Mit dem einstigen Sorgenkind der Kreis-Fußballer geht es bergauf

Wolfsburg.  Im Vorfeld des Wolfsburger Kreisfußballtages glänzen die viele Jahre gebeutelten Fußball-Schiedsrichter mit erfreulichen Aktiven-Zahlen und Nachrichten.

Lehrwart Matteo Pilotta (von links) und Vorsitzender Claudio Menna sind wiedergewählt worden.

Lehrwart Matteo Pilotta (von links) und Vorsitzender Claudio Menna sind wiedergewählt worden.

Foto: Archiv

Als virtuelle Veranstaltung aufgrund der Corona-Pandemie hält Wolfsburgs zweitgrößter und einflussreichster Sportverband am Donnerstag, 14. Januar (18 Uhr), seinen Kreis-Tag ab. Die Fußballer aus der Volkswagenstadt um ihren Vorsitzenden Stefan Pinelli haben trotz der vielen Einschränkungen, Spiel- und Saisonabsagen dem Virus getrotzt und einige viel versprechende Entwicklungen in Gang gebracht. Wie zum Beispiel innerhalb der Schiedsrichtervereinigung, dem einstigen großen Sorgenkind des NFV-Kreises.

Die Fußball-Referees hielten bereits am Freitag ihren Schiedsrichtertag ab. Dreieinhalb Jahre nach dem Antritt Claudio Mennas als Vorsitzender endete die erste Amtsperiode von ihm und seiner Vorstandsmannschaft. Der seinerzeit vollzogene Generationswechsel trägt ganz offensichtlich Früchte. Das unterstreichen die Mitgliederzahlen. Laut Menna stieg die Zahl der aktiven Unparteiischen von 78 (Stand 2017) und 75 (2018) auf 91 (Dezember 2020). „Unser Ziel für 2021 lautet, uns auf 106 Schiedsrichter zu steigern“, sagt Menna. Damit wäre der Stand aus dem Jahr 2015 erreicht.

Abwärtstrend gestoppt

13 Referees innerhalb von drei Jahren – was erst einmal nicht so furchtbar viel klingt, ist auf jeden Fall ein Stopp des Abwärtstrends und ein Start des Aufwärtstrends. Viele Jahre in Folge war die Zahl gesunken. Ältere Kameraden hatten aufgehört, Nachwuchs kam kaum nach. Das Image des Fußballschiedsrichters auf Kreisebene hatte stark gelitten und musste erst einmal wieder aufpoliert werden.

Das ist der neuen Führungsmannschaft mit ihrem modernen Stil und dem verstärkten Einsatz digitaler Technik gelungen. Kein Wunder, dass der Punkt Wahlen anlässlich der Online-Sitzung wenig Zeit in Anspruch nahm. Vorsitzender Claudio Menna (Lupo Martini Wolfsburg) sowie die Ausschussmitglieder Matteo Pilotta (Lehrwart/TSV Hehlingen), Martin Krause (Beisitzer und Ansetzer/SV Reislingen-Neuhaus), Jöran Schmuck (Beisitzer/TSG Mörse) und Martin Thompson (Schriftführer/WSV Wendschott) wurden allesamt im Amt bestätigt. „Ich bin sehr dankbar und glücklich, dass mein Team sich bereit erklärt hat, für eine Wiederwahl anzutreten und dass uns unsere Schiedsrichtern erneut das Vertrauen geschenkt haben“, sagte Menna.

"Junges Fundament"

Während seiner weiteren Ausführungen hob der Vorsitzende einige Errungenschaften besonders hervor. „Wir haben mittlerweile fünf aktive Schiedsrichterinnen, so viele wie nie zuvor. Der Altersdurchschnitt der aktiven Mitglieder beträgt 29,8 Jahre. 64 der insgesamt 91 Schiris sind 30 Jahre und jünger. Dieses junge Fundament ist eine gute Basis für die kommenden Jahre“, sagte Menna.

Wie viele Anstrengungen nötig waren, um die lange schrumpfende Schiedsrichterschaft zu stabilisieren und aufzustocken, verdeutlicht folgende Zahl. 71 Schiedsrichter beziehungsweise Schiedsrichterinnen bildeten Lehrwart Pilotta und Co. in den vergangenen dreieinhalb Jahren aus.

Schiedsrichterwesen reformiert

Dabei setzten er und seine Vorstandskollegen zunehmend auf zeitgemäße Formen der Ausbildung. Forciert durch das zeitweise coronabedingte Verbot von Präsenz-Veranstaltungen führten sie Videokonferenzen für Lehrabende und ganze Online-Anwärterlehrgänge ein. Um Nachwuchs zu rekrutieren, wandten sie sich nicht nur – wie früher – an die Vereine, sondern gingen neue Wege. Kooperationen mit Schulen, Infostände und ansprechende Werbung in den sozialen Netzwerken waren erfolgreiche Maßnahmen. Und so gelang es auch, die höchste Liga auf Stadtebene wieder aufzuwerten. „Wir haben es geschafft, die Kreisliga wieder mit Assistenten zu besetzen“, berichtet Menna stolz.

Doch die Zahl der aktiven Schiedsrichter reicht längst noch nicht, um alle Partien auf Kreisebene zu besetzen. Deshalb führten Menna und Co. die nachrangige Besetzung der Spiele der Vereine ein, die nicht die geforderte Zahl an Schiedsrichtern stellen können. Auf die Weise werden die Klubs belohnt, die sich intensiv um Schiedsrichternachwuchs kümmern.

Bonanno und Nar ausgezeichnet

Als ein Höhepunkt des Schiedsrichtertags standen außerdem Ehrungen verdienter Mitglieder an. So wählten die Referees Dennis Bonanno vom TSV Hehlingen zu ihrem Schiedsrichter des Jahres. Vom selben Verein kommt auch der neue Jungschiedsrichter des Jahres: Malte Nar. Für 35-jährige Mitgliedschaft zeichnete der Ausschuss Manfred Rösner (SV Brackstedt) und Andreas Knobbe (WSV Wendschott) aus. Für 20 Jahre wurde Yousri Bricki (DJK Germania Wolfsburg) geehrt, für zehn Jahre gab es Auszeichnungen für Felix Bickel (SSV Vorsfelde) und Rene Fricke (VfL Wolfsburg).

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