Leidenszeit vorbei – Vieirinha nach 148 Tagen zurück

Wolfsburg  Der Portugiese vom VfL Wolfsburg hat sich von seinem Kreuzbandriss im linken Knie erholt. Am Mittwoch gab er sein Trainings-Comeback an der Arena.

Vieirinha und Fitnesstrainer Oliver Mutschler hatten beim Trainings-Comeback des Portugiesen.

Vieirinha und Fitnesstrainer Oliver Mutschler hatten beim Trainings-Comeback des Portugiesen.

Foto: regios24/Anja Weber

148 Tage nach seinem Kreuzbandriss ist Vieirinha (28) am Mittwochnachmittag beim Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg ins Training eingestiegen. An der Seite von Fitmacher Oliver Mutschler drehte der Portugiese am Nachmittag seine Runden an der Arena, spulte davor noch ein Stabilisations-Programm für das lädierte linke Knie ab. „Ich bin froh, wieder da zu sein“, sagte Vieirinha. Sein Ziel: Ein Comeback in eineinhalb Monaten.

„Ich habe wieder 100 Prozent Vertrauen in mein Knie. Aber ich muss vorsichtig sein. Ein Fehler – und ich fange bei Null an.“
Vieirinha (28) über seine fünfmonatige Verletzungspause und sein Comeback.

Schon am Morgen war Vieirinha pünktlich zur Video-Analyse des Hertha-Spiels wieder zur Mannschaft gestoßen. „Dieser Moment“, sagt der 28-Jährige, „in dem ich in die Kabine kam, war so, als wäre ich nie weg gewesen.“ Da wurde ihm wieder bewusst, „wie stark der Zusammenhalt in der Kabine“ bei den „Wölfen“ sei. „Die Jungs haben mich super unterstützt als ich weg war und haben mich jetzt auch toll empfangen.“

Seine knapp fünfmonatige Reha hatte Vieirinha bei seiner Familie in Griechenland absolviert. „Die Familie ist alles in diesen Zeiten, wenn du verletzt bist“, sagt der Flügelflitzer. Auch deshalb ließ er sich während seiner Zwangspause gleich vier neue Tattoos stechen – zwei davon haben unmittelbar mit der Familie zu tun: Am linken Ringfinger trägt Vieirinha jetzt die Buchstaben V und C (sie stehen für Freundin Vaso und Töchterchen Christina) sowie ein „ganz persönliches“ Datum in altrömischer Zahlschrift am linken Handgelenk.

Seine Familie hat der 28-Jährige fortan aber nicht nur auf dem Körper bei sich, sondern auch im Alltag. Vaso und Christina kehrten gleich mit Vieirinha zusammen aus Griechenland in das gemeinsame Haus in Meine zurück. „Jetzt gucke ich nur nach vorne“, sagt Vieirinha. „Vergangenheit ist Vergangenheit – ich kann die Verletzung nicht ändern. Jetzt will ich so schnell wie möglich der Mannschaft helfen.“

Aus Sicht seines Trainers Dieter Hecking geht es in den kommenden Wochen aber auch darum, beim Aufbauprogramm „nichts zu übertreiben“. Dafür werden sich die VfL-Mannschaftsärzte auch nochmal genau die Ergebnisse von Vieirinhas letztem Muskulatur-Test in Griechenland vornehmen. „Wir haben eine Sorgfaltspflicht, müssen genau aufpassen, wie wir ihn ans Mannschaftstraining heranführen“, so Hecking.

Vieirinha selbst brennt auf eine Rückkehr. „In eineinhalb Monaten will ich wieder zurück sein“, sagt er. „Ich habe jetzt schon wieder 100 Prozent Vertrauen in mein Knie. Aber ich muss trotzdem vorsichtig sein. Ein Fehler – und ich fange wieder bei Null an.“ Das weiß auch Hecking: „Wir reden hier bisher über eine Zeit von viereinhalb Monaten. Normal sind bei einem Kreuzbandriss etwa sechs Monate. Wir haben also noch ein bisschen Zeit.“

Weitere 148 Tage wird Vieirinha allerdings nicht mehr für sein Bundesliga-Comeback brauchen.

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