutsche Weltmeister heute noch als Last-Minute-Transfer von der Themse an die Aller wechselt. Denn Allofs betonte erneut: „Wir würden ihn sehr gerne bei uns haben.“

Schürrle selbst hat sich schon zu Wolfsburg bekannt. Nach dem 4:1-Sieg am Freitag gegen die Bayern hatte der Nationalspieler VfL-Trainer Dieter Hecking eine Glückwunsch-SMS geschrieben. Sein Berater Ingo Haspel war sogar schon im Stadion. Weiteres Indiz für einen Winterwechsel: Schürrle stand bei Chelseas Ligaspiel gegen Manchester City (1:1) am Samstag wieder nicht im Kader der „Blues“.

Die VfL-Verantwortlichen sind noch im ständigem Kontakt mit Schürrle – gute Nachrichten haben sie für ihn bisher aber noch nicht. Bei den stockenden Verhandlungen hilft sein Wolfsburg-Bekenntnis nicht. Allofs: „Er kann ja nicht in die Köpfe der Verantwortlichen von Chelsea gucken.“

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