Ungewohnt langer Vorlauf: Almas’ VfL-Vertrag ist fix

Wolfsburg.  Der Top-Sprinter bleibt dem VfL Wolfsburg e.V. gleich für zwei weitere Jahre erhalten – und er hat mit Olympia und der Heim-EM viel vor.

Deniz Almas (links), Top-Sprinter des VfL Wolfsburg, unterzeichnet seinen neuen Vertrag beim VfL, dessen Präsident Prof. Dr. Peter Haase sehr zufrieden war

Deniz Almas (links), Top-Sprinter des VfL Wolfsburg, unterzeichnet seinen neuen Vertrag beim VfL, dessen Präsident Prof. Dr. Peter Haase sehr zufrieden war

Foto: Helge Landmann / regios24

Das war mal eine Unterschrift mit Vorlauf: Topsprinter Deniz Almas bleibt dem VfL Wolfsburg nach seinem Wahnsinnsjahr mit zwei DM-Titeln (Freiluft/Halle), deutscher Jahresbestzeit und Steigerung über 100 Meter auf 10,08 Sekunden erhalten, unterschrieb am Mittwoch sogar für zwei Jahre statt wie ansonsten beim VfL üblich für eines. Die Verhandlungen hatten sich über einen längeren Zeitraum gezogen. Auch am Mittwoch lief es nicht so glatt, wie es „der schnellste Wolf“ in diesem Jahr eigentlich gewohnt war.

Denn der schnellste Deutsche des Jahres, der in Leipzig lebt und am Stützpunkt trainiert, verspätete sich rund eine Stunde, weil zu Hause die Dopingkontrolleure noch unangemeldet eine Probe genommen hatten. Erst dann ging’s auf die Bahn Richtung Autostadt. Im Gepäck hatte Almas mit Niels Torben Giese ein hoffnungsvolles Talent, das vom SC DHfK Leipzig nach Wolfsburg wechselt und zunächst für ein Jahr unterschrieben hat.

Almas weiß, was er am VfL hat

So groß der Vorlauf auch war: Dass es so kommen würde, hatte sich abgezeichnet. Die Verhandlungen liefen zu jeder Zeit fair ab. Zuletzt ging es nur noch um die Prüfung des Vertragwerks. Almas – das hatte er bereits im September bekundet – weiß, was er am VfL hat. Der Klub hatte den gebürtigen Baden-Württemberger auf Empfehlung von Ex-Topsprinter Sven Knipphals unter Vertrag genommen – und dem damals 21-Jährigen aus der Bredouille geholfen, als es um seine weitere Karriere ging.

Seitdem dankt es der „Turbo-Türke“, wie er sich in den sozialen Netzwerken nennt, mit einer konstanten Leistungssteigerung. In diesem Jahr explodierte er aber förmlich und schwang sich zu einem ungeahnten Höhenflug auf. Seine großen Ziele für die kommenden zwei Jahre im VfL-Trikot: ein Einzelstart bei Olympia und die Heim-EM 2022 in München. Bei der Finalisierung des neuen Arbeitspapiers halfen dem VfL e. V. auch die Fußball-GmbH und die VW Sportkommunikation. „So können wir ein Paket schnüren, um Nachhaltigkeit zu gewährleisten“, sagte Prof. Dr. Peter Haase . Der VfL-Präsident meinte weiter: „Für uns ist heute ein schöner Tag. Wir haben mit Deniz einen Leuchtturm, darüber freuen wir uns, für die Jugend und den Verein.“

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Über die finanziellen Eckdaten wollte beim Pressetermin am frühen Mittwochabend keiner der Beteiligten sprechen. Nach Informationen unserer Zeitung sind in dem Wolfsburger Paket neben einer Anhebung der finanziellen Bezüge sowie einem Dienstwagen auch höhere Leistungsprämien verankert: Das heißt: Bleibt Almas in der nationalen Spitze, fährt als Einzelstarter zu Olympia oder knackt die für deutsche Sprinter bisher magische Marke von 10,00 Sekunden, dann macht sich das für ihn auch bezahlt.

Auch für den VfL und seine Partner soll sich die weitere Zusammenarbeit bezahlt machen. Nicht umsonst schaute noch Michael Meeske, Geschäftsführer der Fußball-GmbH, zur Vertragsunterzeichnung vorbei. Dominik Günther, Nachfolger des in den Ruhestand verabschiedeten Axel Diedrich, war für die Sportkommunikation dabei. Und neben Haase ließen sich Gerd Hummel und Udo Röhrig aus dem Vorstand sowie e.V.-Geschäftsführer Stephan Ehlers den Termin nicht entgehen. Meeske sagte: „Wir freuen uns, den Spitzensport unterstützen zu können.“ Und der Geschäftsführer sieht auch die Möglichkeit, dass Fußballer und Almas weiter eng zusammenarbeiten. Der Sprinter war bereits für ein Showtraining zu den Profis eingeladen.

Neuzugang Giese will sich beim VfL weiter steigern

Und Giese? Der hatte sich bei seinem Ex-Klub nicht mehr unbedingt wohlgefühlt. Im VfL-Trikot will er seine Bestzeit über 100 m (10,37 Sek.) signifikant steigern, im kommenden Sommer unter 10,30 laufen und vielleicht auch noch für die deutsche 4x100m-Staffel interessant werden. Für die des VfL ist er es schon: Mit ihr wollen Almas, Giese, Tobias Morawietz und Johannes Breitenstein den Landesrekord brechen und im Anschluss vielleicht sogar die deutschen Meisterschaften aufmischen.

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So sehr sich im Vorfeld dieser Unterschriften einiges hingezogen hat: Das kommende Jahr soll für das Sprint-Rudel des VfL dann richtig schnell werden.

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