Russ: Magath wird mich fit machen

Freitag spielte Marco Russ (25) noch für Eintracht Frankfurt in Fürth, nachts brachte VfL-Co-Trainer Pierre Littbarski den Innenverteidiger dann ins Trainingslager des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten. Gleich am nächsten Tag unterhielt Russ sich mit unserem Redakteur Felix Ehlert.

Seit Ihrem zehnten Lebensjahr haben sie bei Eintracht Frankfurt gespielt und den Verein Freitagnacht verlassen, um zum VfL zu stoßen. Was war das für ein Gefühl?

Es steht für mich schon seit einem knappen Jahr fest, dass ich den Verein verlasse und eine neue Herausforderung brauche. Als mein Berater mir vom Wolfsburger Interesse berichtete hat, war klar, dass ich nirgendwo anders hin will. Der Konkurrenzkampf beim VfL wird mich stärker machen, darauf freue ich mich.

War der Abschied denn nicht emotional?

Klar war das letzte Spiel für Eintracht nochmal etwas Besonderes, zum Glück haben wir es auch noch gedreht (3:2 gegen Fürth). Ich habe viele Freunde in Frankfurt und die Zeit sehr genossen. Aber ich brauchte jetzt sportlich und privat einen Tapetenwechsel. Das ist im Fußball normal.

Was bedeutet die Eintracht noch für Sie?

Ich komme aus der Region, bin dort Profi geworden. Klar wird das immer ein Teil meines Lebens bleiben. Aber jetzt beginnt ein neues Kapitel.

Und jetzt wollen Sie beim VfL Stammspieler werden.

Klar ist es mein Ziel, zu spielen. Der Konkurrenzkampf mit Madlung und Kjaer wird schwer. Aber so etwas hat mir in der Vergangenheit gefehlt.

Welche Rolle hat VfL-Coach Felix Magath bei Ihrem Wechselwunsch gespielt?

Eine große. Er sieht in mir das Potenzial, und bei ihm habe ich Konkurrenz. Dass die zuletzt nicht da war, hat mir geschadet.

Ihre Leistung hat stagniert?

Ja. Im Hinterkopf hat man, dass man sowieso spielt. Dann bringt man nicht hundert Prozent Leistung.

Die Zweitliga-Vorbereitung haben Sie abgeschlossen, die Saison hat ja bereits begonnen. Wie fit sind Sie körperlich?

Ich bin sicher auf einem anderen Stand als die Spieler hier. Armin Veh (Frankfurts Trainer und Ex-VfL-Coach, d. Red.) hat zwar in der Vorbereitung Gas gegeben. Aber die letzten eineinhalb Jahre unter Michael Skibbe waren eher lau, da haben wir nicht viel gemacht. Wir waren nicht topfit, das hat man uns angemerkt. Jetzt freue ich mich auf die Vorbereitung bei Magath. Er wird mich fit machen.

Was hat Ihnen Patrick Ochs über den VfL berichtet, der ja vor Ihnen von Frankfurt nach Wolfsburg gewechselt ist?

Wir haben uns schon oft ausgetauscht. Allgemein, über den Verein und die Stadt. Aber ich war sowieso schon überzeugt. Auch mit Marcel Schäfer habe ich gesprochen, wir haben den selben Berater.

Wie haben Sie die Mannschaft aus der Ferne beurteilt?

Erst Meister, dann fast der Abstieg – es ging mit dem VfL wirklich rauf und runter. Die Einzelspieler sind stark, aber plötzlich sind alle in einen Negativstrudel geraten. Auf jeden Fall ist das Potenzial für die internationalen Plätze vorhanden.

Kommt Ihre Familie mit nach Wolfsburg?

Meine Frau und mein Sohn Moses Shia werden erst einmal mit mir ins Hotel ziehen. Wenn wir dann ein Haus gefunden haben, kommen unsere Hunde nach.

Ihre Rückennummer ist die 23, die in Wolfsburg zuletzt Grafite hatte und die Sie bereits in Frankfurt trugen.

Ja, die habe ich zugeteilt bekommen, als ich in Frankfurt als Profi angefangen habe. Da war noch nichts mit Aussuchen. Jetzt freue ich mich, dass ich sie behalten konnte.

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