Jahns Lißmann: So lief das erste US-Semester

Wolfsburg.  Das Tennis-Ass aus dem Nordliga-Team des TV Jahn Wolfsburg fiebert ihrem Debüt für die University of Indianapolis im Frühjahr 2021 entgegen.

Lorraine Lißmann (links) und ihre Mannschaft von der University of Indianapolis.

Lorraine Lißmann (links) und ihre Mannschaft von der University of Indianapolis.

Foto: Privat / oh

Das USA-Abenteuer begann mit elf Tagen völliger Isolation. Nach ihrer Ankunft in Indianapolis im US-Bundesstaat Indiana musste Lorraine Lißmann zunächst knapp zwei Wochen in Corona-Quarantäne. Die darauffolgenden zweieinhalb Monate an der University of Indianapolis waren jedoch Entschädigung genug: Lißmann blickt zurück auf ein spannendes erstes Semester als Tennis-Stipendiatin in Übersee.

Vom Flughafen in Indianapolis ging es ohne Umwege direkt in ein speziell für die Uni-Sportler angemietetes Hotel etwas außerhalb der Stadt. Die University of Indianapolis setzte die Quarantäne-Regelungen konsequent um. „Ich habe elf Tage lang kein Gesicht gesehen“, berichtet Lehramtsstudentin Lißmann. Die 22-Jährige hatte sich eine denkbar ungünstige Zeit ausgesucht, um ihre College-Tennis-Karriere zu starten.

Am Anfang stehen zwei Wochen in Quarantäne

Im September begann für Lißmann das erste Semester an der US-Hochschule. Die Nordliga-Spielerin des TV Jahn Wolfsburg hat ein Vollstipendium bekommen. Sie spielt Tennis im Division-II-Team der Uni und bekommt im Gegenzug die Studiengebühren ersetzt sowie Unterkunft und Essen gestellt.

Auf den Komfort der Uni-Mensa musste Lißmann in den ersten zwei Wochen allerdings verzichten. Im Quarantäne-Hotel gab es allenfalls durchschnittlich gutes Essen – und dann auch noch zu kleine Portionen, wie Lißmann anmerkte. Zugestellt wurden die Mahlzeiten von einem Hotel-Mitarbeiter im Schutzanzug. „Das war eine ganz seltsame Zeit“, erklärt Lißmann. Nicht mal für einen Spaziergang oder Lauf durfte sie das Hotelzimmer verlassen. „Wer trotzdem rausging, für den begannen die zwei Wochen Quarantäne von neuem“, betont die Salzgitteranerin.

Online-Kurse der Uni sorgen für Ablenkung

Nur gut, dass die Uni-Kurse bereits angelaufen waren. So konnte sich Lißmann mit dem Studium ablenken. Da ohnehin alle Module im Online-Format durchgeführt wurden, hatte die Deutsche keine Nachteile durch die Quarantäne. Von den Kursen und der Betreuung durch die Professoren war Lißmann begeistert. „Die Dozenten waren sehr bemüht, die Kommunikation super“, betont die 22-Jährige. „Das Studieren in den USA ist anders als in Deutschland. Mir hat es sehr gut gefallen.“

Nach zwei Wochen auf dem Hotelzimmer traf Lißmann dann erstmals auf ihre Mannschaftskameradinnen. Sieben Russinnen und eine Französin bilden neben der Deutschen das Tennis-Team der „Greyhounds“. Deutsch wird auf dem Uni-Campus und den Tennis-Courts aber auch gesprochen: Im Kader der Männer stehen vier Deutsche und ein Schweizer, zudem ist der Co-Trainer der Männer Deutscher. „Es passt in den Mannschaften, ich habe mich sehr gut zurecht gefunden“, berichtet Lißmann.

Mehr zu Lorraine Lißmann:

Lißmanns Traum geht in Erfüllung

Cheftrainer hilft Jahn-Ass bei der Eingewöhnung

Bei der Eingewöhnung geholfen hat auch Headcoach Malik Tabet. Der Franzose ist ehrgeizig und zugleich herzlich. Mit Lißmann arbeitete er in den ersten Wochen an der Fitness. „Malik hat mich gequält“, sagt Lißmann. „Wir haben mehrmals am Tag trainiert: Tennis, Kondi, Krafttraining.“ Das Ergebnis: „Ich bin viel fitter als früher.“ Doch damit nicht genug. Auch technisch hat sich die Deutsche weiterentwickelt. Tabet stellte die Vorhand Lißmanns neu ein. „Ich hatte zuerst Zweifel, aber jetzt merke ich, dass die Vorhand besser ist.“

Aktuell ist Lißmann auf Heimaturlaub in Deutschland. Fast täglich trainiert sie beim TV Jahn, bereitet sich so auf die wichtige „Spring Season“ im kommenden Jahr vor. Dann zählt es für die Uni-Teams. „Die Mannschaft ist heiß auf die Matches“, versichert Lißmann. Der Saisonstart ist für den 30. Januar terminiert. „Ich hoffe, dass die Spielzeit wie geplant stattfinden kann“, sagt Lißmann, die noch auf ihr Debüt für die Greyhounds wartet.

Auf ihr Debüt für die Uni wartet Lißmann noch

Die ITA Midwest Regionals, ein Turnier im Bundesstaat Indiana, hatte Lißmann verpasst. Sie war noch nicht spielberechtigt. Es blieb für Lißmann bei Trainingsmatches. Aus denen hat die Lehramtsstudentin jedoch einiges mitnehmen können. „Das Niveau ist superhoch“, berichtet sie. „Unsere Nummer 1 und 2 sind sehr stark. Dahinter ist es von Position 3 bis 9 offen.“ Coach Tabet werde schwierige Entscheidungen treffen müssen, erklärt Lißmann. Ihr Ziel: Ein Platz im Team und eine erfolgreiche erste Saison bei den „UIndy Greyhounds“.

Mehr zum TV Jahn Wolfsburg:

Familie Pesicka erreicht gleich zwei Halbfinals

TVJ Wolfsburg chancenlos in der Tennis-Nordliga der Frauen

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder